Emulation gesucht: Marine braucht Ersatz für Floppy-Disks auf Fregatten
Die Verwendung von 8-Zoll-Disketten ist auch bei der deutschen Bundeswehr anscheinend durchaus noch übliche Praxis. Wie jetzt bekannt wurde, sucht die Marine Ersatz für die auf den Fregatten der "Brandenburg"-Klasse verwendeten Floppy-Disketten.
Wie das Blog "Augen geradeaus!" bereits Anfang Juli berichtete (via Golem), sucht das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) im Zuge der Modernisierung der Betriebstechnik der Fregatten des Typs F123 einen Auftragnehmer, der das Projekt "Ersatz Floppy Disk Einheit" bewältigen kann.
Kommandostand der Fregatte 'Brandenburg'
Der Ausschreibung zufolge soll dazu die "Entwicklung und Integration an Bord eines emulierenden Speichersystems zum Ersatz der Floppy-Disk-Einheit für die Messwerterfassungsanlage an Bord der Fregatten Klasse 123" erfolgen. Mit der Messwerterfassungsanlage ist ein System gemeint, das Teil der Steuerung der "Schiffsfunktionen" der Fregatten ist, also die Betriebsparameter erfasst, um die Steuerung von Antrieb und Stromerzeugung vorzunehmen, heißt es.
Interessant ist hierbei, dass die Marine nicht gleich sämtliche Betriebstechnik austauscht, sondern nur eine Modernisierung vornimmt. Aus diesem Grund soll die eigentliche Betriebstechnik weitestgehend erhalten bleiben, während gleichzeitig aktuellere Hardware dazu kommt. Deshalb erfolgt auch eine Emulierung des Floppy-Systems und kein vollständiger Ersatz.
Dass man nur emuliert, statt zu ersetzen, hat einen stichhaltigen Grund: die Kosten. Zwar sollen die Fregatten des Typs F123 im Hinblick auf Bewaffnung auf den neuesten Stand gebracht werden, an anderer Stelle will man aber nur Zeit gewinnen. Es geht um die Zeit, die bis zur Fertigstellung der insgesamt sechs geplanten Fregatten der Nachfolge-Baureihe F126 vergehen wird.
Deren Bau begann Anfang Juni 2024, wobei 2028 das erste Schiff an die Marine übergeben werden soll. Bis 2034 werden dann nach und nach weitere Fregatten der F126-Klasse folgen. Bis dahin muss die Floppy-Emulation dann also wohl noch funktionieren.
Siehe auch:
Betriebssteuerung noch immer mit 8-Zoll-Floppys
Die Deutsche Marine sucht Hilfe bei dem Versuch, die an Bord der rund 30 Jahre alten Fregatten der "Brandenburg"-Klasse verwendeten Floppy-Disks zu ersetzen. Bereits im Juni wurde dafür eine Ausschreibung gestartet, bei der man einen Partner sucht, der ein System entwickelt, welches die Floppys "emulieren" kann. Hintergrund ist die Modernisierung der Betriebstechnik an Bord der deutschen Kriegsschiffe.Wie das Blog "Augen geradeaus!" bereits Anfang Juli berichtete (via Golem), sucht das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) im Zuge der Modernisierung der Betriebstechnik der Fregatten des Typs F123 einen Auftragnehmer, der das Projekt "Ersatz Floppy Disk Einheit" bewältigen kann.
Kommandostand der Fregatte 'Brandenburg'
Der Ausschreibung zufolge soll dazu die "Entwicklung und Integration an Bord eines emulierenden Speichersystems zum Ersatz der Floppy-Disk-Einheit für die Messwerterfassungsanlage an Bord der Fregatten Klasse 123" erfolgen. Mit der Messwerterfassungsanlage ist ein System gemeint, das Teil der Steuerung der "Schiffsfunktionen" der Fregatten ist, also die Betriebsparameter erfasst, um die Steuerung von Antrieb und Stromerzeugung vorzunehmen, heißt es.
Interessant ist hierbei, dass die Marine nicht gleich sämtliche Betriebstechnik austauscht, sondern nur eine Modernisierung vornimmt. Aus diesem Grund soll die eigentliche Betriebstechnik weitestgehend erhalten bleiben, während gleichzeitig aktuellere Hardware dazu kommt. Deshalb erfolgt auch eine Emulierung des Floppy-Systems und kein vollständiger Ersatz.
Dass man nur emuliert, statt zu ersetzen, hat einen stichhaltigen Grund: die Kosten. Zwar sollen die Fregatten des Typs F123 im Hinblick auf Bewaffnung auf den neuesten Stand gebracht werden, an anderer Stelle will man aber nur Zeit gewinnen. Es geht um die Zeit, die bis zur Fertigstellung der insgesamt sechs geplanten Fregatten der Nachfolge-Baureihe F126 vergehen wird.
Deren Bau begann Anfang Juni 2024, wobei 2028 das erste Schiff an die Marine übergeben werden soll. Bis 2034 werden dann nach und nach weitere Fregatten der F126-Klasse folgen. Bis dahin muss die Floppy-Emulation dann also wohl noch funktionieren.
Zusammenfassung
- Deutsche Marine aktualisiert Technik auf Fregatten der "Brandenburg"-Klasse
- Ersatz von 8-Zoll-Floppy-Disketten wird durch Emulation angestrebt
- Ausschreibung für Entwicklung eines emulierenden Speichersystems gestartet
- Ziel ist Erhalt der bestehenden Betriebstechnik bei gleichzeitiger Modernisierung
- Neue Hardware soll in die bestehenden Systeme integriert werden
- Emulation dient der Kostenersparnis und Überbrückung, bis neue Fregatten bereit sind
- Bau des Nachfolgers, der Fregattenklasse F126, hat begonnen, Fertigstellung ab 2028 geplant
Siehe auch:
- In San Francisco steuern Floppys den Zugverkehr, "Katastrophe" droht
- Floppys in Behörden: Die letzte Bastion der Disketten ist gefallen
- Floppy-Disc mit Steve Jobs' Unterschrift bringt tausende Dollar ein
- Keine 8-Zoll-Floppys mehr: USA stellen Atomraketen-Steuerung um
- Keine Hardware zum Testen mehr: Floppy-Support in Linux ist verwaist
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