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Sellafield: Briten fliegen Rückbau-Kosten der Atom-Anlage um die Ohren
Bei der Bewertung der Kernenergie-Nutzung geht es meist um den Bau der teuren Anlagen und das weitgehend ungelöste Problem mit dem Atommüll. Ein weiterer gravierender Kostenfaktor ist allerdings auch der Rückbau alter Anlagen - das zeigt sich in Großbritannien eindrucksvoll.
Die Anlage Sellafield, die als Europas größte und gefährlichste Atommülllagerstätte gilt, ist eine Ansammlung alter Gebäude, die ursprünglich nicht für die langfristige Lagerung von radioaktivem Abfall konzipiert wurden. Hier wird seit Jahrzehnten nuklearer Abfall aus der Stromproduktion und von Atomwaffenprogrammen gelagert. Zudem hat Sellafield Abfall aus Ländern wie Italien und Schweden aufgenommen und beherbergt den weltweit größten Vorrat an Plutonium.
Die veranschlagten Kosten für die Stilllegung des Geländes, zu dem auch ehemalige Kernreaktoren und Wiederaufbereitungsanlagen gehören, sind seit 2019 um 18,8 Prozent gestiegen. Die endgültige Beseitigung des Atommülls und der Abriss der Gebäude werden sich voraussichtlich bis zum Jahr 2125 hinziehen. Die Planungen zur Endlagerung des Abfalls, die ursprünglich bis 2040 abgeschlossen sein sollten, verzögern sich um mindestens ein Jahrzehnt. Diese Verzögerungen erhöhen die Kosten um schätzungsweise 600 bis 900 Millionen Euro pro Jahrzehnt.
Sellafield wird von der Nuclear Decommissioning Authority (NDA) verwaltet, einer staatlichen Behörde, die aus Steuermitteln finanziert wird. Die NDA schätzt, dass die Gesamtkosten für die Stilllegung zwischen 140 und 300 Milliarden Euro liegen könnten, je nachdem, wie lange und komplex der Prozess verläuft.
Neben den finanziellen Herausforderungen kritisiert der Bericht auch die Cybersicherheitsmaßnahmen, die als unzureichend eingestuft wurden. Das Betreiberunternehmen wurde im Oktober 2023 mit einer Geldstrafe belegt. Trotz der Fortschritte in einigen Bereichen bemängelt der Leiter des NAO, Gareth Davies, dass Sellafield weiterhin nicht genügend Wert für die Investitionen bietet. Verzögerungen und Kostensteigerungen würden die Risiken verlängern und die Gesamtkosten weiter in die Höhe treiben.
Siehe auch:
Eine teure Ewigkeit
Die Kosten für die Stilllegung der Atommülllagerstätte Sellafield an der Küste von Cumbria sollen laut einem Bericht des britischen Rechnungshofs NAO auf 163 Milliarden Euro steigen. Das Projekt, das seit Jahren mit Verzögerungen und Budgetüberschreitungen kämpft, kann demnach nicht ausreichend nachweisen, dass es den Steuerzahlern einen angemessenen Gegenwert bietet - das führt zunehmend zu Spannungen mit dem britischen Finanzministerium, wie der Guardian berichtet.Die Anlage Sellafield, die als Europas größte und gefährlichste Atommülllagerstätte gilt, ist eine Ansammlung alter Gebäude, die ursprünglich nicht für die langfristige Lagerung von radioaktivem Abfall konzipiert wurden. Hier wird seit Jahrzehnten nuklearer Abfall aus der Stromproduktion und von Atomwaffenprogrammen gelagert. Zudem hat Sellafield Abfall aus Ländern wie Italien und Schweden aufgenommen und beherbergt den weltweit größten Vorrat an Plutonium.
Die veranschlagten Kosten für die Stilllegung des Geländes, zu dem auch ehemalige Kernreaktoren und Wiederaufbereitungsanlagen gehören, sind seit 2019 um 18,8 Prozent gestiegen. Die endgültige Beseitigung des Atommülls und der Abriss der Gebäude werden sich voraussichtlich bis zum Jahr 2125 hinziehen. Die Planungen zur Endlagerung des Abfalls, die ursprünglich bis 2040 abgeschlossen sein sollten, verzögern sich um mindestens ein Jahrzehnt. Diese Verzögerungen erhöhen die Kosten um schätzungsweise 600 bis 900 Millionen Euro pro Jahrzehnt.
Sellafield wird von der Nuclear Decommissioning Authority (NDA) verwaltet, einer staatlichen Behörde, die aus Steuermitteln finanziert wird. Die NDA schätzt, dass die Gesamtkosten für die Stilllegung zwischen 140 und 300 Milliarden Euro liegen könnten, je nachdem, wie lange und komplex der Prozess verläuft.
IT-Sicherheit unzureichend
Ein großes Problem stellt die Verzögerung bei der Sanierung von drei der gefährlichsten Lagerstätten dar. Ein Teich, der kontaminiertes Wasser verliert, sollte ursprünglich bis 2046 geräumt sein, jedoch verschiebt sich dieser Termin nun auf 2059. Die fortlaufende Leckage könnte noch bis 2050 andauern, was zusätzliche Risiken und Kosten mit sich bringt.Neben den finanziellen Herausforderungen kritisiert der Bericht auch die Cybersicherheitsmaßnahmen, die als unzureichend eingestuft wurden. Das Betreiberunternehmen wurde im Oktober 2023 mit einer Geldstrafe belegt. Trotz der Fortschritte in einigen Bereichen bemängelt der Leiter des NAO, Gareth Davies, dass Sellafield weiterhin nicht genügend Wert für die Investitionen bietet. Verzögerungen und Kostensteigerungen würden die Risiken verlängern und die Gesamtkosten weiter in die Höhe treiben.
Zusammenfassung
- Stilllegungskosten für Atommülllagerstätte Sellafield steigen auf 163 Mrd. Euro
- Das Projekt kann keinen angemessenen Gegenwert für Steuerzahler nachweisen
- Sellafield gilt als Europas größte und gefährlichste Atommülllagerstätte
- Endgültige Beseitigung des Atommülls wird sich bis zum Jahr 2125 hinziehen
- Gesamtkosten für Stilllegung könnten zwischen 140 und 300 Mrd. Euro liegen
- Verzögerungen bei Sanierung gefährlicher Lagerstätten erhöhen Risiken
- Cybersicherheitsmaßnahmen wurden als unzureichend eingestuft
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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