Gutachten fordert Eingreifen bei Kupferabschaltung, Telekom startet

Die Deutsche Telekom plant, 2025 erste Kupfernetze abzuschalten, doch wichtige Rahmenbedingungen fehlen. Der Bundesverband Breitbandkommunikation fordert von der Bundesnetzagentur und dem Digitalministerium schnelles Handeln.
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Countdown für das Kupfernetz läuft

Der Übergang zur Glasfaser-Infrastruktur steht damit auf dem Spiel. Das Ende der Kupferära in der deutschen Telekommunikation rückt näher, zumindest, wenn man den Plänen der Telekom vertraut. Ab 2025 plant die Telekom erste Anträge zur Abschaltung ihres Kupfernetzes zu stellen, denn die ersten Pilotprojekte diesbezüglich sind bereits abgeschlossen.

Doch die Branche sieht derzeit noch erheblichen Klärungsbedarf, bevor der Umstieg auf die Glasfaser-Infrastruktur beginnen kann - und den Kunden geht es ebenso.


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Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) mahnt zur Eile: Bundesnetzagentur und Bundesdigitalministerium müssten ihre Konzepte für die Kupferabschaltung zügig finalisieren. Nur so könne ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden, wenn die Telekom im kommenden Jahr mit ersten Abschaltanträgen für ihre Glasfaser-Ausbaugebiete beginnt.

Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) befürchten viele Marktteilnehmer eine Verzögerungstaktik der Telekom. Eine vom RND zitierte Studie des Anga-Verbandes deutet darauf hin, dass der ehemalige Monopolist die Abschaltung über Jahre strecken und damit den Glasfaserausbau der Konkurrenz verlangsamen könnte.

Der Konzern würde demnach erst dann freiwillig abschalten, wenn die Auslastung des Kupfernetzes unter 20 Prozent sinkt. Infografik Breitband: So zufrieden sind die Deutschen mit ihrem InternetBreitband: So zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Internet

Verbraucher im Mittelpunkt

Für einen erfolgreichen Start der Migration sieht der BREKO die Bundesnetzagentur in der Pflicht. Sie müsse ein für Anfang 2025 geplantes Projekt der Deutschen Glasfaser aktiv begleiten. Dabei steht vor allem die umfassende Information der Verbraucher im Vordergrund.

Die direkte Ansprache an der Haustür ist hierfür genauso unverzichtbar wie eine frühzeitige Einbindung der Kommunen
Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO)
Nur so hätten die Kunden ausreichend Zeit, sich auf die Umstellung einzustellen und neue Anbieter zu finden.

Kostenvorteil durch Glasfaser?

Der Wechsel zur Glasfaser muss für Verbraucher nicht teurer werden. Der Anga-Verband weist in einem Schreiben an die Bundesnetzagentur darauf hin, dass Glasfaser- und Kabelnetze preislich bereits heute unter vergleichbaren DSL-Produkten liegen. Durch den zunehmenden Wettbewerb könnten die Preise für Glasfaser-Internet weiter sinken, prognostiziert der Verband. Dies würde den Übergang für viele Kunden attraktiver machen.

Klare Regeln gefordert

Vodafone-Deutschland-Chef Marcel de Groot fordert eindeutige Vorgaben von der Politik:

Das Ende des Kupfernetzes ist alternativlos und Deutschlands große Chance für die Breitbandwende. Wir brauchen jetzt einen Fahrplan mit klaren Regeln.
Marcel de Groot, Vodafone-Deutschland-Chef
Ein von Vodafone in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, dass die Bundesnetzagentur nicht nur eingreifen darf, sondern muss. Sie sei verpflichtet, Verwaltungsvorschriften zu erlassen, wenn eine wesentliche und allgemeine Marktbedeutung vorliege - was bei der Kupferabschaltung der Fall sei.

Was denkt ihr über den anstehenden Wechsel von Kupfer zu Glasfaser? Welche Erfahrungen habt ihr bereits mit Glasfaser-Internet gemacht? Teilt eure Einschätzungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Telekom plant ab 2025 Kupfernetzabschaltung
  • BREKO fordert schnelles Handeln von Behörden
  • Befürchtungen einer Verzögerungstaktik der Telekom
  • Bundesnetzagentur soll Glasfaser-Projekt begleiten
  • Umfassende Verbraucherinformation wichtig
  • Glasfaser könnte preislich attraktiver als DSL werden
  • Vodafone fordert klare Regeln für Breitbandwende

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