Drittel der Flugsicherungssysteme in den USA in "unhaltbarem" Zustand

Die US-Luftfahrtbehörde steht vor massiven Herausfor­de­rungen: Denn gut ein Drittel der Flugsicherungssysteme gilt als "unhaltbar". Ein Bericht der zuständigen Aufsichtsbehörde deckt gravierende Mängel auf - und das in Zeiten radikaler Doge-Sparmaßnahmen.
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Alternde Systeme gefährden Flugsicherheit

Die Flugsicherung in den USA steht vor ernsten Problemen und so mancher fragt sich zynisch-ironisch: Was soll schon schiefgehen? Laut einem aktuellen Bericht des Government Accountability Office (GAO) sind 37 Prozent der Flugsicherungssysteme der Federal Aviation Administration (FAA) als "not sustainable", was man wörtlich mit "nicht nachhaltig" übersetzen kann - gemeint ist aber eher "unhaltbar" bzw. katastrophaler Zustand. Weitere 39 Prozent gelten als "potenziell nicht nachhaltig". Diese alarmierenden Zahlen zeigen, wie dringend die US-Luftfahrtinfrastruktur modernisiert werden muss.

Von 138 untersuchten Systemen wurden 51 als nicht nachhaltig und 54 als potenziell nicht nachhaltig eingestuft. Besonders besorgniserregend: Einige dieser Systeme sind seit Jahrzehnten im Einsatz. Sechs wurden vor über 60 Jahren installiert, 40 sind älter als 30 Jahre. Diese Überalterung bringt erhebliche Risiken mit sich - von Ersatzteilmangel bis hin zum Verlust von Fachpersonal für die Wartung.

Wie The Register berichtet, kämpft die FAA seit Jahren mit der Umsetzung ihres Modernisierungsprogramms "Next Generation Air Transportation System" (NextGen). Das 2007 gestartete Projekt sollte ursprünglich bis 2030 abgeschlossen sein und zielt darauf ab, die Sicherheit, Effizienz, Kapazität und Umweltverträglichkeit des US-Luftfahrtsystems zu verbessern. Doch die Realität sieht anders aus: Für 13 von 17 besonders kritischen Systemen sind Investitionen erst in frühestens sechs Jahren geplant, in einigen Fällen sogar erst in zehn Jahren. Für vier Systeme gibt es noch gar keine konkreten Modernisierungspläne.

Die Gründe für die Verzögerungen sind vielfältig. Neben unvorhergesehenen Ereignissen wie der COVID-19-Pandemie und einem Regierungsstillstand 2018 spielen auch strukturelle Probleme eine Rolle. David Spero, Präsident der Gewerkschaft Professional Aviation Safety Specialists, weist auf Personalengpässe hin:

Es dauert drei Jahre, um einen neuen FAA-Systemspezialisten auszubilden, und sie werden nicht eingestellt, bis ein anderer in den Ruhestand geht, was zu Lücken im Team führt.
David Spero, Präsident der Gewerkschaft Professional Aviation Safety Specialists
Angesichts der Dringlichkeit der Lage wächst der Druck aus Industrie und Politik, doch im Moment kann man sagen, dass sich die beiden Bereiche den schlechtestmöglichen Zeitpunkt "ausgesucht" haben.

Denn aktuell wütet das Department of Government Efficiency (Doge) und führt weitreichende Personalkürzungen durch. Anfang 2025 wurden mehrere hundert FAA-Mitarbeiter entlassen, hauptsächlich solche, die in Probezeit und damit Ausbildung waren. Doge und FAA beteuern, dass die Flugsicherung selbst nicht beeinträchtigt ist, für Modernisierungspläne ist das aber zweifellos kein Vorteil.

Zusammenfassung
  • 37 Prozent der US-Flugsicherungssysteme gelten als 'unhaltbar'
  • Viele Systeme sind seit Jahrzehnten im Einsatz und veraltet
  • Modernisierungsprogramm NextGen verzögert sich erheblich
  • Personalengpässe und strukturelle Probleme behindern den Fortschritt
  • Doge-Sparmaßnahmen verschärfen die Situation zusätzlich
  • Kritische Systeme werden frühestens in 6 bis 10 Jahren modernisiert
  • Flugsicherheit könnte durch veraltete Technik gefährdet sein

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