Leichtes Spiel für Diebe:
Sicherheitslücke bei Autos mit Keyless Go

Der ADAC warnt vor einer gravierenden Sicherheitslücke bei Autos mit Keyless-Go-System. Diebe können die Funkwellen des Schlüssels ver­län­gern und Fahrzeuge in Sekunden öffnen. Nur wenige Modelle sind ge­schützt. Welche Maßnahmen Autobesitzer ergreifen können.
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Komfortabel, aber unsicher

Der ADAC schlägt Alarm: Die meisten Autos mit Keyless-Go-System sind deutlich leichter zu stehlen als Fahrzeuge mit herkömmlichen Funkschlüsseln. Bei Tests von knapp 700 Fahrzeugen konnten fast alle problemlos geöffnet und weggefahren werden. Nur etwa neun Prozent der überprüften Modelle waren besser vor Diebstahl geschützt.

Das Keyless-Go-System ermöglicht es, Autos ohne aktive Schlüsselbenutzung zu öffnen und zu starten. Diebe nutzen jedoch eine weitverbreitete Sicherheitslücke aus: Mit speziellen Geräten können sie die Funkwellen des Schlüssels um hunderte Meter verlängern. So lässt sich das Auto in Sekundenschnelle öffnen und starten, selbst wenn der echte Schlüssel weit entfernt ist.

Die Diebe gehen dabei überwiegend arbeitsteilig vor. Einer versucht, das Funksignal des Fahrzeugschlüssels aufzunehmen, während ein Komplize am Auto steht und es mit einem Empfängergerät öffnet. Besonders gefährdet sind Fahrzeuge vor Einfamilien- und Reihenhäusern. Oft sind organisierte Banden für solche Diebstähle verantwortlich.


UWB-Technik als Lösung

Eine vielversprechende Lösung bietet die Ultra-Wide-Band-Technik (UWB). Fahrzeuge mit UWB-Ausstattung konnten vom ADAC bisher weder geöffnet noch weggefahren werden. Diese Technologie ermöglicht eine präzise Messung der Signallaufzeiten, wodurch die Entfernung des Schlüssels genau bestimmt werden kann. Eine Verstärkung des Schlüsselsignals durch Repeater wird erkannt und die Entriegelung verhindert.

Die Jaguar Land Rover Ltd. war 2018 der erste Hersteller, der diese Technologie in neue Modelle einbaute. Seit 2019 setzen auch andere Marken wie Audi, Volkswagen, Skoda und BMW zunehmend auf UWB-geschützte Systeme. Der ADAC fordert, dass alle neuen Automodelle mit Keyless-Schließsystem zeitgemäß gegen Autodiebstahl gesichert sein müssen.

Schutzmaßnahmen für Autobesitzer

Autobesitzer können laut ADAC verschiedene Vorkehrungen treffen, um sich vor Keyless-Go-Diebstählen zu schützen.

  • Einfach abschalten: Deaktivierung des Keyless-Systems, falls möglich
  • Besser als Alufolie: Aufbewahrung des Schlüssels in einer Metalldose oder einem abschirmenden Etui
  • Zuhause darauf achten: Vermeidung der Schlüsselaufbewahrung in der Nähe von Außentüren oder Fenstern
  • Doppelt sicher: Abstellen des Fahrzeugs in einer verschlossenen Garage

Es ist wichtig zu beachten, dass einige Schutzmaßnahmen, wie das Einwickeln des Schlüssels in Alufolie, nicht immer zuverlässig funktionieren. Autobesitzer sollten die Wirksamkeit solcher Methoden am eigenen Fahrzeug testen.

Interessante Randnotiz: Das erste schlüssellose Zugangssystem wurde bereits 1980 von Renault eingeführt. Damals noch mit einer Magnetkarte, die man an die Windschutzscheibe halten musste. Die heutigen Keyless-Go-Systeme, die auf Funkwellen basieren, kamen erst Anfang der 2000er-Jahre auf den Markt.

Was haltet ihr von dieser Sicherheitslücke bei Keyless-Go-Systemen? Habt ihr selbst Erfahrungen damit gemacht oder kennt jemanden, der betroffen war? Teilt eure Gedanken und Erlebnisse in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • ADAC warnt vor Sicherheitslücken bei Keyless-Go-Systemen
  • Die meisten Fahrzeuge mit Keyless-Go leicht zu stehlen
  • Diebe verlängern Funkwellen, öffnen Autos in Sekunden
  • Ultra-Wide-Band-Technik schützt effektiv vor Diebstahl
  • Jaguar Land Rover Ltd. führte UWB 2018 als Erster ein
  • ADAC empfiehlt, Keyless-Systeme zu deaktivieren
  • Schlüssel sollten in Metalldosen aufbewahrt werden

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