Sowjetische Sonde stürzt nach 53 Jahren auf Erde, und zwar morgen
Eine sowjetische Sond kehrt wohl morgen nach 53 Jahren zur Erde zurück. Kosmos-482, ursprünglich für die Venus-Landung konstruiert, könnte aufgrund seiner Robustheit den Wiedereintritt überstehen und nahezu intakt auf der Erdoberfläche aufschlagen.
Was Kosmos 482 von anderem Weltraumschrott unterscheidet: Die Sonde wurde speziell konstruiert, um auf der Venus zu landen. Ihr Hitzeschild aus Titan sollte extremen Temperaturen standhalten und sollte auch atmosphärischen Druck aushalten, der fast 100-mal höher ist als auf der Erde. Experten gehen davon aus, dass diese robuste Bauweise der Sonde ermöglichen könnte, den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre weitgehend intakt zu überstehen.
Mockup des Venera-7-Landers, das Kosmos-482-Landegerät dürfte ähnlich aussehen
Grund dafür: Die Flugbahn der Sonde verläuft zwischen 52 Grad nördlicher und südlicher Breite, was einen Großteil der Erdoberfläche abdeckt. Die New York Times hat einen Tracker erstellt, mit dem man in einer Grafik der Erdkugel Ort und Höhe von Kosmos-482 live sehen kann.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zu Schaden kommen, ist aber äußerst gering. Die Aerospace Corporation schätzt das Risiko auf 0,4 zu 10.000 - deutlich unter dem Sicherheitsgrenzwert. Mit einer Aufprallgeschwindigkeit von etwa 240 km/h dürfte die Sonde dennoch erheblichen Schaden anrichten, sollte sie auf bewohntes Gebiet fallen.
Kosmos-482 selbst zerbrach nach der Fehlfunktion der Trägerrakete in mehrere Teile. Der Hauptteil trat bereits 1981 in die Atmosphäre ein, doch die ein Meter große Landekapsel blieb in der Erdumlaufbahn. Diese Kapsel ist es, die nun zur Erde zurückkehrt. Sie besteht aus einer kugelförmigen Druckkammer, umgeben von einem kegelförmigen Hitzeschild, der für die extremen Bedingungen beim Eintritt in die Venusatmosphäre konzipiert wurde.
Der niederländische Wissenschaftler Marco Langbroek, der die Sonde seit Jahren verfolgt, vergleicht das Risiko mit dem eines unkontrollierten Wiedereintritts einer SpaceX Falcon 9-Oberstufe, die im Februar über Polen niederging. "Da es wahrscheinlich nur als einzelnes Objekt die Erdoberfläche erreicht, sind die Risiken geringer als beispielsweise bei einer Falcon 9-Oberstufe, die mehrere metergroße Objekte über ein großes Gebiet verstreut", schreibt er in seinem Blog.
Was haltet ihr von diesem kosmischen Heimkehrer? Hättet ihr Bedenken, wenn die Sonde über eurem Wohnort niedergehen würde? Teilt eure Gedanken zu diesem ungewöhnlichen Weltraumereignis in den Kommentaren!
Siehe auch:
Verschollene Venus-Sonde stürzt auf die Erde
Ein Überbleibsel des Kalten Krieges kehrt heim: Die sowjetische Raumsonde Kosmos 482 wird aller Wahrscheinlichkeit nach morgen Vormittag in die Erdatmosphäre eintreten. Das etwa eine halbe Tonne schwere Raumfahrzeug wurde 1972 eigentlich für eine Mission zur Venus gebaut, verfehlte jedoch nach einem Raketenfehler sein Ziel und umkreist seitdem die Erde.Was Kosmos 482 von anderem Weltraumschrott unterscheidet: Die Sonde wurde speziell konstruiert, um auf der Venus zu landen. Ihr Hitzeschild aus Titan sollte extremen Temperaturen standhalten und sollte auch atmosphärischen Druck aushalten, der fast 100-mal höher ist als auf der Erde. Experten gehen davon aus, dass diese robuste Bauweise der Sonde ermöglichen könnte, den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre weitgehend intakt zu überstehen.
Unsichere Vorhersagen zum Absturzort
Wie Space berichtet, prognostizieren verschiedene Raumfahrtorganisationen den Wiedereintritt für den 10. Mai 2025 gegen etwa 8 Uhr morgens deutscher Zeit, wobei die Schätzungen um bis zu neun Stunden abweichen können. Der genaue Absturzort bleibt ungewiss und ermöglicht Boulevardmedien "schöne" Konjunktiv-Panik-Headlines nach der Art "Auch (hier Stadt einfügen) ist in Gefahr!"
Mockup des Venera-7-Landers, das Kosmos-482-Landegerät dürfte ähnlich aussehen
Grund dafür: Die Flugbahn der Sonde verläuft zwischen 52 Grad nördlicher und südlicher Breite, was einen Großteil der Erdoberfläche abdeckt. Die New York Times hat einen Tracker erstellt, mit dem man in einer Grafik der Erdkugel Ort und Höhe von Kosmos-482 live sehen kann.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen zu Schaden kommen, ist aber äußerst gering. Die Aerospace Corporation schätzt das Risiko auf 0,4 zu 10.000 - deutlich unter dem Sicherheitsgrenzwert. Mit einer Aufprallgeschwindigkeit von etwa 240 km/h dürfte die Sonde dennoch erheblichen Schaden anrichten, sollte sie auf bewohntes Gebiet fallen.
Ein Stück Raumfahrtgeschichte
Kosmos 482 gehörte zum sowjetischen Venera-Programm, das bereits 1970 mit Venera 7 die erste weiche Landung eines Raumfahrzeugs auf einem anderen Planeten erreichte. Das Venera-Programm war ein bedeutender Meilenstein im Wettlauf um die Erforschung unseres Nachbarplaneten. Zwischen 1961 und 1984 startete die Sowjetunion insgesamt 16 Missionen, von denen mehrere erfolgreich Daten von der Venusoberfläche übermittelten.Kosmos-482 selbst zerbrach nach der Fehlfunktion der Trägerrakete in mehrere Teile. Der Hauptteil trat bereits 1981 in die Atmosphäre ein, doch die ein Meter große Landekapsel blieb in der Erdumlaufbahn. Diese Kapsel ist es, die nun zur Erde zurückkehrt. Sie besteht aus einer kugelförmigen Druckkammer, umgeben von einem kegelförmigen Hitzeschild, der für die extremen Bedingungen beim Eintritt in die Venusatmosphäre konzipiert wurde.
Der niederländische Wissenschaftler Marco Langbroek, der die Sonde seit Jahren verfolgt, vergleicht das Risiko mit dem eines unkontrollierten Wiedereintritts einer SpaceX Falcon 9-Oberstufe, die im Februar über Polen niederging. "Da es wahrscheinlich nur als einzelnes Objekt die Erdoberfläche erreicht, sind die Risiken geringer als beispielsweise bei einer Falcon 9-Oberstufe, die mehrere metergroße Objekte über ein großes Gebiet verstreut", schreibt er in seinem Blog.
Was haltet ihr von diesem kosmischen Heimkehrer? Hättet ihr Bedenken, wenn die Sonde über eurem Wohnort niedergehen würde? Teilt eure Gedanken zu diesem ungewöhnlichen Weltraumereignis in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Sowjetische Venussonde Kosmos-482 kehrt nach 53 Jahren zur Erde zurück
- Sonde könnte Wiedereintritt aufgrund robuster Bauweise überstehen
- Wiedereintritt für 10. Mai 2025 gegen 8 Uhr deutscher Zeit prognostiziert
- Genauer Absturzort ungewiss, Flugbahn zwischen 52° nördlicher und südlicher Breite
- Risiko für Menschen gering, aber erheblicher Schaden bei Aufprall möglich
- Sonde gehörte zum sowjetischen Venera-Programm zur Venuserforschung
- Ein Meter große Landekapsel mit Hitzeschild für extreme Bedingungen konzipiert
Siehe auch:
- "Verschollen" im All: Sowjet-Sonde fällt bald unkontrolliert auf die Erde
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