GreenSKU: Microsoft baut neue Server aus Abfall-Komponenten

Rechenzentren-Betreiber verbrauchen nicht nur große Mengen Strom, sondern erzeugen auch riesige Mengen Elektroschrott. Ein neues Microsoft-Konzept soll dieses Problem zukünftig mildern, indem Server-Komponenten einem zweiten Leben zugeführt werden.
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Viele Bauteile noch in Ordnung

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Carnegie Mellon University und der University of Washington haben Microsoft-Ingenieure jetzt Prototypen von sogenannten "GreenSKU"-Servern entwickelt, die den ökologischen Fußabdruck reduzieren sollen. Diese werden aus den Komponenten ausrangierter Server zusammengesetzt, wie das Magazin IEEE Spectrum berichtet.

Ziel ist es, diese Bauteile wiederzuverwenden, ohne die Leistungsanforderungen zu beeinträchtigen. Dies ist besonders relevant, da aktuell oft komplette Server entsorgt werden, selbst wenn nur einzelne Komponenten defekt oder ineffizient geworden sind. Das ist in der Regel billiger, als einzelne Bauteile in einem Gerät auszutauschen.


Die Wiederverwendung älterer Komponenten bringt technische Herausforderungen mit sich. So müssen die Bauteile natürlich möglichst gut aufeinander abgestimmt verbaut werden. Ältere RAM-Module wie DDR4 und DDR5 verursachen außerdem eine höhere Latenz und geringere Bandbreiten. Dies wurde durch Memory Pooling abgemildert. Ähnlich verhielt es sich mit SSDs, deren geringere Lese- und Schreibgeschwindigkeit durch eine RAID-Konfiguration kompensiert wurde.

Auch die in den GreenSKU eingesetzten AMD-Bergamo-Prozessoren sind zwar energieeffizient, besitzen jedoch eine niedrigere Frequenz und kleinere Caches als neuere Chips. Dies beeinträchtigt die Leistung bei bestimmten Anwendungen, lässt sich jedoch in vielen Fällen durch den optimierten Gesamtaufbau der Server ausgleichen.

Erhebliche Einsparungen

Eine der Grundlagen für die Entwicklung sind unter anderem auch Untersuchungen, die zeigen, dass Cloud-Infrastrukturen nicht zwangsläufig immer mit den neuesten Servern ausgestattet sein müssen, um effizient zu sein. In so manchen Anwendungsbereichen liefern die Zweite-Hand-Geräte für den Kunden die gleiche Leistung.

Berechnungen auf Basis der Prototypen zeigen, dass das Konzept in der Lage ist, unter anderem die CO2-Emissionen über den Lebenszyklus der Server hinweg um rund 8 Prozent zu reduzieren. Angesichts des recht großen Fußabdrucks der Cloud-Datenzentren wäre dies durchaus eine beträchtliche Menge. Hinzu kommen natürlich noch die Einsparungen beim Rohstoffverbrauch, die durch die Wiederverwertung erreicht werden.

Zusammenfassung
  • Microsoft entwickelt 'GreenSKU'-Server aus Komponenten alter Geräte
  • Ziel: Wiederverwendung von Bauteilen ohne Leistungseinbußen
  • Technische Herausforderungen durch Memory Pooling und RAID gelöst
  • AMD-Bergamo-Prozessoren: energieeffizient, aber mit geringerer Leistung
  • Zweite-Hand-Geräte liefern in manchen Bereichen gleiche Leistung
  • CO2-Emissionen können um etwa 8 Prozent reduziert werden
  • Das Konzept spart Rohstoffe und verringert den ökologischen Fußabdruck

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