Ubisoft-Chaos: 'Feindliche Übernahme' soll unbedingt verhindert werden

Der französische Videospiel-Publisher steckt in der Krise. Der Aktienkurs war zuletzt auf dem tiefsten Stand seit Jahren angekommen. Auch die Spiele des Unternehmens floppen zusehends. Jetzt gibt es neue Berichte über ein Buy-out.
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Ubisoft

Publisher in der Krise

Ubisoft hat kein gutes Jahr hinter sich. Spiele wie Star Wars Outlaws konnten die Erwartungen nicht erfüllen und andere Titel wie das "AAAA"-Piraten-Abenteuer Skull and Bones floppten trotz oder gerade wegen einer zehn Jahre andauernden Entwicklung komplett. Selbst Assassin's Creed Shadows, das bisher nicht einmal erschienen ist, hat bereits einen schweren Stand.

Daher gab es schon Anfang Oktober erste Berichte über einen möglichen Verkauf des Publishers, der von der Familie Guillemot gelenkt wird. Wie Reuters jetzt erfahren hat, möchte die Familie trotz der misslichen Lage die Kontrolle über das Unternehmen aber wohl nicht abgeben.


Komplizierte Lage für geplanten Buy-out

Momentan beschäftigen sich die Anteilseigner mit einem sogenannten Management-Buy-out, wie Quellen berichten. Dabei kaufen für gewöhnlich die obersten Führungspersonen eine Firma. Bei Ubisoft ist das allerdings Yves Guillemot, was die Situation verkompliziert. Gleichzeitig will auch das chinesische Unternehmen Tencent, das momentan knapp zehn Prozent der Firmenaktien von Ubisoft hält, mehr Kontrolle bei Vorstandsentscheidungen inklusive Finanzangelegenheiten. Das möchte die Guillemot-Familie aber wohl nicht, die etwa 20 Prozent hält.

Zumindest ist man sich einig, dass eine "feindliche Übernahme" von außen verhindert werden soll. Auch wenn die Lage kompliziert erscheint, führte die Neuigkeit über den geplanten Buy-out zu einem Anstieg der Aktie des Unternehmens von 13 Prozent. Die Anleger scheinen einen potenziellen Führungswechsel also zu begrüßen.

Weitere Entlassungen

Wie lange sich die entsprechenden Gespräche noch hinziehen, ist allerdings völlig offen. Währenddessen hat Ubisoft weitere 300 Angestellte nach Studioschließungen in San Francisco und Osaka entlassen und für das an den beiden Standorten entwickelte Spiel XDefiant das Ende verkündet. Der Shooter hatte zu seiner Veröffentlichung im Mai 2024 zwar einen ordentlichen Start hingelegt, konnte zuletzt aber ebenfalls die Erwartungen der Investoren nicht erfüllen.

Zusammenfassung
  • Ubisoft in der Krise: Aktienkurs auf Tiefststand, Spiele floppen
  • Berichte über möglichen Buy-out lässt Aktienkurs um 13 Prozent steigen
  • Management-Buy-out im Gespräch, Tencent strebt mehr Einfluss an
  • Guillemot-Familie will Kontrolle über Ubisoft behalten
  • Einigkeit über Verhinderung einer feindlichen Übernahme von außen
  • 300 Entlassungen nach Schließungen in San Francisco und Osaka
  • XDefiant wird trotz ordentlichen Starts eingestellt

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