Ryanair: Wer die App nicht nutzt, darf bald nicht mehr mitfliegen

Die irische Fluggesellschaft ist seit jeher für radikale Maßnahmen bekannt, wenn es darum geht, Kosten einzusparen. Deswegen wird nun auch die Nutzung der konzerneigenen App zur Pflicht für alle Passagiere, die mitfliegen wollen. Wer kein Smartphone besitzt, bleibt am Boden.

Ryanair mit radikalem Vorgehen

Immer wieder sorgen Ideen und Vorstöße von Ryanair-CEO Michael O'Leary für Aufsehen. Sei es der Plan, kostenpflichtige Erotikfilme im Flugzeug zu zeigen oder die Einführung des Gesichtserkennungs-Zwangs. Wegen letzterem wird die Fluggesellschaft nach einer Klage übrigens gerade von Datenschutzbehörden unter die Lupe genommen.

App-Zwang kommt 2025

Bei der neuesten Idee der Fluggesellschaft ist es bisher nicht ganz so weit. Denn wie Dublin Live berichtet, ließ O'Leary erst vor einigen Tagen wissen, man plane, das Nutzen der Ryanair-App im Verlauf des nächsten Jahres zur Pflicht zu machen. Ein Check-in soll dann nur noch per Smartphone möglich sein. Wer lieber am Schalter eincheckt oder kein entsprechendes Handy besitzt, muss künftig auf eine andere Fluggesellschaft umsteigen.


Auf diesem Weg soll Personal und weitere Kosten für das Unterhalten der Schalter an Flughäfen eingespart werden. Immerhin nutzen momentan schon 60 Prozent der Fluggäste von Ryanair die App. Gegen Ende des Jahres sollen es 80 Prozent sein, so O'Leary. Der Zeitplan sieht vor, dass nach Ostern 2025 nichts mehr ohne ein Smartphone geht.

Es wird wahrscheinlich im April oder Mai nächsten Jahres sein, nach Ostern. Ich denke, ab Mai nächsten Jahres wird es zu 100 Prozent die App sein.
Michael O'Leary, CEO Ryanair

Selbstsicherer CEO

Dabei ist der Chef der Fluggesellschaft selbst kein Fan der App. "Ich habe gezögert, die App zu benutzen, weil ich Angst davor habe, ohne ein Stück Papier einen Flug zu besteigen", sagte er.

Den Passagieren dürfte das aber nichts nützen. O'Leary ist sich zumindest sicher, dass er kaum Kunden verlieren wird, auch wenn er damit rechnet, dass sich etliche lautstark beschweren werden. "Die Kunden, die ein Stück Papier wollen, sind dieselben, die bei der ersten Umstellung auf das Internet nicht umsteigen wollten, dann aber die ersten waren, die wegen der günstigeren Flugpreise ins Internet wechselten", so der Ryanair-Chef.

Sollte übrigens einmal der Akku des Smartphones leer sein, kann trotzdem eingecheckt werden. Denn alle Informationen liegen am Flugsteig bereit. Lediglich ist ein Reisepass dann vonnöten.

Zusammenfassung
  • Ryanair macht Nutzung ihrer App zur Pflicht
  • Ab Ostern 2025 ist Check-in nur noch per Smartphone möglich
  • 60% nutzen bereits die App, Ziel sind 80% bis Jahresende
  • CEO O'Leary rechnet nicht mit Kundenverlust trotz Kritik
  • Bei leerem Akku ist Check-in am Flughafen möglich
  • Kostenersparnis durch weniger Personal am Schalter

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