"Das will ich nicht!" Trump schimpft über iPhone-Fertigung in Indien

US-Präsident Donald Trump fühlt sich von Apples Plänen, iPhones zukünftig verstärkt in Indien zu produzieren, übergangen. Er beharrt darauf, dass die Fertigung in den USA erfolgt. Apple hat allerdings mehrfach erklärt, warum dies nicht funktioniert.

Realität trifft auf Irrsinn

"Ich hatte gestern ein kleines Problem mit Tim Cook", sagte Trump laut CNBC während seines Besuchs in Katar. "Ich sagte zu ihm: 'Mein Freund, ich habe dich ausgezeichnet behandelt. Du kommst mit 500 Milliarden Dollar hierher, aber jetzt höre ich, dass du überall in Indien baust. Das will ich nicht!'"

Der Hintergrund von Trumps Aussage ist eine Investitionszusage Apples in Höhe von 500 Milliarden Dollar für Projekte in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig hat Apple seine Fertigung in Indien in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Ziel ist es, mittelfristig rund ein Viertel der weltweiten iPhone-Produktion dorthin zu verlagern - ein Schritt, der die Abhängigkeit von China verringern soll. Aktuell werden noch etwa 90 Prozent der iPhones in China hergestellt.


Trump zeigte sich darüber wenig erfreut: "Ich habe zu Tim gesagt: 'Wir haben euch jahrelang eure Werke in China durchgehen lassen. Jetzt ist es Zeit, dass ihr auch für uns baut." Indien könne sich selbst versorgen - die Produktion solle zurück in die USA geholt werden.

Trumps Kommentare fielen im Rahmen einer breiteren Diskussion über die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indien. Er bezeichnete Indien als eines der Länder mit den höchsten Zöllen weltweit, räumte jedoch ein, dass Neu-Delhi der US-Regierung kürzlich ein Angebot gemacht habe, in bestimmten Bereichen auf Zölle zu verzichten.

US-Fertigung unrealistisch

Unterdessen hat Foxconn, ein wichtiger Produktionspartner Apples, von der indischen Regierung die Genehmigung erhalten, gemeinsam mit der HCL Group ein Halbleiterwerk in Indien zu bauen - ein weiteres Zeichen für Apples zunehmende Verlagerung der Lieferkette.

Eine Verlagerung der iPhone-Produktion in die USA wird nicht nur von Apple, sondern auch von zahlreichen Experten als unrealistisch angesehen. Das Problem sind dabei nicht einmal die höheren Lohnkosten, die den Gerätepreis nach oben treiben würden. Mangels passender Lieferketten und Fertigungskapazitäten wäre eine schnelle Umstellung komplett unrealistisch, um dies zu ändern, wären wohl hohe Investitionen über Jahrzehnte nötig.
Zusammenfassung
  • Trump kritisiert Apple für geplante iPhone-Produktion in Indien
  • US-Präsident fordert Cook auf, Fertigung in die USA zurückzuholen
  • Apple investiert 500 Milliarden Dollar in US-Projekte trotz Indien-Plänen
  • Apples Ziel: Ein Viertel der iPhone-Produktion von China nach Indien
  • Foxconn erhält Genehmigung für Halbleiterwerk mit HCL Group in Indien
  • Die Verlagerung der Produktion in die USA gilt aus mehreren Gründen als unrealistisch
  • Fehlende Lieferketten und Fertigungskapazitäten in den USA erfordern Jahrzehnte

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