Entwarnung? - Milchstraße und Andromeda kollidieren vielleicht nicht

Astronomen haben mit neuesten Computersimulationen eine weitere vermeintliche Tatsache ins Wanken gebracht: Unsere Milchstraße wird vielleicht doch nicht mit der benachbarten Andromeda-Galaxie kollidieren.
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Schwierige Weg-Bestimmung

Die Milchstraße und Andromeda bewegen sich gemäß den Messungen aufeinander zu. Im Grunde hatte sich daraufhin die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die beiden Galaxien in einigen Milliarden Jahren treffen und später komplett miteinander zu einer großen elliptischen Galaxie verschmelzen.

Über längere Zeit wusste man zwar von der Annäherung, konnte jedoch wenig zu der Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes sagen. Denn es kann auch sein, dass die Bewegungsvektoren so verlaufen, dass die Galaxien nur aneinander vorbeifliegen. Immerhin haben wir keinen Blick von Außen auf die Sache. Erst Aufnahmen des Hubble-Teleskops, mit denen sich die Geschwindigkeiten und Bewegungsvektoren besser eingrenzen ließen, stützten die Kollisions-These.

Simulation einer Kollision zwischen Milchstraße und Andromeda

Nun aber haben Forscher von der Universität Helsinki die neuesten Schätzungen zu den Massen der vier größten Galaxien in der Lokalen Gruppe herangezogen. Zunächst führten sie die Simulation nur mit der Milchstraße und Andromeda durch und stellten fest, dass diese in etwas weniger als der Hälfte der Fälle verschmolzen - eine geringere Wahrscheinlichkeit als bei anderen aktuellen Schätzungen. Als sie den Effekt der Triangulum-Galaxie, der drittgrößten Galaxie der lokalen Gruppe, berücksichtigten, stieg die Verschmelzungswahrscheinlichkeit auf etwa zwei Drittel.

Chancen variieren stark

Aber mit der Einbeziehung der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße, die die viertgrößte in der lokalen Gruppe ist, sanken diese Chancen wieder auf um die 50 Prozent. Und wenn es zu dem kosmischen Zusammenstoß kommt, wird es noch etwa 8 Milliarden Jahre dauern. "Allem Anschein nach sind die Ankündigungen des bevorstehenden Untergangs unserer Galaxie stark übertrieben", schreiben die Forscher.

Schon unser Sonnensystem wird das Ereignis entsprechend nicht mehr miterleben - was bis dahin aus der Menschheit geworden ist, lässt sich erst recht nicht sagen. Sollte es zu einer Kollision kommen, wäre dies auch kaum Gefährlich für Bewohner verschiedener Sternensysteme. Denn die Abstände zwischen den Sternen sind so groß, dass die Objekte beider Galaxien ausschließlich über relativ problemlose Gravitationseffekte miteinander wechselwirken - echte Zusammenstöße zwischen Sternen oder anderen Objekten sind sehr unwahrscheinlich.

Zusammenfassung
  • Neue Simulationen zweifeln Kollision von Milchstraße und Andromeda an
  • Milchstraße und Andromeda könnten aneinander vorbeifliegen
  • Hubble-Teleskopdaten unterstützten früher die Kollisionshypothese
  • Universität Helsinki nutzt aktuelle Massenschätzungen für Simulationen
  • Einbezug der Triangulum-Galaxie erhöht Verschmelzungswahrscheinlichkeit
  • Große Magellansche Wolke senkt Kollisionschancen wieder auf 50 Prozent
  • Eventuelle Kollision findet in etwa 8 Milliarden Jahren statt
  • Zusammenstoß wäre für Sternensysteme relativ ungefährlich

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