Immer wieder US-Chips in russischen Waffen - vor allem TI unter Druck

Trotz strenger Sanktionen gegen Russland gelangt die Technologie US-amerikanischer Halbleiterhersteller weiterhin in russische Waffen. Im­mer wieder finden russische Rüstungsschmieden recht einfache Wege, das Embargo zu umgehen.
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Es ist nicht so einfach

Chiphersteller wie Texas Instruments (TI) und andere westliche Unternehmen geraten zunehmend unter Druck, da ihre Produkte in Raketen, Drohnen und Kommunikationssystemen gefunden werden, mit denen das russische Militär die Ukraine angreift. Laut eines aktuellen Bloomberg-Berichts nutzen russische Händler Zwischenhändler und Portale, um Komponenten von TI und anderen Anbietern zu beziehen.

Obwohl TI erklärt, dass es den Verkauf nach Russland gestoppt habe, zeigen Dokumente, die Bloomberg vorliegen, dass russische Händler Wege finden, um die Produkte zu beschaffen. Dabei nutzen sie Grauzonen in der Exportkontrolle und umgehen direkte Lieferverbote durch den Einsatz von Scheinfirmen und Umwegen über Drittländer.


Die laxen Kontrollen US-amerikanischer Chiphersteller werden hierfür mitverantwortlich gemacht und sorgen für Kritik. Während einer Anhörung im US-Senat warf Senator Richard Blumenthal Unternehmen wie TI vor, nicht genug zu tun, um zu verhindern, dass ihre Produkte in russischen Waffen landen. Besonders TI wurde gerügt, weil es in manchen Fällen keinen Nachweis über den Endnutzer verlangt - ein Verfahren, das bei anderen Chipherstellern Standard ist.

TI betont jedoch, dass es jährlich Millionen von Bestellungen überprüfe und regelmäßig Maßnahmen ergreife, um Lieferungen an Russland zu unterbinden. "Wir investieren erhebliche Ressourcen, um sicherzustellen, dass unsere Produkte nicht in russischen Waffen verwendet werden", sagte Shannon Thompson, stellvertretende General Counsel von TI.

Es geht nur gemeinsam

Die Enthüllungen verdeutlichen die Herausforderungen der Exportkontrolle in der globalisierten Elektronikbranche. Oft sind die betroffenen Chips vergleichsweise simpel und kostengünstig, was die Rückverfolgung erschwert. Ebenso können Bestände über Jahre gelagert oder durch Drittländer geschleust werden, bevor sie in Russland ankommen.

Einige russische Websites integrieren inzwischen auch direkt Inhalte externer TI-Online-Shop, sodass Bestellungen mit wenigen Klicks über Drittanbieter in Ländern wie Hongkong abgewickelt werden. Zwischen Januar und August dieses Jahres wurden so beispielsweise über 4000 Bestellungen im Wert von rund 6 Millionen Dollar abgewickelt, wobei etwa zwei Drittel der so beschafften Komponenten für militärische Zwecke genutzt wurden.

Sanktionsexperten fordern strengere Überwachung und bessere Transparenz entlang der Lieferketten. "Regierungen und Unternehmen müssen stärker zusammenarbeiten, um Schlupflöcher zu schließen", sagt Vladyslav Vlasiuk, ukrainischer Kommissar für Sanktionspolitik.

Zusammenfassung
  • US-Chips trotz Sanktionen weiterhin in russischen Waffen zu finden
  • Texas Instruments besonders unter Druck wegen laxer Kontrollen
  • Russische Händler nutzen Zwischenhändler und Umwege für Beschaffung
  • Senator Blumenthal kritisiert mangelnde Maßnahmen der Chiphersteller
  • TI betont jährliche Überprüfung von Millionen von Bestellungen
  • Herausforderungen der Exportkontrolle in globalisierter Elektronikbranche
  • Experten fordern strengere Überwachung und bessere Transparenz

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