Russischer Internet-Milliardär von EU-Sanktionsliste gestrichen

Die EU zeigt jetzt, dass sie mit ihren Sanktionen gegen Russland durchaus flexibel umgeht. Ein Tech-Milliardär, der inzwischen glaubhaft machen konnte, das Regime nicht zu unterstützen, wurde jetzt von der Sanktionsliste gestrichen, wie Wired berichtet.
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Abkehr von Moskau

Die Maßnahmen gegen Russland als Aggressor in der Ukraine richten sich nicht nur gegen bestimmte Wirtschafts- und Handelsbereiche. Auch konkrete Personen, die eine besondere Rolle bei der Finanzierung des Machtapparates spielen, werden mit einem Embargo belegt. Denn letztlich sind es immer wieder diverse Oligarchen, die die Macht des Diktators Wladimir Putin mit ihren finanziellen Mitteln festigen.

Seit einiger Zeit stand auch Arkady Volozh auf der Sanktionsliste der EU. Dieser ist der Gründer des Internet-Konzerns Yandex, des erfolgreichsten Tech-Unternehmens Russlands der letzten Jahrzehnte. "Volozh ist eine führende Geschäftsperson, die in Wirtschaftssektoren involviert ist, die eine wesentliche Einnahmequelle für die Regierung der Russischen Föderation darstellen", lautete die Begründung für die Embargo-Einstufung.


Volozh ist inzwischen aber von seinem Posten als Yandex-Chef zurückgetreten. Der Geschäftsmann lebt ohnehin bereits seit Jahren in Israel und hat sich in den vergangenen Monaten als einer der wenigen russischen Wirtschaftsmagnaten offen gegen die Aggression Russlands in der Ukraine ausgesprochen.

Signal vor der "Wahl"

"Ich bin entsetzt über das Schicksal der Menschen in der Ukraine - viele von ihnen sind meine persönlichen Freunde und Verwandten - deren Häuser jeden Tag bombardiert werden", sagte er in einer Erklärung im August, in der er das Vorgehen Russlands als "barbarisch" kennzeichnete.

Seit geraumer Zeit arbeitet Yandex außerdem daran, die Geschäftstätigkeit möglichst auseinanderzubauen. Was immer sich ohne russische Einflüsse betreiben lässt, wurde in eine in den Niederlanden beheimatete Gesellschaft ausgegliedert. Die restlichen Konzernteile, insbesondere die Suchmaschine, wurden deutlich unter Wert an eine russische Beteiligungsgesellschaft verkauft. Damit steht der Weg für Volozh zurück ins internationale Tech-Geschäft nun offen, was die EU entsprechend mit einer Streichung von der Sanktionsliste unterstützt.

Dabei kommt die Entscheidung der europäischen Gremien sicherlich nicht zufällig zum jetzigen Zeitpunkt. Am kommenden Wochenende wird in Russland eine pseudodemokratische Wahl inszeniert, mit der sich Putin formal in seinem Präsidentenamt bestätigen lässt. Im Zuge dessen sendet die EU das Signal, dass man mit allen zu einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit bereit ist, die sich von dem Regime in Moskau abwenden.

Zusammenfassung
  • EU zeigt Flexibilität bei Russland-Sanktionen
  • Tech-Milliardär von Sanktionsliste gestrichen
  • Arkady Volozh nicht mehr Yandex-Chef
  • Volozh spricht sich gegen Russlands Aggression aus
  • Yandex trennt Geschäftsbereiche wegen Sanktionen
  • EU unterstützt Volozhs Rückkehr ins Tech-Geschäft
  • EU-Signal vor russischer Scheinwahl

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