Whistleblower sagt, dass auch Boeing 787 Dreamliner Probleme hat

Der US-Flugzeugbauer Boeing steckt seit Jahren in einer Art Dauerkrise, diese hat sich Anfang 2024 noch weiter verschärft. Doch bei Boeing gilt auch das Motto: Schlimmer geht immer. Denn nun behauptet ein Whistleblower, dass auch der 787 Dreamliner Probleme hat.

Boeing 787 Dreamliner bisher ohne Zwischenfälle

Die Boeing 787 alias Dreamliner ist eines der wichtigsten Modelle des Flugzeugbauers aus Seattle und eine Besonderheit der 2011 in Dienst gestellten Maschine ist, dass diese bisher keine ernsthaften Zwischenfälle zu vermelden hatte. Doch offenbar war das eher Glück und Zufall als das Ergebnis von Planung und Qualitätsarbeit.

Denn ein Whistleblower namens Sam Salehpour behauptet, dass Boeing bei der Fertigung der Modelle 777 and 787 "Abkürzungen" genommen habe. Bisher habe es keine Probleme mit diesen Flugzeugen gegeben, das liege laut dem Boeing-Ingenieur aber lediglich am Umstand, dass diese Flugzeuge noch verhältnismäßig neu sind. Wie die New York Times berichtet, meint Salehpour, dass diese Risiken mit dem Alter der Flugzeuge katastrophale Folgen haben könnten.

FAA untersucht

Seine Bedenken hat der Whistleblower bereits im Januar 2024 an die US-amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) übermittelt, diese hat auch eine Untersuchung in die Wege geleitet. Laut Salehpour passen die von unterschiedlichen Herstellern gefertigten Teile des Rumpfes nicht perfekt zueinander, wenn diese montiert werden. Dabei müssen "winzige Lücken" gefüllt werden, doch das passiert nicht immer vollständig.


Der Hersteller leugnet nicht, dass Änderungen in der Fertigung vorgenommen wurden, teilte aber mit, dass es dadurch "keine Auswirkungen auf die Haltbarkeit oder sichere Langlebigkeit der Flugzeugzelle" gebe. Boeing-Sprecher Paul Lewis sagte, dass der Flugzeugbauer den Dreamliner ausgiebig getestet und festgestellt habe, "dass dies kein unmittelbares Problem für die Flugsicherheit darstellt".

Boeing: "Kein Problem"

In einem weiteren Statement teilte Boeing außerdem mit, dass man "volles Vertrauen" in den 787 Dreamliner habe und meinte, dass "diese Behauptungen über die strukturelle Integrität der 787 unzutreffend sind und nicht die umfassende Arbeit widerspiegeln, die Boeing geleistet hat, um die Qualität und langfristige Sicherheit des Flugzeugs zu gewährleisten."

Salehpour selbst bleibt bei seinen Bedenken, wie er in einer Konferenz mit Journalisten gestern betonte: "Ich tue das nicht, weil ich möchte, dass Boeing scheitert, sondern weil ich möchte, dass sie erfolgreich sind und Abstürze verhindert werden. Die Wahrheit ist, dass Boeing nicht so weitermachen kann wie bisher. Es muss besser werden, denke ich."

Zusammenfassung
  • Boeing steckt in anhaltender Krise, die sich 2024 verschärft
  • Whistleblower Salehpour warnt vor Problemen beim 787 Dreamliner
  • Boeing soll "Abkürzungen" bei Modellen 777 und 787 genommen haben
  • Salehpour meldete Bedenken im Januar 2024 an US-Luftfahrtbehörde FAA
  • Teile des Rumpfes passen laut Salehpour nicht perfekt zusammen
  • Boeing bestreitet Auswirkungen auf Haltbarkeit und Flugsicherheit
  • Unternehmen betont volles Vertrauen in die Qualität des Dreamliners
  • Salehpour mahnt zu Verbesserungen, um Abstürze zu verhindern

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