Google versprach EU-Firmen zig Millionen Euro, damit Microsoft blutet
Google wollte offenbar mit einem gigantischen "Geschenk" verhindern, dass Microsoft einer möglicherweise kostenintensiven Strafe durch die Wettbewerbsbehörden der EU entgeht. Dazu bot man einer Gruppe von europäischen Firmen Produkte im Wert hunderter Millionen Euro an.
Die CISPE (Cloud Infrastructure Service Providers in Europe) ist eine Vereinigung von Firmen, der verschiedene Hoster und Cloud-Infrastruktur-Anbieter angehören. Die Gruppierung hatte vor einiger Zeit eine Beschwerde bei den Wettbewerbshütern der EU eingereicht, weil sie eine illegale Bündelung von Microsofts Business-Software mit den Azure Cloud-Diensten des US-Softwaregiganten in Europa vermuteten.
In der letzten Woche wurde die entsprechende Beschwerde von der Lobbygruppe aber zurückgezogen, weil man sich mit Microsoft darauf verständigt hatte, leichteren Zugriff auf die Technologien des Unternehmens zu erhalten, um diese zusammen mit den eigenen Cloud-Diensten gegenüber Firmenkunden vermarkten zu können. Offenbar wollte Google dies mit aller Macht verhindern.
Die Bedingung für einen solchen Deal war aber, dass die CISPE ihre Beschwerde bei der EU nicht zurückzieht. Google ließ zu dem Thema nur verlauten, dass man über einen Beitritt zu der Gruppierung verhandelt und als Teil dieser Gespräche auch Angebote darüber gemacht habe, wie sich der US-Konzern einbringen könnte. Von der CISPE war nur zu hören, dass man letztlich entschieden habe, sich mit Microsoft auf eine Kooperation zu einigen.
Die CISPE erhält laut dem Bericht von Bloomberg von Microsoft neben den Eingeständnissen bezüglich des Vertriebs seiner Produkte über die Cloud-Infrastruktur der europäischen Firmen auch noch einen "finanziellen Beitrag" in Höhe von zehn Millionen Euro.
Es ist nicht unüblich, dass Microsoft versucht, sich abseits der Regulierungsbehörden und Gerichte dieser Welt mit möglichen Konkurrenten oder Beschwerdeführern zu einigen. So hatte man zum Beispiel schon 2004 fast 10 Millionen Dollar an einen von Google unterstützten Industrieverband gezahlt, um zu erreichen, dass diese Gruppe eine Beschwerde bei der EU fallen lässt.
Klingt alles nach reichlich Geschacher, oder? Aber so ist das wohl in der Welt der Lobbyisten und Technologiekonzerne, oder wie seht ihr das?
Siehe auch:
Europäische Firmen sollten Beschwerde weiterführen
Laut einem Bericht des US-Wirtschaftsdiensts Bloomberg, der sich auf Unterlagen der EU und Quellen aus dem Umfeld der beteiligten Parteien stützt, wollte Google die in der Lobbygruppe CISPE zusammengeschlossenen Firmen dazu bringen, ihre Beschwerde wegen eines angeblichen Missbrauchs der Marktmacht bei Cloud-Diensten durch Microsoft aufrechtzuerhalten.Die CISPE (Cloud Infrastructure Service Providers in Europe) ist eine Vereinigung von Firmen, der verschiedene Hoster und Cloud-Infrastruktur-Anbieter angehören. Die Gruppierung hatte vor einiger Zeit eine Beschwerde bei den Wettbewerbshütern der EU eingereicht, weil sie eine illegale Bündelung von Microsofts Business-Software mit den Azure Cloud-Diensten des US-Softwaregiganten in Europa vermuteten.
In der letzten Woche wurde die entsprechende Beschwerde von der Lobbygruppe aber zurückgezogen, weil man sich mit Microsoft darauf verständigt hatte, leichteren Zugriff auf die Technologien des Unternehmens zu erhalten, um diese zusammen mit den eigenen Cloud-Diensten gegenüber Firmenkunden vermarkten zu können. Offenbar wollte Google dies mit aller Macht verhindern.
Google lockte mit fast 470 Millionen Euro
Insgesamt soll Google den Unternehmen aus der CISPE-Vereinigung eigene Produkte im Wert von 455 Millionen Euro in Form von Lizenzen für Cloud-Technologie und Ähnliches angeboten haben. Außerdem wurden 14 Millionen Euro im Rahmen einer langjährigen Partnerschaft mit Google versprochen, heißt es. Insgesamt lockte Google also mit einer Summe von 469 Millionen Euro. Amazon wollte seinerseits als Mitglied der CISPE ebenfalls rund sechs Millionen Euro beisteuern, heißt es.Die Bedingung für einen solchen Deal war aber, dass die CISPE ihre Beschwerde bei der EU nicht zurückzieht. Google ließ zu dem Thema nur verlauten, dass man über einen Beitritt zu der Gruppierung verhandelt und als Teil dieser Gespräche auch Angebote darüber gemacht habe, wie sich der US-Konzern einbringen könnte. Von der CISPE war nur zu hören, dass man letztlich entschieden habe, sich mit Microsoft auf eine Kooperation zu einigen.
Die CISPE erhält laut dem Bericht von Bloomberg von Microsoft neben den Eingeständnissen bezüglich des Vertriebs seiner Produkte über die Cloud-Infrastruktur der europäischen Firmen auch noch einen "finanziellen Beitrag" in Höhe von zehn Millionen Euro.
Es ist nicht unüblich, dass Microsoft versucht, sich abseits der Regulierungsbehörden und Gerichte dieser Welt mit möglichen Konkurrenten oder Beschwerdeführern zu einigen. So hatte man zum Beispiel schon 2004 fast 10 Millionen Dollar an einen von Google unterstützten Industrieverband gezahlt, um zu erreichen, dass diese Gruppe eine Beschwerde bei der EU fallen lässt.
Klingt alles nach reichlich Geschacher, oder? Aber so ist das wohl in der Welt der Lobbyisten und Technologiekonzerne, oder wie seht ihr das?
Zusammenfassung
- Google hat CISPE Produkte im Wert von 455 Millionen Euro angeboten
- Ziel war, Beschwerde gegen Microsoft aufrechtzuerhalten
- CISPE beschwerte sich über Microsofts Marktmacht bei Cloud-Diensten
- Microsoft und CISPE einigten sich auf Kooperation und leichten Technologiezugang
- Google versprach CISPE 14 Millionen Euro für langfristige Partnerschaft
- Microsoft zahlte CISPE 10 Millionen Euro für die Einigung
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