Wie Trump die Zölle errechnen ließ? Offenbar mit einem KI-Chatbot

Wie Trump seine umstrittenen Zolltarife berechnet hat, sorgt für Auf­se­hen. Experten haben eine simple Formel entdeckt, die ver­blüf­fend den Empfehlungen führender KI-Systeme ähnelt. Die Märkte reagierten bereits gestern mit dramatischen Kurseinbrüchen.
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WinFuture/KI-generiert

Trumps Zollformel: Alles nur KI-geklaut?

Donald Trumps neue Zolltarife haben an den Finanzmärkten für schwere Turbulenzen gesorgt, alleine gestern hat der Leitindex S&P 500 fast fünf Prozent verloren. Die Zölle werfen von Anfang an Fragen zur Herkunft ihrer Berechnung auf. Denn US-Präsident Donald Trump hat einen Basiswert von zehn Prozent für alle Importe plus zusätzliche länderspezifische Tarife präsentiert. Was zunächst willkürlich erschien, folgt offenbar einer einfachen Formel: Handelsdefizit der USA mit einem Land geteilt durch die Gesamtimporte aus diesem Land.

Ökonomen und Social-Media-Nutzer haben schnell Muster in den Zahlen erkannt. James Surowiecki, ein bekannter Wirtschaftsexperte, konnte die Tarife durch eine einfache Division rekonstruieren: Handelsdefizit geteilt durch Importe, die Hälfte davon ergibt den "vergünstigten gegenseitigen Zoll". Die Regierung widersprach dieser Darstellung und veröffentlichte ihre eigene Formel, die jedoch nach Einschätzung von Politico lediglich eine aufpolierte Version der von Surowiecki identifizierten Methode ist.

Womöglich ist die Sache sogar noch simpler zustande gekommen: Wie The Verge berichtet, liefern führende KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini, Claude und Grok erstaunlich ähnliche Formeln, wenn man sie nach einer "einfachen" Lösung für Handelsdefizite fragt. Alle empfehlen grundsätzlich die gleiche Berechnung, die Trump zu verwenden scheint. Einige Systeme wie Grok und Claude schlagen sogar vor, den errechneten Wert zu halbieren - genau wie bei Trumps "Rabatt"-Idee.


Zölle gegen Pinguine

Die vereinfachte Herangehensweise wird von Experten scharf kritisiert. Surowiecki bezeichnet sie als "außerordentlichen Unsinn". Die Methode berücksichtigt nicht die komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge und könnte erhebliche negative Folgen haben.

Besonders fragwürdig erscheint die Anwendung der Formel auf Länder wie Australien, die tatsächlich einen Handelsüberschuss mit den USA haben - also mehr amerikanische Waren kaufen als sie exportieren. Auch unbewohnte Territorien wie Heard Island (wo der Umstand, dass dort nur Pinguine leben, bereits für enormen Spott gesorgt hat) und Inseln wie Diego Garcia (wo es nur eine wichtige US-Militärbasis gibt, womit Trump effektiv Zölle gegen die USA verhängt hat) stehen auf der Tarifliste, was Zweifel an der sorgfältigen Prüfung der Maßnahmen aufkommen lässt.

Ob die Trump-Administration tatsächlich KI-Tools für ihre Handelspolitik konsultiert hat, bleibt ungeklärt. Die Regierung dementiert das erwartungsgemäß. Allerdings gab es bereits zuvor Kontroversen um die Nutzung von Verbraucher-Apps wie Signal für vertrauliche Kriegspläne - ein Vorgehen, das möglicherweise von Elon Musk beeinflusst wurde, der für seine Signal-Nutzung bekannt ist. Anders gesagt: Bei dieser US-Regierung wundert einen nichts mehr.

Zusammenfassung
  • Trumps neue Zolltarife sorgen für Turbulenzen an den Finanzmärkten
  • Einfache Formel hinter Zollberechnung: Handelsdefizit geteilt durch Importe
  • KI-Chatbots liefern ähnliche Formeln für die Lösung von Handelsdefiziten
  • Experten kritisieren stark vereinfachte Herangehensweise an komplexes Thema
  • Die Anwendung der Formel auf Länder mit Handelsüberschuss erscheint fragwürdig
  • Zweifel an sorgfältiger Prüfung der Maßnahmen durch die Trump-Administration
  • Die Regierung dementiert Nutzung von KI-Tools für Handelspolitik

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