Ein neunter Planet im Sonnensystem kann näher sein als gedacht

In regelmäßigen Abständen kochen Spekulationen hoch, ob es in unserem Sonnensystem nicht doch noch irgendwo einen bisher unentdeckten Planeten gibt. Eine neue Arbeit zweier Astronomen zeigt nun, dass dieser sogar näher sein könnte, als man zuletzt dachte.
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Jenseits des Neptun

Über die mögliche Position gab es verschiedenste Thesen - ernsthafte Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Position auf jeden Fall weit draußen im Sonnensystem verortet werden müsste. Die einzige Stelle, wo man ihn sonst bisher nicht hätte entdecken können, wäre genau auf dem Erdorbit auf der - von uns aus gesehen - anderen Seite der Sonne. Dort hätte sich ein größeres Objekt aber definitiv durch die Auswirkungen seiner Gravitationskraft auf die Bahnen der anderen Planeten verraten.

Gemeinhin geht man daher davon aus, dass eine Position im Kuipergürtel am wahrscheinlichsten wäre - das ist noch weit jenseits des Pluto-Orbits. Denn dorthin gelangt so wenig Licht der Sonne und es ist so weit entfernt, dass es durchaus eine gewisse Chance gibt, dass die modernen Observatorien der Menschheit den Planeten bis jetzt nicht entdeckt haben.


Zwei Forscher aus Japan wollen nun aber Indizien gefunden haben, dass sich ein Objekt, welches sich in der Größe durchaus mit der Erde messen könnte, dann doch näher dran ist, als bisher gedacht. Allerdings würde es damit wie Pluto und andere Zwergplaneten ebenso zu den transneptunischen Objekten (TNOs) gehören.

Neue Daten über TNOs

Denn Beobachtungen der TNOs - dabei handelt es sich neben den genannten Miniplaneten vor allem um zahlreiche Asteroiden und Kometen - weisen an einer bestimmten Stelle ein merkwürdiges Gruppierungsverhalten auf. Dies ließe sich mit der Gravitation eines größeren Objekts erklären.

"Wir sagen voraus", schreiben die Forscher, "dass es einen erdähnlichen Planeten und mehrere transneptunische Objekte auf eigenartigen Bahnen im äußeren Sonnensystem gibt, die als beobachtbare Signaturen für die Störungen des mutmaßlichen Planeten dienen können." Das Objekt selbst wäre keineswegs größer als die dreifache Erdmasse und befände sich nicht weiter als 500 Astronomische Einheiten (die Entfernung von der Erde zur Sonne) weit draußen.

Die beiden Japaner bekräftigen damit eine These, die auch schon zuvor einige Male aufkam. Der Unterschied liegt nun allerdings darin, dass mit neuen Beobachtungsmethoden deutlich genauere Daten über die TNOs vorliegen, mit denen sich ein Planet in der Region verraten könnte. Direkt zu beobachten wäre dieser wohl kaum, da er sich mangels Sonnenlicht kaum vom kosmischen Hintergrund abheben würde und nach Milliarden Jahren in dieser Region auch kaum Wärmestrahlung abgeben dürfte.

Zusammenfassung
  • Spekulationen über unentdeckten Planeten in unserem Sonnensystem
  • Neue Studie von japanischen Astronomen vermutet Nähe des Planeten
  • Wahrscheinlichste Position des Planeten im Kuipergürtel, jenseits des Pluto-Orbits
  • Indizien für erdähnlichen Planeten unter transneptunischen Objekten
  • Verhalten von TNOs könnte auf Gravitation eines Objekts hinweisen
  • Vermuteter Planet nicht größer als dreifache Erdmasse
  • Neue Beobachtungsmethoden liefern genauere Daten über TNOs

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