Google setzt Wettbewerbsbehörde auf Microsofts Geschäftspraktiken an

Auf Microsoft kommt jetzt wohl eine neue Untersuchung zu, inwieweit das Unternehmen seine Marktmacht in einem Bereich missbraucht, um in einem anderen Segment den Wettbewerb zu beschränken. Grundlage ist eine Beschwerde des Konkurrenten Google.
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Der Suchmaschinenkonzern hat sich an die US-Handelsbehörde FTC gewandt und offiziell Beschwerde eingelegt. Laut eines Berichts des Magazins The Information geht es darum, dass Microsoft seine Quasi-Monopolstellung bei Office-Anwendungen für Unternehmen missbraucht, um die darüber gewonnenen Kunden auch an seine Azure-Cloud-Dienste zu binden.

Dies ist nicht der erste Fall, in dem Microsofts Kundenakquise für seine Cloud-Sparte infrage gestellt wird. Letztes Jahr wurde Microsoft aufgrund einer damals drei Jahre alten Beschwerde gezwungen, seine Lizenzbedingungen in der Europäischen Union zu ändern. Im Rahmen der dabei erreichten Einigung, erleichterte Microsoft seinen Kunden die Übertragung ihrer Software in andere Cloud-Services und gewährte ihnen mehr Flexibilität. Allerdings hat das Unternehmen diese Änderungen in den USA nicht umgesetzt.


Es geht um viel

Mit der nun eingereichten Beschwerde versucht Google, die Aufmerksamkeit der US-Aufsichtsbehörde auf Praktiken zu lenken, die von ihrem Pendant in der EU als wettbewerbswidrig eingestuft wurden. Wenn der Vorstoß Googles Erfolg hat, könnte Microsoft auch in den USA gezwungen werden, die in Europa erfolgte Änderung umzusetzen.

Für den Cloud-Markt kann das spürbare Folgen haben. Denn der Sektor wächst weiterhin rasant und angesichts der massiven Dynamik spielt es für die großen Anbieter eine wichtige Rolle, Kunden auch längerfristig zu binden. Microsoft hat dabei einige Vorteile auf seiner Seite, da es im Unternehmensbereich eben ohnehin sehr präsent ist. Entsprechend genau dürften die Wettbewerbsbehörden hier aber auch hinschauen, um einen halbwegs fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Zusammenfassung
  • Microsoft steht wegen Marktmachtmissbrauchs unter Untersuchung.
  • Google hat Beschwerde bei US-Handelsbehörde FTC eingereicht.
  • Grund: Microsoft bindet Kunden an Azure-Cloud-Dienste.
  • Microsoft wurde letztes Jahr in EU zu Änderungen gezwungen.
  • Google will nun US-Aufsichtsbehörde auf Praktiken aufmerksam machen.
  • Folgen: Microsoft muss auch in USA Änderungen umsetzen.
  • Wettbewerbsbehörden schauen genau hin, um Fairness zu gewährleisten.

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