Suchgebiet erheblich eingegrenzt:
Jagd nach "Planet 9" wird heißer

Wenn wir in unser Sonnensystem schauen, stimmt da etwas nicht ganz mit der Bewegung ferner Himmelskörper. Die hypothetische Lösung: Hinter dem Pluto zieht "Planet 9" seine Bahnen. Die bisher erfolglose Suche könnte jetzt dank einer neuen Studie an Fahrt gewinnen.

Auf der Spur von Planet 9: Durchbruch in Sicht?

Planet 9 ist eine wunderbare Lösung für die Bewegungen, die wir bei Himmels­körpern in den äußeren Regionen unseres Sonnensystems hinter der Bahn von Pluto beobachten. In der Fachwelt hat die Idee viel Zuspruch. Das Problem: Trotz intensiver Forschung im letzten Jahrzehnt konnte der Körper bisher nicht direkt beobachtet werden. Jetzt heizt eine neue Studie die Jagd wieder an.

Wie Universe Today berichtet, hat eine Gruppe von Astronomen des California Institute of Technology (Caltech) eine neue Arbeit veröffentlicht, welche die Suche nach Planet 9 entscheidend voranbringen könnte. Das Ziel der Forscher: Mit neuesten Methoden und unter Berücksichtigung vorausgegangener Studien die möglichen Standorte von Planet Neun eingrenzen.


Dr. Mike Brown, Professor für Astronomie am Caltech und Hauptautor der Studie, gegenüber Universe Today: "Wir versuchen weiterhin, systematisch alle Regionen des Himmels abzudecken, in denen wir Planet Neun vermuten. Die Daten von Pan-STARRS haben es uns ermöglicht, die bisher größte Region zu untersuchen." Pan-STARRS steht für "Panoramic Survey Telescope and Rapid Response System", ein Beobachtungssystem auf Hawaii. Mars, Saturn, Neptun & Co.: Die entfernten Nachbarn unserer ErdeMars, Saturn, Neptun & Co.: Die entfernten Nachbarn unserer Erde

Schon bald gefunden?

Hat man Planet 9 damit jetzt endlich gefunden? Diese Frage muss auch Brown und sein Team vorerst noch mit Nein beantworten. "Am liebsten würde ich sagen, dass das wichtigste Ergebnis die Entdeckung von Planet Neun ist, aber das ist nicht der Fall", so der Astronom. Den Erfolg der Studie muss man eher genau andersherum betrachten: "Stattdessen bedeutet es, dass wir das Suchgebiet erheblich eingegrenzt haben."

Für Brown ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Planet 9 ihm oder einem seiner Kollegen direkt zeigt. Am Vera C. Rubin Observatorium in Chile, das sich aktuell im Bau befindet, wird mit der Legacy Survey of Space and Time, kurz LSST, eine der bisher umfangreichsten Sternendurchmusterungen geplant. Brown hat mit seinem Team sozusagen Vorarbeit geleistet.

"Ich denke, dass das LSST die wahrscheinlichste Durchmusterung ist, um Planet Neun zu finden. Wenn es in ein oder zwei Jahren online geht, wird es schnell einen großen Teil des Suchraums abdecken und, falls Planet 9 dort ist, ihn finden", so der Astronom.

Zusammenfassung
  • Anomalien in Himmelskörperbahnen festgestellt
  • Planet 9 als mögliche Erklärung diskutiert
  • Intensive Suche nach Planet 9 bisher erfolglos
  • Neue Forschungsergebnisse könnten Suche vorantreiben
  • Astronomen von Caltech veröffentlichen Studie
  • Suchradius durch Pan-STARRS-Daten stark verkleinert
  • Rubin Observatorium könnte zur Entdeckung beitragen

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