Trump 'bestraft' Apple-CEO:
iPhone-Zoll wohl als Rache für Reiseabsage

US-Präsident Donald Trump droht Apple mit Zöllen auf iPhones, die nicht in den USA produziert werden. Was zunächst wie strategische Handelspolitik aussah, entpuppt sich wohl als persönliche Vergeltung gegen Tim Cook, der vermutlich Trumps Ego gekränkt hatte.
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WinFuture/KI-generiert

Gekränktes Ego statt Handelsstrategie

US-Präsident Donald Trump wirft in den letzten Wochen wild mit Zoll-Ankündigungen um sich. Alles begann mit seinen sogenannten "reziproken" Zöllen, die auf fragwürdige Weise berechnet wurden. Vor allem für Produkte aus China wurden zeitweise Abgaben von 145 Prozent fällig. Am vergangenen Freitag überraschte Trump dann erneut mit der Ankündigung, auf alle iPhones, die nicht in den USA hergestellt werden, künftig Strafzölle von mindestens 25 Prozent zu erheben.

Was zunächst wie eine weitere handelspolitische Maßnahme im Rahmen von Trumps "America First"-Strategie wirkte, scheint jedoch andere Gründe zu haben. Wie die New York Times berichtet, könnte die Drohung mit den Strafzöllen vielmehr eine persönliche Vergeltungsmaßnahme gegen Apple-CEO Tim Cook sein, der eine Einladung zu Trumps kürzlicher Nahost-Reise ausgeschlagen hatte.


Öffentliche Kritik an Tim Cook

Diese Entscheidung des Apple-CEO hat den US-Präsidenten demnach verärgert. Während seiner Reise durch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar war Trump von zahlreichen hochrangigen US-Wirtschaftsführern begleitet worden. Darunter befanden sich etwa Jensen Huang von Nvidia und Sam Altman von OpenAI. Bei einer Rede in Riad lobte Trump Huang dafür, dass er gekommen war, und fügte hinzu: "Ich meine, Tim Cook ist nicht hier, aber sie sind es." Später in Katar sagte Trump dann: "Ich habe ein kleines Problem mit Tim Cook" und kritisierte Apples wachsende Produktionskapazitäten in Indien.

Die Zolldrohung kommt für Apple zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Erst im April hatte das Unternehmen nach intensiven Lobbyarbeiten eine Ausnahmeregelung von einem 145-prozentigen Zoll auf in China montierte iPhones erwirkt. Nun steht das Unternehmen erneut im Fadenkreuz der Regierung. Für das laufende Quartal rechnet Apple bereits mit zusätzlichen Kosten von etwa 900 Millionen Dollar (etwa 792 Millionen Euro) durch bestehende Zölle.

iPhone-Produktion in den USA unrealistisch

Branchenexperten halten eine vollständige Verlagerung der iPhone-Produktion in die USA zumindest kurzfristig für praktisch unmöglich. Die Herstellung von Elektronikprodukten wie dem iPhone basiert auf komplexen globalen Lieferketten, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden. Eine komplette Verlagerung ist demnach sehr komplex. Experten schätzen, dass ein solcher Prozess mindestens fünf bis sieben Jahre in Anspruch nehmen würde.

Die Beziehung zwischen Trump und Cook hat sich damit grundlegend gewandelt. Während seiner ersten Amtszeit hatte Cook es verstanden, Apple weitgehend aus dem Fadenkreuz des Weißen Hauses zu halten. Durch diplomatisches Geschick, persönliche Präsenz bei wichtigen Anlässen und gerade genug Zugeständnissen, gelang es Cook, den Frieden zu wahren. Apples CEO hatte sogar eine Million Dollar aus seinem Privatvermögen für Trumps Amtseinführung gespendet. Nicht nur in China: iPhone-Bauteile werden in aller Welt entwickeltNicht nur in China: iPhone-Bauteile werden in aller Welt entwickelt Ob die angedrohten Zölle tatsächlich umgesetzt werden, bleibt immer noch abzuwarten. Genauso schnell wie Trump seine Zölle ankündigt, nimmt er sie teilweise auch wieder zurück. Für Unternehmen dürfte diese jüngste Episode mit Apple aber ein weiteres Warnsignal sein. Denn ein Präsident, der scheinbar aufgrund eines gekränkten Egos derart weitreichende wirtschaftliche Entscheidungen trifft, bleibt unberechenbar.
Zusammenfassung
  • Trump droht mit 25-Prozent-Zöllen auf im Ausland produzierte iPhones
  • Strafzölle scheinen persönliche Vergeltung gegen Tim Cook zu sein
  • Cook lehnte Einladung zu Trumps Nahost-Reise mit anderen CEOs ab
  • Apple hatte zuvor Ausnahmeregelung von 145-Prozent-Zoll erwirkt
  • Vollständige Verlagerung der iPhone-Produktion in die USA kaum möglich
  • Umstellung würde mindestens fünf bis sieben Jahre in Anspruch nehmen
  • Während seiner ersten Amtszeit pflegte Cook eine gute Beziehung zu Trump

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