Filesharing: Studie entlarvt Schwächen von Anti-Piraterie-Drohungen

Eine neue Studie aus Spanien zeigt, dass Drohungen gegen Online-Piraten weit­gehend wirkungslos sind. Stattdessen könnten Streaming-Dienste mit Rabatten und positiven Botschaften mehr Erfolg haben. Die Ergebnisse stellen bisherige Anti-Piraterie-Strategien infrage.
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Alte Strategie verfehlt ihr Ziel

Die Filmindustrie setzt seit Jahren auf Abschreckung im Kampf gegen illegales Streaming und Downloads. Doch eine aktuelle Studie der autonomen Universität Madrid legt nahe: Diese Strategie verfehlt ihr Ziel nahezu vollständig. Die Forscher Ignacio Redondo und Diana Serrano untersuchten, wie sich verschiedene Anreize auf die Bereitschaft auswirken, ein kostenpflichtiges Streaming-Abo abzuschließen, wie TorrentFreak berichtet.

Ein zentrales Ergebnis: Selbst wenn Nutzer illegaler Angebote Drohungen für glaubwürdig hielten und Strafen befürchteten, erhöhte dies nicht ihre Bereitschaft, legale Dienste zu abonnieren. Die Forscher vermuten zwei mögliche Gründe:


  • Drohungen schrecken zwar von der Piraterie ab, motivieren aber gleichzeitig nicht zum Bezahlen
  • Besonders aggressive Botschaften könnten nach hinten losgehen und Trotzreaktionen hervorrufen

Positive Anreize statt Angstmacherei

Stattdessen empfehlen die Wissenschaftler, auf positive Anreize zu setzen: Gestaffelte Rabattmodelle, bei denen Nutzer zwischen werbefinanzierten und werbefreien Tarifen wählen können, kamen bei den Befragten gut an. Auch Treuerabatte für Langzeitabonnenten erwiesen sich als effektiv.

Laut TorrentFreak zeigt sich die Unterhaltungsindustrie bisher wenig lernfähig. Aktuell läuft in Dänemark eine Kampagne, die erneut auf Abschreckung setzt und Verbindungen zwischen Streaming-Piraterie und organisierter Kriminalität suggeriert. Ob dieser Ansatz Erfolg haben wird, ist nach den neuen Erkenntnissen mehr als fraglich.

Historischer Rückblick

Die aktuelle dänische Kampagne erinnert an die berüchtigte deutsche Aktion "Raubkopierer sind Verbrecher" aus den 2000er-Jahren. Damals sorgten düstere Szenen wie eine vor dem Gefängnis singende Familie für Spott statt Einsicht bei vielen Nutzern.

Zusammenfassung
  • Studie aus Spanien zeigt, Drohungen gegen Piraten sind wirkungslos
  • Streaming-Dienste sollten mit Rabatten und positiven Anreizen arbeiten
  • Abschreckungsstrategien der Filmindustrie erreichen nicht ihr Ziel
  • Glaubwürdige Drohungen erhöhen nicht die Bereitschaft für legale Abos
  • Gestaffelte Rabattmodelle und Treuerabatte sind bei Nutzern beliebt
  • Dänische Kampagne setzt trotz neuer Erkenntnisse auf Abschreckung
  • Erinnerungen an deutsche Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher"

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