WD startet große Recycling-Initiative für Seltene Erden aus Festplatten
Festplatten werden nach ihrem Lebensende nur in recht geringem Umfang der Wiederverwertung zugeführt. Western Digital will das nun ändern und startet ein Recycling-Programm, mit dem vor allem Seltene Erden-Elemente zurückgeholt werden sollen.
Angesichts zunehmender Exportbeschränkungen Chinas, etwa auf Dysprosium, hat Western Digital nun gemeinsam mit Microsoft sowie den Recycling-Spezialisten CMR (Critical Materials Recycling) und PedalPoint Recycling ein umfassendes Recyclingprogramm gestartet. Im Rahmen des "Advanced Recycling and Rare Earth Material Capture Program" werden ausgediente Festplatten und SSDs systematisch recycelt, um wertvolle Materialien zurückzugewinnen.
Allein in der Pilotphase konnten bereits rund 21 Tonnen Altgeräte vor der Entsorgung gerettet werden. Laut Western Digital liegt die Rückgewinnungsquote für Seltene Erden bei über 90 Prozent, für das gesamte Material bei rund 80 Prozent. Die Wiederaufbereitung erfolgt vollständig innerhalb der USA - für das Unternehmen ein strategisch wichtiger Schritt angesichts geopolitischer Unsicherheiten.
Kernstück des Prozesses ist die sogenannte ADR-Technologie von CMR. Dabei wird eine Kupfersalzlösung verwendet, um die seltenen Erden selektiv aus den Magneten der Festplatten zu lösen. Dieser relativ umweltfreundliche Ansatz verzichtet auf aggressive Chemikalien und ermöglicht eine Rückgewinnung von bis zu 99,5 Prozent reiner Oxide.
Microsoft sieht in der Initiative einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigeren Gestaltung der eigenen Rechenzentren. Und das Potenzial ist enorm: Weltweit existieren mehr als 23.000 Rechenzentren mit schätzungsweise 70 Millionen Servern - jeder mit mehreren Festplatten, die alle nach wenigen Jahren ausgetauscht werden. Angesichts einer erwarteten Elektroschrott-Menge von 75 Millionen Tonnen bis 2030 könnte dieses Programm ein entscheidender Schritt hin zu einer kreislauforientierten Technologiebranche sein.
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Schonendes Verfahren
Während in Privathaushalten SSDs den Ton angeben, bleiben Festplatten das Rückgrat der Datenspeicherung in Rechenzentren. Doch sobald diese Geräte ausgedient haben, enden sie häufig im Schredder - samt der wertvollen Rohstoffe, die in ihnen stecken. Darunter befinden sich auch Seltene Erden-Metalle wie Dysprosium, Neodym und Praseodym. Diese landen meist im Elektroschrott, während gleichzeitig neue Ressourcen auf umweltschädliche Weise abgebaut werden - häufig in China, dem weltweit größten Lieferanten dieser Materialien.Angesichts zunehmender Exportbeschränkungen Chinas, etwa auf Dysprosium, hat Western Digital nun gemeinsam mit Microsoft sowie den Recycling-Spezialisten CMR (Critical Materials Recycling) und PedalPoint Recycling ein umfassendes Recyclingprogramm gestartet. Im Rahmen des "Advanced Recycling and Rare Earth Material Capture Program" werden ausgediente Festplatten und SSDs systematisch recycelt, um wertvolle Materialien zurückzugewinnen.
Allein in der Pilotphase konnten bereits rund 21 Tonnen Altgeräte vor der Entsorgung gerettet werden. Laut Western Digital liegt die Rückgewinnungsquote für Seltene Erden bei über 90 Prozent, für das gesamte Material bei rund 80 Prozent. Die Wiederaufbereitung erfolgt vollständig innerhalb der USA - für das Unternehmen ein strategisch wichtiger Schritt angesichts geopolitischer Unsicherheiten.
Kernstück des Prozesses ist die sogenannte ADR-Technologie von CMR. Dabei wird eine Kupfersalzlösung verwendet, um die seltenen Erden selektiv aus den Magneten der Festplatten zu lösen. Dieser relativ umweltfreundliche Ansatz verzichtet auf aggressive Chemikalien und ermöglicht eine Rückgewinnung von bis zu 99,5 Prozent reiner Oxide.
Viele Millionen HDDs
Die gewonnenen Stoffe fließen zurück in den US-Markt und können für neue Technologien verwendet werden. Laut Western Digital erzeugt das Verfahren bis zu 95 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zum Kauf neuer Rohstoffe aus herkömmlichem Bergbau.Microsoft sieht in der Initiative einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigeren Gestaltung der eigenen Rechenzentren. Und das Potenzial ist enorm: Weltweit existieren mehr als 23.000 Rechenzentren mit schätzungsweise 70 Millionen Servern - jeder mit mehreren Festplatten, die alle nach wenigen Jahren ausgetauscht werden. Angesichts einer erwarteten Elektroschrott-Menge von 75 Millionen Tonnen bis 2030 könnte dieses Programm ein entscheidender Schritt hin zu einer kreislauforientierten Technologiebranche sein.
Zusammenfassung
- WD initiiert Recycling-Programm für Seltene Erden aus Festplatten
- Kooperation mit Microsoft und Recycling-Spezialisten CMR und PedalPoint
- Rückgewinnungsquote für Seltene Erden über 90 Prozent, Gesamtmaterial 80%
- ADR-Technologie löst Seltene Erden umweltfreundlich aus Festplattenmagneten
- Recycling reduziert Treibhausgase um bis zu 95 Prozent im Vergleich zu Neuabbau
- Initiative als Beitrag zur Nachhaltigkeit in Rechenzentren und IT-Branche
- Potenzial: 23.000 Rechenzentren weltweit mit Millionen auszutauschender HDDs
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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