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Gericht ordnet an, dass Google Sideloaded-Android-Apps löschen muss

Ein argentinisches Gericht geht mit hart gegen den illegalen Streaming-Dienst MagisTV vor. Neben Websperren und Verhaftungen wurde Google angewiesen, bereits installierte Apps zu löschen. Das Besondere daran: Dabei handelt es sich nicht um Anwendungen aus dem Play Store.
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Argentinien setzt Maßstäbe im Piraterie-Kampf

In Argentinien eskaliert der Kampf gegen illegale Streaming-Dienste. Ein Gericht in San Isidro, einem Vorort von Buenos Aires, hat weitreichende Maßnahmen gegen den Anbieter MagisTV angeordnet. Neben der Sperrung von 69 Domains soll Google die MagisTV-App von allen Android-Geräten in Argentinien entfernen - selbst wenn Nutzer sie manuell per Sideloading installiert haben. Anders kann man diese allerdings auch nicht auf das Smartphone bekommen, da MagisTV nicht via Play Store verfügbar ist.

Staatsanwalt Alejandro Musso bezeichnete die Anordnung als "beispiellos". Sie erfolgte im Rahmen der "Operation 404", die in Brasilien ihren Ursprung hat. MagisTV gilt als einer der größten Anbieter illegaler Streams in Lateinamerika. Laut Musso bietet der Dienst "absolut alle bezahlten Inhalte aller Plattformen" illegal an. Die Behörden gehen hart gegen App und Hinterleute vor. Drei Personen wurden in Argentinien verhaftet, bei Razzien beschlagnahmte die Polizei zudem Hunderte TV-Boxen mit vorinstallierter MagisTV-App.

Googles heikle Aufgabe

Besonders brisant ist die Anordnung an Google. Der Konzern soll die MagisTV-App (Dateiname: magis_mobile_v6.5.2.apk) von allen Android-Geräten mit argentinischer IP-Adresse "sofort deinstallieren". Dies betrifft auch Apps, die Nutzer selbst installiert haben. Staatsanwalt Musso erklärte:

Was erreicht wurde, ist eine beispiellose Gerichtsanordnung, die von Google geprüft wird - wir gehen davon aus, dass sie sie nicht ablehnen können - nämlich die Anwendung über das Android-Betriebssystem-Update auf allen Geräten mit einer IP-Adresse in Argentinien zu deinstallieren.
Alejandro Musso, Staatsanwalt
Diese Maßnahme ist nicht völlig neu. Die spanische Fußballliga LaLiga fordert seit Längerem die Fernlöschung von Piraterie-Apps.

Weitreichende Konsequenzen

Der Fall könnte Signalwirkung haben. Staatsanwalt Musso geht davon aus, dass viele Länder dem argentinischen Beispiel folgen werden. Für Google stellt die Anordnung eine heikle Situation dar. Das Unternehmen muss zwischen dem Schutz geistigen Eigentums bzw. einer gerichtlichen Anordnung und der Wahrung der Privatsphäre seiner Nutzer abwägen - ein Statement des Konzerns dazu liegt bislang nicht vor.

Die Ermittlungen gehen auf eine Beschwerde der Anti-Piraterie-Allianz Alianza zurück. Diese vertritt Unternehmen wie Direct TV, Disney und Warner Bros. Discovery. MagisTV soll seit über zehn Jahren aktiv sein und 55 Millionen Aufrufe generiert haben.

Wie die Buenos Aires Times berichtet (via TorrentFreak), kostete in Argentinien eine Android-basierte Set-Top-Box mit vorinstalliertem MagisTV-Dienst etwa 50 US-Dollar.

Zusammenfassung
  • Argentinisches Gericht fordert Google zur Löschung von MagisTV-Apps auf
  • Maßnahme betrifft auch manuell installierte Apps auf Android-Geräten
  • Staatsanwalt Musso nennt Gerichtsanordnung beispiellos
  • 69 Domains von MagisTV wurden gesperrt, drei Personen verhaftet
  • Die Aktion ist Teil der Operation 404, die in Brasilien begann
  • MagisTV bot bezahlte Inhalte illegal an und war seit zehn Jahren aktiv
  • Google muss zwischen geistigem Eigentumsschutz und Nutzerprivatsphäre abwägen

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