Microsoft verhindert nächsten großen Wettbewerbsprozess in der EU
Microsoft ist es wahrscheinlich gelungen, ein erneutes Kartellverfahren in der EU zu vermeiden. Mit den europäischen Beschwerdeführern konnte eine Einigung erzielt werden, bei der der Software-Konzern gerade einmal 20 Millionen Euro einsetzen muss.
Konkret sollten Kunden mehr zahlen, wenn sie die Office-Angebote des Redmonder Konzerns auf einer anderen Cloud-Infrastruktur als auf Azure laufen lassen wollen. Entsprechend schwierig war es für andere Akteure in dem Bereich, Verträge mit Unternehmenskunden abzuschließen - selbst wenn Office nur einen Teil des gesamten Bedarfs darstellte.
Angesichts früherer Entscheidungen gab es gute Chancen, dass die Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission dies als klaren Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht eingestuft hätte. Zumindest vonseiten der CISPE wird es allerdings nun keine Klage gegen Microsoft geben. Denn man konnte sich auf Modalitäten einigen, mit denen die Vorwürfe aus der Welt geschafft werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
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Einigung mit lokalen Konkurrenten
Die Lösung wurde gemeinsam mit dem Branchenverband CISPE (Cloud Infrastructure Services Providers in Europe) ausgearbeitet, in dem sich diverse kleinere Cloud-Anbieter aus Europa als auch Amazon AWS zusammengeschlossen haben. Die Kernkritik bestand darin, dass Microsoft seine Marktmacht bei Office-Anwendungen ausnutzt, um die Wettbewerbschancen seiner Cloud-Sparte zu verbessern.Konkret sollten Kunden mehr zahlen, wenn sie die Office-Angebote des Redmonder Konzerns auf einer anderen Cloud-Infrastruktur als auf Azure laufen lassen wollen. Entsprechend schwierig war es für andere Akteure in dem Bereich, Verträge mit Unternehmenskunden abzuschließen - selbst wenn Office nur einen Teil des gesamten Bedarfs darstellte.
Angesichts früherer Entscheidungen gab es gute Chancen, dass die Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission dies als klaren Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht eingestuft hätte. Zumindest vonseiten der CISPE wird es allerdings nun keine Klage gegen Microsoft geben. Denn man konnte sich auf Modalitäten einigen, mit denen die Vorwürfe aus der Welt geschafft werden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Gleiche Bedingungen
Demnach wird Microsoft ein Verfahren inklusive eines Lizenzvertrages entwickeln, über das auch die CISPE-Mitglieder die Office-Dienste Microsofts auf ihrer Cloud-Infrastruktur zu den gleichen Konditionen bereitstellen können, wie sie beim Hersteller selbst zu finden sind. Dafür hat Microsoft neun Monate Zeit. Die bisher aufgrund des Ungleichgewichts entstandenen Umsatzeinbußen sollen eben mit den genannten 20 Millionen Euro ausgeglichen werden.Nach mehr als einem Jahr der Zusammenarbeit mit CISPE und seinen europäischen Mitgliedern freue ich mich, dass wir nicht nur ihre Bedenken der Vergangenheit ausgeräumt haben, sondern auch gemeinsam einen Weg nach vorn definiert haben, der den Cloud-Computing-Markt in Europa und darüber hinaus noch wettbewerbsfähiger macht.Amazons AWS und Google Cloud sind nicht Teil der Einigung. Diese haben letztlich auch weitergehende Interessen als die europäischen Anbieter und sehen den Streit mit Microsoft auf europäischen Parkett eher als Teil einer globalen Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Cloud-Sektor an.
Zusammenfassung
- Microsoft vermeidet EU-Kartellverfahren durch Einigung
- 20 Millionen Euro zur Beilegung von Beschwerden eingesetzt
- Einigung mit CISPE, dem Verband europäischer Cloud-Anbieter
- Vorwurf: Ausnutzung der Marktmacht bei Office-Anwendungen
- Lizenzvertrag für gleiche Konditionen bei allen Cloud-Anbietern
- Neun Monate Zeit für Microsoft zur Umsetzung des Vertrages
- Große Anbieter wie Amazon AWS und Google Cloud nicht beteiligt
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