Windows 11 Albtraum für die Privatsphäre? Britische Behörden prüfen
Microsoft führt mit "Recall" eine erweiterte Timeline-Funktion ein, mit der alle Aktivitäten eines Nutzers aufgezeichnet werden, um sie mit einfachen Anfragen per KI durchforsten zu können. In Großbritannien beschäftigen sich jetzt die staatlichen Datenschützer mit dem Thema.
Die Anwender sollen so einfach auf später benötigte Informationen zurückgreifen oder bestimmte Projekte einfach fortsetzen können, wo sie aufgehört haben. Man muss also nicht mehr eine bestimmte Datei heraussuchen und dann selbst durchsuchen, sondern kann Windows einfach bitten, eine bestimmte Aufgabe fortzusetzen - so jedenfalls die Theorie.
In Großbritannien hat deshalb laut einem Bericht der BBC das Information Commissioner's Office (ICO) eine Untersuchung rund um Recall eingeleitet. Microsoft wurde vom ICO kontaktiert, um mehr Informationen über den Umgang mit persönlichen Daten und Privatsphäre im Zusammenhang mit Recall zu erhalten. Das ICO fordert unter anderem eine ausführliche Prüfung aller Risiken und eine Beseitigung von Gefahren für die Rechte und Freiheiten der Nutzer vor der Einführung neuer Produkte.
Angreifer müssten zudem physischen Zugriff auf das jeweilige Gerät erhalten, das Gerät entsperren und sich auf dem System einloggen, bevor sie Zugriff auf die Snapshots erhalten könnten. Von Privatsphäre-Beratern und Datenschützern kam laut der BBC aber bereits gegenteilige Kritik. So wird bemängelt, dass Recall theoretisch im Sekundenabstand Snapshots anfertigt und dabei Passwörter und andere persönliche Daten aufzeichnet.
Außerdem würden natürlich auch im Unternehmenskontext eventuell Informationen aufgezeichnet, die aus der beruflichen Tätigkeit der Nutzer stammen und mit deren Speicherung der jeweilige Arbeitgeber wahrscheinlich Probleme haben dürfte, heißt es bei der BBC. Auch die Aufzeichnung von Bildern bestimmter Personen sei fraglich.
Microsoft erklärte seinerseits, dass man keinerlei Moderation oder Filterung der erfassten Informationen vornehme, die über das hinausgeht, was der Nutzer selbst in den Einstellungen für Recall festlegt. Für die Datenschützer ergeben sich auch noch diverse andere Fragen: unter anderem sei zu klären, wie Behörden und Justiz mit den per Recall gespeicherten Daten umgehen werden.
Siehe auch:
Recall zeichnet "alles" auf
Recall wurde vor seiner Vorstellung anlässlich der Build 2024 als "Killer-Feature" des Windows 11 2024 Update gehandelt, soll es doch wie eine Art "KI-Explorer" in der Lage sein, sämtliche Aktivitäten eines Nutzers auf einem bestimmten Rechner im Nachhinein mit einfachen Anfragen in natürlicher Sprache zu durchsuchen.Die Anwender sollen so einfach auf später benötigte Informationen zurückgreifen oder bestimmte Projekte einfach fortsetzen können, wo sie aufgehört haben. Man muss also nicht mehr eine bestimmte Datei heraussuchen und dann selbst durchsuchen, sondern kann Windows einfach bitten, eine bestimmte Aufgabe fortzusetzen - so jedenfalls die Theorie.
Snapshots erfassen willkürlich alle Daten
Weil Microsofts Technologie allerhand Daten aufzeichnen muss, damit Recall sinnvoll funktioniert, werden regelmäßig verschlüsselte "Schnappschüsse" (Snapshots) gespeichert, deren Inhalt dann analysiert und durchsuchbar gemacht wird. Dass dabei auch diverse persönliche Daten aufgezeichnet werden, sorgt nun dafür, dass Experten und Kritiker gleichermaßen warnen, Recall könne Datensicherheit und Privatsphäre massiv gefährden.In Großbritannien hat deshalb laut einem Bericht der BBC das Information Commissioner's Office (ICO) eine Untersuchung rund um Recall eingeleitet. Microsoft wurde vom ICO kontaktiert, um mehr Informationen über den Umgang mit persönlichen Daten und Privatsphäre im Zusammenhang mit Recall zu erhalten. Das ICO fordert unter anderem eine ausführliche Prüfung aller Risiken und eine Beseitigung von Gefahren für die Rechte und Freiheiten der Nutzer vor der Einführung neuer Produkte.
Microsoft wiegelt natürlich ab
Microsoft sieht seinerseits keine Probleme. Recall sei ein "optionales Erlebnis" und man verweist auf seine Website, laut der die Nutzer umfangreiche Kontrolle darüber haben, welche Daten von Recall erfasst werden. Die Daten von Recall werden "nur lokal gespeichert und sind weder für Microsoft noch andere Personen zugänglich", die keinen physischen Zugriff auf das jeweilige Gerät haben. Gemeint ist, dass keine Übertragung von Daten per Internet erfolgt.Angreifer müssten zudem physischen Zugriff auf das jeweilige Gerät erhalten, das Gerät entsperren und sich auf dem System einloggen, bevor sie Zugriff auf die Snapshots erhalten könnten. Von Privatsphäre-Beratern und Datenschützern kam laut der BBC aber bereits gegenteilige Kritik. So wird bemängelt, dass Recall theoretisch im Sekundenabstand Snapshots anfertigt und dabei Passwörter und andere persönliche Daten aufzeichnet.
Außerdem würden natürlich auch im Unternehmenskontext eventuell Informationen aufgezeichnet, die aus der beruflichen Tätigkeit der Nutzer stammen und mit deren Speicherung der jeweilige Arbeitgeber wahrscheinlich Probleme haben dürfte, heißt es bei der BBC. Auch die Aufzeichnung von Bildern bestimmter Personen sei fraglich.
Microsoft erklärte seinerseits, dass man keinerlei Moderation oder Filterung der erfassten Informationen vornehme, die über das hinausgeht, was der Nutzer selbst in den Einstellungen für Recall festlegt. Für die Datenschützer ergeben sich auch noch diverse andere Fragen: unter anderem sei zu klären, wie Behörden und Justiz mit den per Recall gespeicherten Daten umgehen werden.
Zusammenfassung
- Microsoft führt mit "Recall" eine erweiterte Timeline-Funktion in Windows 11 ein
- Recall ermöglicht die Durchsuchung aller Nutzeraktivitäten per KI und natürlicher Sprache
- Datenschützer in Großbritannien untersuchen die potenziellen Risiken für Privatsphäre
- Recall speichert regelmäßig verschlüsselte Snapshots, die personenbezogene Daten enthalten
- Das ICO fordert eine Prüfung aller Risiken und Maßnahmen zum Schutz der Nutzerrechte
- Microsoft betont, dass Recall optional ist und Daten nur lokal gespeichert werden
- Kritiker warnen vor möglichen Sicherheitslücken und der Aufzeichnung sensibler Informationen
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