Microsoft gibt auf: Das Ende von nervigen Edge-Popups und App-Zwang
Microsoft entschärft seinen App-Zwang bei Windows: Keine nervigen Edge-Aufforderungen mehr, bessere Standardbrowser-Integration und sogar komplette Microsoft Store-Deinstallation. Gut für uns, doch die Freiheiten gelten nur für europäische Nutzer.
Jahrelang mussten Windows-Nutzer mit zahlreichen nervigen Taktiken leben: Pop-ups nach Updates, die Blockierung von Drittanbieter-Browsern als Standard, Banner beim Besuch von Konkurrenz-Webseiten und Links in Windows-Apps, die zwangsweise in Edge geöffnet wurden. Diese Praktiken wurden oft als aggressiv und benutzerunfreundlich kritisiert.
Windows 11: Standardbrowser-Wahl mit neuen Pin-Möglichkeiten
Zudem werden andere Microsoft-Apps nicht mehr dazu auffordern, Edge neu zu installieren, falls der Nutzer ihn entfernt hat. Die einzige Ausnahme bilden Progressive Web-Apps (PWAs), die über den Microsoft Store verteilt werden und auf Edge-Technologie basieren.
Besonders wichtig: Wenn ein Nutzer einen anderen Browser als Standard festlegt, werden jetzt deutlich mehr Dateitypen und Link-Arten automatisch mit diesem Browser verknüpft. Dazu gehören neben den üblichen HTTP- und HTTPS-Links auch FTP-Links, "read"-Links sowie zahlreiche Dateiformate wie .svg, .xml und sogar .pdf-Dateien - vorausgesetzt, der gewählte Browser unterstützt diese.
Windows-11-Suche ohne den Zwang zur Nutzung der Bing-Suchmaschine
Eine weitere Änderung: EWR-Nutzer können den Microsoft Store komplett deinstallieren. Apps, die über den Store installiert wurden, erhalten weiterhin Updates, auch wenn der Store selbst entfernt wurde. Die Deinstallation erfolgt wie bei anderen Apps über das Startmenü oder die Einstellungen.
Die Verordnung richtet sich an die größten digitalen Plattformen, die in der EU tätig sind - sogenannte "Gatekeeper" aufgrund ihrer dauerhaften Marktposition in bestimmten digitalen Sektoren. Im September 2023 wurden 22 Dienste von sechs Unternehmen (Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta und Microsoft) als "zentrale Plattformdienste" von der EU identifiziert.
Änderungen der Redmonder gelten somit nur für den Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem neben den 27 EU-Mitgliedstaaten inklusive Deutschland auch Island, Liechtenstein und Norwegen gehören. Nutzer außerhalb dieser Region müssen weiterhin mit den bekannten Microsoft-Taktiken leben.
Microsoft geht bei einigen Punkten sogar über die DMA-Anforderungen hinaus. So werden in der EWR künftig keine Edge-Werbebanner mehr auf der Bing-Suchergebnisseite angezeigt, wenn Nutzer nach anderen Browsern suchen oder diese herunterladen wollen.
Die Reaktionen auf diese Änderungen sind überwiegend positiv, doch viele Nutzer außerhalb des EWR fragen sich, warum Microsoft diese benutzerfreundlichen Funktionen nicht weltweit einführt.
Was meint ihr zu Microsofts Änderungen? Empfindet ihr es als fair, dass diese Verbesserungen nur für Nutzer in der EU verfügbar sind, oder sollten sie weltweit eingeführt werden? Teilt eure Meinung in den Kommentaren.
Download Google Chrome - Schneller und sicherer Browser Download Microsoft Edge - Der Browser auf Chromium-Basis
Siehe auch:
Microsoft lockert seine aggressive Strategie
Microsoft lenkt ein und lockert seine aggressive Strategie zur Verbreitung des Edge-Browsers - allerdings nur für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag ankündigte, werden mehrere Änderungen an Windows 10 und 11 vorgenommen, die den Nutzern mehr Freiheit bei der Browserwahl geben und lästige Aufforderungen reduzieren.Jahrelang mussten Windows-Nutzer mit zahlreichen nervigen Taktiken leben: Pop-ups nach Updates, die Blockierung von Drittanbieter-Browsern als Standard, Banner beim Besuch von Konkurrenz-Webseiten und Links in Windows-Apps, die zwangsweise in Edge geöffnet wurden. Diese Praktiken wurden oft als aggressiv und benutzerunfreundlich kritisiert.
Windows 11: Standardbrowser-Wahl mit neuen Pin-Möglichkeiten
Mehr Freiheit bei der Browser-Wahl
Die wichtigsten Änderungen betreffen den Umgang mit Edge. Künftig wird der Browser keine Aufforderungen mehr anzeigen, ihn als Standardbrowser festzulegen - es sei denn, der Nutzer startet ihn selbst direkt. Diese Änderung wurde bereits mit der Edge-Version 137.0.3296.52 vom 29. Mai 2025 eingeführt.Zudem werden andere Microsoft-Apps nicht mehr dazu auffordern, Edge neu zu installieren, falls der Nutzer ihn entfernt hat. Die einzige Ausnahme bilden Progressive Web-Apps (PWAs), die über den Microsoft Store verteilt werden und auf Edge-Technologie basieren.
Besonders wichtig: Wenn ein Nutzer einen anderen Browser als Standard festlegt, werden jetzt deutlich mehr Dateitypen und Link-Arten automatisch mit diesem Browser verknüpft. Dazu gehören neben den üblichen HTTP- und HTTPS-Links auch FTP-Links, "read"-Links sowie zahlreiche Dateiformate wie .svg, .xml und sogar .pdf-Dateien - vorausgesetzt, der gewählte Browser unterstützt diese.
Windows-11-Suche ohne den Zwang zur Nutzung der Bing-Suchmaschine
Windows Search und Microsoft Store
Auch bei der Windows-Suche gibt es Verbesserungen. Bisher wurden Web-Inhalte in der Suche hauptsächlich über Bing angezeigt - unabhängig vom Standardbrowser. Für EWR-Nutzer können nun auch andere Apps als Web-Such-Anbieter in der Windows-Suche registriert werden. Diese werden automatisch aktiviert, sobald die App installiert wird. Nutzer können die Reihenfolge der Suchanbieter in den Einstellungen anpassen oder bestimmte Anbieter deaktivieren.Eine weitere Änderung: EWR-Nutzer können den Microsoft Store komplett deinstallieren. Apps, die über den Store installiert wurden, erhalten weiterhin Updates, auch wenn der Store selbst entfernt wurde. Die Deinstallation erfolgt wie bei anderen Apps über das Startmenü oder die Einstellungen.
Warum nur in Europa?
Diese Änderungen sind keine freiwillige Entscheidung von Microsoft, sondern eine Reaktion auf den Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union. Der DMA ist eine EU-Verordnung, die seit dem 1. November 2022 in Kraft ist und seit dem 2. Mai 2023 weitgehend angewendet wird. Sie zielt darauf ab, die digitale Wirtschaft fairer und wettbewerbsfähiger zu gestalten, indem sie verhindert, dass Unternehmen ihre Marktmacht missbrauchen.Die Verordnung richtet sich an die größten digitalen Plattformen, die in der EU tätig sind - sogenannte "Gatekeeper" aufgrund ihrer dauerhaften Marktposition in bestimmten digitalen Sektoren. Im September 2023 wurden 22 Dienste von sechs Unternehmen (Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta und Microsoft) als "zentrale Plattformdienste" von der EU identifiziert.
Änderungen der Redmonder gelten somit nur für den Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem neben den 27 EU-Mitgliedstaaten inklusive Deutschland auch Island, Liechtenstein und Norwegen gehören. Nutzer außerhalb dieser Region müssen weiterhin mit den bekannten Microsoft-Taktiken leben.
Zeitplan für die Änderungen
Die meisten Anpassungen werden bereits in Windows Insider Builds getestet und sollen Anfang Juni für Windows 10 und 11 im EWR ausgerollt werden. Die Änderungen bei der Standardbrowser-Einstellung werden voraussichtlich im Juli 2025 für alle Nutzer im EWR verfügbar sein.Microsoft geht bei einigen Punkten sogar über die DMA-Anforderungen hinaus. So werden in der EWR künftig keine Edge-Werbebanner mehr auf der Bing-Suchergebnisseite angezeigt, wenn Nutzer nach anderen Browsern suchen oder diese herunterladen wollen.
Die Reaktionen auf diese Änderungen sind überwiegend positiv, doch viele Nutzer außerhalb des EWR fragen sich, warum Microsoft diese benutzerfreundlichen Funktionen nicht weltweit einführt.
Was meint ihr zu Microsofts Änderungen? Empfindet ihr es als fair, dass diese Verbesserungen nur für Nutzer in der EU verfügbar sind, oder sollten sie weltweit eingeführt werden? Teilt eure Meinung in den Kommentaren.
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Zusammenfassung
- Microsoft lockert aggressive Edge-Browser-Verbreitung im EWR-Raum
- Nervige Pop-ups und Zwangsumleitung zu Edge werden für EWR-Nutzer entfernt
- Standardbrowser kann künftig mehr Dateitypen und Links standardmäßig öffnen
- Windows-Suche erlaubt nun auch andere Suchanbieter neben Bing
- Microsoft Store kann von EWR-Nutzern komplett deinstalliert werden
- Änderungen erfolgen aufgrund des Digital Markets Act der Europäischen Union
- Updates werden zwischen Mai und Juli 2025 für Windows 10 und 11 ausgerollt
Siehe auch:
- Microsoft macht USB-C-Standards für Windows 11 Laptops zur Pflicht
- Windows 11 verliert an Boden - Nutzerzahlen im Mai 2025 rückläufig
- Windows 11 Patch-Day beschädigt virtuelle CPU-Leistungstreiber
- Nach Update-Fiasko: Out-of-Band Notfall-Update für Windows 11 23H2
- Durchgesickert: Das Snipping Tool erhält endlich GIF-Unterstützung
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