Ørsted: Bau der größten E-Fuel-Fabrik Europas wurde gestoppt
Der Windstrom-Konzern Ørsted wollte die größte europäische E-Fuel-Produktionsanlage bauen, um die Strom-Überschüsse aus seinen Windparks nutzen zu können. Das Projekt mit der Bezeichnung "Flagship-One" wurde nun aber aufgegeben.
Nun aber wurde kurzfristig die Reißleine gezogen. "Der Markt für flüssige E-Kraftstoffe in Europa entwickelt sich langsamer als erwartet, und wir haben die strategische Entscheidung getroffen, unsere Bemühungen auf diesem Markt zurückzustellen und die Entwicklung von Flagship-One zu beenden", sagte Vorstandschef Mads Nipper laut eines Berichts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Es ist keineswegs so, dass man bei dem Thema komplett in die falsche Richtung gegangen wäre. Allerdings habe man aufgrund der langsamen Marktentwicklung keine längerfristigen Verträge zu akzeptablen Preisen abschließen können. Es drohte also die Gefahr, dass die Investition ein wirtschaftliches Fiasko wird.
Ørsted ist auch nicht das einzige Unternehmen, das einen Rückzieher bei "grünen" Treibstoffen macht. Auch Shell gab kürzlich bekannt, ein Projekt zur Herstellung von 800.000 Tonnen Bio-Kerosin und Bio-Diesel aus Pflanzen und Abfällen zu pausieren, das in Rotterdam entstehen sollte.
Siehe auch:
Das Aus kurz vor dem Start
Laut den Planungen sollte die Anlage bereits ab dem Jahr 2025 aus Wasser und Kohlendioxid unter Verwendung von Windstrom grünes Methanol synthetisieren. Die Kapazität war auf eine Jahresproduktion von zunächst 55.000 Tonnen ausgelegt. Die Investitionen dafür waren seitens des dänischen Konzerns auch schon fest beschlossen, zusätzlich standen auch andere Geldgeber wie Breakthrough Energy des Microsoft-Gründers Bill Gates in den Startlöchern.Nun aber wurde kurzfristig die Reißleine gezogen. "Der Markt für flüssige E-Kraftstoffe in Europa entwickelt sich langsamer als erwartet, und wir haben die strategische Entscheidung getroffen, unsere Bemühungen auf diesem Markt zurückzustellen und die Entwicklung von Flagship-One zu beenden", sagte Vorstandschef Mads Nipper laut eines Berichts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Es ist keineswegs so, dass man bei dem Thema komplett in die falsche Richtung gegangen wäre. Allerdings habe man aufgrund der langsamen Marktentwicklung keine längerfristigen Verträge zu akzeptablen Preisen abschließen können. Es drohte also die Gefahr, dass die Investition ein wirtschaftliches Fiasko wird.
Auch Shell zieht zurück
Ørsted hatte mit dem Kraftstoff auch nicht den Autosektor im Blick, auf dem E-Fuels ohnehin keine nennenswerte Rolle spielen werden. Vielmehr wollte man einen Energieträger für die Schifffahrt und die Industrie bereitstellen. Die Transformationen hin zu klimafreundlicheren Technologien findet in diesen Bereichen aber viel zu zögerlich statt. Ob man die Sache vielleicht später noch einmal aufgreift, ist noch unklar.Ørsted ist auch nicht das einzige Unternehmen, das einen Rückzieher bei "grünen" Treibstoffen macht. Auch Shell gab kürzlich bekannt, ein Projekt zur Herstellung von 800.000 Tonnen Bio-Kerosin und Bio-Diesel aus Pflanzen und Abfällen zu pausieren, das in Rotterdam entstehen sollte.
Zusammenfassung
- Ørsted stoppt Bau der E-Fuel-Anlage "Flagship-One"
- Anlage sollte ab 2025 grünes Methanol produzieren
- Geplante Jahreskapazität lag bei 55.000 Tonnen
- Investoren wie Bill Gates waren beteiligt
- Markt für E-Kraftstoffe entwickelt sich zu langsam
- Keine wirtschaftlichen Langzeitverträge möglich
- Projektziel war Einsatz in Schifffahrt und Industrie
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Christian Kahle
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