Flughafen von Washington D.C. erhielt mysteriöse Kollisionswarnungen

Mehrere Flugzeuge erhielten beim Anflug auf den Reagan National Airport in Washington D.C. falsche Kollisions­war­nungen. Die FAA untersucht den Vorfall, der zu einigen Durchstart­manövern führte. Experten zeigen sich überrascht von der Häufung der Fehlalarme.

Mysteriöse Fehlalarme verunsichern Piloten

Am vergangenen Wochenende kam es zu einer ungewöhnlichen Häufung von Fehlalarmen bei Flugzeugen, die sich im Anflug auf den Ronald Reagan Washington National Airport befanden. Mehrere Flugzeugbesatzungen meldeten, dass ihre bordeigenen Kollisionswarnsysteme (TCAS) vor anderen Flugzeugen warnten, obwohl sich keine anderen Maschinen in der Nähe befanden.

Das TCAS (Traffic Collision Avoidance System) ist eine Sicherheitseinrichtung, die unabhängig von der Bodenkontrolle arbeitet. Es nutzt Transpondersignale, um andere Flugzeuge zu erkennen und berechnet mögliche Kollisionsrisiken. Bei Gefahr gibt das System akustische Warnungen und Anweisungen an die Piloten, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Wie CBS News berichtet, erhielten mindestens zwölf Flugzeugbesatzungen zwischen 6 und 10 Uhr Ortszeit offenbar falsche TCAS-Warnungen. In drei Fällen führten die Alarme sogar zu Durchstartmanövern. Besonders auffällig war eine Häufung von sechs Vorfällen innerhalb von nur elf Minuten kurz nach 9 Uhr.

Im normalen Flugbetrieb sind TCAS-Warnungen relativ selten. Statistiken zeigen, dass Resolution Advisories (RAs) durchschnittlich nur alle 1000 Flugstunden bei Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen und alle 3000 Stunden bei Langstreckenflugzeugen auftreten. Die Häufung von zwölf Vorfällen innerhalb weniger Stunden ist daher höchst ungewöhnlich.

Piloten berichten von "unsichtbaren" Flugzeugen

Die Besatzung eines American Eagle-Fluges aus Pittsburgh schilderte den Fluglotsen, dass sie auf einer Höhe zwischen 300 und 400 Metern eine TCAS-Anweisung zum Ausweichen erhielten. "Wir mussten ein wenig abtauchen", erklärte einer der Piloten. Auf Nachfrage bestätigten sie, dass sie kein anderes Flugzeug sehen konnten. Das System meldete lediglich ein "unbekanntes, schnell sinkendes Ziel".


Ähnliche Berichte kamen von weiteren Flügen. So meldete die Crew eines Delta-Fluges aus Nashville: "Wir haben nichts da draußen gesehen." Einige Piloten scherzten sogar über mögliche Erklärungen, so etwa die Crew von Flug 4469, die sagte, es seien "Aliens". Eine andere Stimme sagte "Russland".

In solchen Fällen gilt die strikte Regel, dass Piloten den TCAS-Anweisungen immer Vorrang vor Anweisungen der Flugsicherung geben müssen. Dies liegt daran, dass das TCAS-System in Echtzeit arbeitet und ein aktuelleres Bild der Situation liefert als die Fluglotsen. Die umgehende Reaktion auf TCAS-Warnungen ist deshalb entscheidend für die Flugsicherheit. Die Federal Aviation Administration (FAA) hat inzwischen eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet.

Dass der Flughafen der US-Hauptstadt besonders im Fokus steht, ist kein Zufall: Ende Januar kam es in der Nähe zu einem tödlichen Zusammenstoß zwischen einem Black Hawk-Hubschrauber und einem Regionalflugzeug. Die Ermittler des NTSB untersuchen derzeit das TCAS-System des verunglückten Flugzeugs.

Experten betonen die Wichtigkeit des TCAS-Systems für die Flugsicherheit, weisen aber auch auf mögliche Schwachstellen hin. In niedrigen Höhen und bei Landeanflügen kann es zu Problemen kommen, und da das System Funksignale nutzt, sind Störungen möglich. Die Häufung der Fehlalarme am Samstag ist jedoch ungewöhnlich.

Zusammenfassung
  • Mehrere Flugzeuge erhielten falsche Kollisionswarnungen in Washington
  • Zwölf Vorfälle innerhalb weniger Stunden am Reagan-National-Airport
  • TCAS-System warnte vor nicht vorhandenen Flugzeugen beim Landeanflug
  • Drei Durchstartmanöver wurden aufgrund der Fehlalarme durchgeführt
  • Piloten sahen keine anderen Flugzeuge trotz Warnungen des Systems
  • FAA hat eine Untersuchung der ungewöhnlichen Vorfälle eingeleitet
  • Experten betonen die Wichtigkeit von TCAS, weisen auf Schwachstellen hin

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