Yandex wird aufgespalten - Suche & Co. unter russischer Kontrolle
Yandex galt lange als das russische IT-Unternehmen mit dem größten Potenzial, ein globales Unternehmen zu werden. Das ist nun allerdings endgültig Geschichte. Die Firma wird aufgespalten, die wichtigsten Dienste kommen zurück unter alleinig russische Kontrolle.
Yandex hatte sich während der zunehmenden Faschisierung Russlands in den letzten zwei Jahren nicht gerade beliebt gemacht. Mitbegründer Arkady Volozh, der 2014 von Russland nach Israel zog, bezeichnete den Einmarsch in die Ukraine als "barbarisch". Ursprünglich wollte die russische Regierung die Yandex-Dienste daher komplett unter Moskauer Kontrolle stellen - allerdings verzichtete man auf diesen Schritt, um zu verhindern, dass letztlich noch mehr IT-Spezialisten das Land verlassen.
Daher wurden nun seit inzwischen 18 Monaten komplizierte Verhandlungen geführt, wie man ähnliches auf milderem Weg erreichen könnte. Das Ergebnis sieht nun so aus, dass die russischen Geschäftsbereiche für einen recht überschaubaren Betrag von umgerechnet 5,21 Milliarden Dollar an eine Gruppe russischer Investoren verkauft werden. Die bisherige Muttergesellschaft und ihre Anteilseigner erhalten den Kaufpreis in chinesischen Yuan ausgezahlt, da wohl niemand direkt Rubel annehmen wollte.
Bei der in den Niederlanden beheimateten Yandex-Gesellschaft, die zukünftig einen anderen Namen annehmen wird, verbleiben vier Tochtergesellschaften, die sich mit Cloud, Datenlösungen, selbstfahrenden Autos und Bildungstechnologie beschäftigen. Auch ein in Finnland stehendes Datenzentrum gehört weiter zu diesem Unternehmen, ebenso wie der "Kernbestand an geistigem Eigentum".
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Langer Trennungsprozess
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, trennt sich die seit längerer Zeit in den Niederlanden ansässige Yandex-Gesellschaft, die auch an der US-Börse Nasdaq notiert ist und sich zu guten Teilen in Streubesitz befindet, von ihren hauptsächlichen Diensten: Der Suchmaschine, der Werbevermarktung und der Mitfahrbörse. Diese machten bisher rund 95 Prozent des gesamten Geschäfts aus.Yandex hatte sich während der zunehmenden Faschisierung Russlands in den letzten zwei Jahren nicht gerade beliebt gemacht. Mitbegründer Arkady Volozh, der 2014 von Russland nach Israel zog, bezeichnete den Einmarsch in die Ukraine als "barbarisch". Ursprünglich wollte die russische Regierung die Yandex-Dienste daher komplett unter Moskauer Kontrolle stellen - allerdings verzichtete man auf diesen Schritt, um zu verhindern, dass letztlich noch mehr IT-Spezialisten das Land verlassen.
Daher wurden nun seit inzwischen 18 Monaten komplizierte Verhandlungen geführt, wie man ähnliches auf milderem Weg erreichen könnte. Das Ergebnis sieht nun so aus, dass die russischen Geschäftsbereiche für einen recht überschaubaren Betrag von umgerechnet 5,21 Milliarden Dollar an eine Gruppe russischer Investoren verkauft werden. Die bisherige Muttergesellschaft und ihre Anteilseigner erhalten den Kaufpreis in chinesischen Yuan ausgezahlt, da wohl niemand direkt Rubel annehmen wollte.
Formal unabhängig
Formal soll das russische Yandex zukünftig unabhängig vom russischen Staat bleiben. Der neue Besitzer heißt dann Consortium.First, bei dem es sich um einen neu gegründeten Investmentfonds handelt. Dieser wird von den bisherigen Managern der russischen Yandex-Dienste geleitet. Zu den Investoren gehört unter anderem Argonaut, die Investmentgesellschaft des russischen Ölkonzerns Lukoil.Bei der in den Niederlanden beheimateten Yandex-Gesellschaft, die zukünftig einen anderen Namen annehmen wird, verbleiben vier Tochtergesellschaften, die sich mit Cloud, Datenlösungen, selbstfahrenden Autos und Bildungstechnologie beschäftigen. Auch ein in Finnland stehendes Datenzentrum gehört weiter zu diesem Unternehmen, ebenso wie der "Kernbestand an geistigem Eigentum".
Zusammenfassung
- Yandex wird aufgespalten und unter russische Kontrolle gestellt
- Hauptdienste wie Suchmaschine und Werbung trennen sich von Muttergesellschaft
- Yandex-Gründer Volozh kritisierte Russlands Vorgehen in der Ukraine
- Verkauf der russischen Geschäftsbereiche für 5,21 Milliarden Dollar
- Kaufpreis wird in chinesischen Yuan an Muttergesellschaft ausgezahlt
- Neuer Eigentümer Consortium.First wird von bisherigen Yandex-Managern geleitet
- Restunternehmen in den Niederlanden behält Cloud und selbstfahrende Autos
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