Europäische Fußballligen: X ist "Heimat der Social Media-Piraterie"

Twitter war bis zur Übernahme durch Elon Musk eine Plattform, die zwar mit dem Finanziellen zu kämpfen hatte, aber auf der das Urheberrecht geachtet wurde. Das hat sich mit den jüngsten Änderungen geändert. Seither herrscht rechtliches Chaos und das missfällt UEFA und Co.
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"Meinungsfreiheit" oder nur Überforderung?

Der Tesla- und Twitter/X-Chef hat bereits kurz nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes erklärt, dass der Social-Media-Dienst sich die Meinungsfreiheit als oberstes Credo auf die Fahnen schreibt. Das hatte zur Folge, dass viele bisher gesperrte Konten wieder freigegeben wurden. Doch auch mehr: Denn X hat sich auch der Pornografie geöffnet, denn auch derartige Inhalte können mehr oder weniger frei geteilt werden.

Die neue "Freiheit" auf Twitter hat allerdings auch damit zu tun, dass das Unternehmen kurz nach der Übernahme viele Mitarbeiter entlassen hat und aktuell schlichtweg nicht mehr alles kontrollieren kann. Das macht X auch zum Paradies für illegales Filesharing, da auf dem Dienst mittlerweile ohne viele Hemmungen illegale Streams geteilt werden.

Wie AP (via TorrentFreak) berichtet, hat das nun zahlreiche europäischen Fußballgrößen auf den Plan gerufen: Denn UEFA sowie eine ganze Reihe an nationalen Verbänden, darunter die Bundesliga, Premier League, La Liga und Serie A haben sich, unterstützt von großen Medien wie Sky und Dazn, an X gewandt und verlangen, dass das Netzwerk besser gegen illegale Sportinhalte vorgeht.


"Inakzeptable Situation"

Dabei ist die Wortwahl nicht gerade zurückhaltend: Die Unterzeichner schreiben, dass sie "X unverzüglich auf seine anhaltenden Versäumnisse im Kampf gegen die Verfügbarkeit rechtswidriger Inhalte auf seiner Plattform aufmerksam machen" wollen. Sie fordern "dringend ein Treffen mit Vertretern von X, um diese inakzeptable Situation zu klären".

Weiter heißt es: "Der Ansatz von X, die ihm gemeldeten rechtswidrigen Live-Inhalte zu löschen, ist völlig unzureichend und unangemessen. Dies macht unsere jeweiligen intensiven Bemühungen, dieses Problem anzugehen, äußerst ineffizient. Kritisch anzumerken ist, dass wir seit der Übernahme der Plattform einen demoralisierenden Abbau des technischen Supports erlebt haben, was es immer schwieriger macht, mit der Plattform in eine sinnvolle Diskussion über dieses Thema einzutreten."

Man führt das weiter und auch in aller Schärfe aus, letztlich kommen die Unterzeichner zum Fazit, dass "X zunehmend zur Heimat der illegalen Social-Media-Piraterie" werde.

Zusammenfassung
  • Twitter hatte vor Musks Übernahme finanzielle Probleme, achtete aber auf Urheberrecht
  • Musk betont Meinungsfreiheit, öffnet Twitter für zuvor gesperrte Konten und Pornografie
  • Massenentlassungen bei Twitter führen zu Kontrollverlust und vermehrtem illegalen Filesharing
  • UEFA und Fußballverbände fordern von Twitter härteres Vorgehen gegen illegale Sportinhalte
  • Europäische Fußballgrößen kritisieren unzureichende Löschpraxis von rechtswidrigen Inhalten
  • Technischer Support bei Twitter hat seit der Übernahme stark nachgelassen
  • Twitter wird als Plattform für illegale Social-Media-Piraterie kritisiert

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