Kein Planet 9: Theorie zeichnet neues Bild vom äußeren Sonnensystem
Wegen der Beobachtung einiger Objekte jenseits des Neptun, die in sehr ungewöhnlichen Bahnen um die Sonne ziehen, hatten Astronomen weltweit nach einem neunten Planeten Ausschau gehalten. Jetzt hat ein Forscherteam eine neue Theorie entwickelt, die die Bewegungen im äußeren Sonnensystem auch ohne Planet 9 möglich machen. Allerdings muss dafür eine andere Annahme stimmen.
"Die Planet-9-Hypothese ist faszinierend, aber wenn dieser Planet existiert, hat er es bisher gut geschafft, der Entdeckung zu entgehen", sagt Antranik Sefilian von der University of Cambridge laut Scinexx. "Wir wollten deshalb wissen, ob es nicht eine andere, weniger dramatische Ursache für die ungewöhnlichen Orbits einiger transneptunischen Objekte (TNO) geben könnte." Sefilian und sein Team haben in der Folge Berechnungen angestellt, die eine neue Hypothese zulassen: Statt eines schweren Objekts wie dem Planeten 9, könnten auch die unzähligen Objekte im sogenannten Kuipergürtel - einer Region außerhalb der Neptunbahn - für die Beobachtungen verantwortlich sein.
"Eine relativ massereiche und leicht exzentrische Scheibe von transneptunischen Objekten könnte den Effekt der äußeren Planeten ausgleichen und stark exzentrische Mitglieder dieser Population in eine stabile Konfiguration bringen", so das Team der University of Cambridge. "Wenn man Planet 9 aus dem Modell entfernt und stattdessen viele kleine Objekte über ein großes Gebiet verteilt, dann können ihre kollektiven Anziehungskräfte die exzentrischen Bahnen einiger TNOs ebenso gut erklären", berichtet Sefilian.
Für den berechneten Effekt wären aber bis zu 10 Erdmassen nötig. Das Team hält es aber durchaus für möglich, dass diese Masse bisher einfach nicht entdeckt wurde: "Wenn man die Scheibe vom Inneren des Systems aus betrachtet, ist es fast unmöglich, sie ganz zu sehen", so Sefilian. Wie der Forscher einräumt, gibt es bisher "keine verlässlichen und direkten Beobachtungsbeweise für die von uns vorgeschlagene Scheibe - ebenso wenig wie für einen Planet 9".
Planet 9 ist nicht unbedingt für eine Erklärung notwendig
Unser Sonnensystem gibt uns in vielerlei Hinsicht immer noch Rätsel auf. Eines davon: Die Umlaufbahnen von fast 30 Objekten im äußeren Sonnensystem wollen nicht so recht zu unserem bisherigen Verständnis des feinen Wechselspiels der Anziehungen passen. Deshalb wurde in den letzten Jahren die Theorie verfolgt, dass hinter dem Neptun ein bisher unentdeckter neunter Planet seine Bahnen zieht, der mit seiner Schwerkraft eine Erklärung für unsere Beobachtungen liefern könnte. Seit 2016 haben sich Astronomen darum bemüht, den in der Theorie auf einem stark exzentrischen Orbit um die Sonne kreisenden Planeten zu finden - ohne Erfolg. Ein neuer theoretischer Ansatz streicht die Existenz des Planeten 9 jetzt wieder als Voraussetzung für eine Erklärung."Die Planet-9-Hypothese ist faszinierend, aber wenn dieser Planet existiert, hat er es bisher gut geschafft, der Entdeckung zu entgehen", sagt Antranik Sefilian von der University of Cambridge laut Scinexx. "Wir wollten deshalb wissen, ob es nicht eine andere, weniger dramatische Ursache für die ungewöhnlichen Orbits einiger transneptunischen Objekte (TNO) geben könnte." Sefilian und sein Team haben in der Folge Berechnungen angestellt, die eine neue Hypothese zulassen: Statt eines schweren Objekts wie dem Planeten 9, könnten auch die unzähligen Objekte im sogenannten Kuipergürtel - einer Region außerhalb der Neptunbahn - für die Beobachtungen verantwortlich sein.
"Eine relativ massereiche und leicht exzentrische Scheibe von transneptunischen Objekten könnte den Effekt der äußeren Planeten ausgleichen und stark exzentrische Mitglieder dieser Population in eine stabile Konfiguration bringen", so das Team der University of Cambridge. "Wenn man Planet 9 aus dem Modell entfernt und stattdessen viele kleine Objekte über ein großes Gebiet verteilt, dann können ihre kollektiven Anziehungskräfte die exzentrischen Bahnen einiger TNOs ebenso gut erklären", berichtet Sefilian.
Noch nicht ganz gelöst
Ein Problem gibt es aber auch mit der neuen Hypothese: Sollen die Objekte jenseits des Neptuns den gewünschten Effekt bringen, muss sich hier deutlich mehr Masse ballen als bisher angenommen. Astronomen gehen bisher davon aus, dass sich der Kuipergürtel aus mehr als 70.000 Objekten mit mehr als 100 km Durchmesser sowie vielen kleineren Objekten aufbaut, zusammen sollen diese aber nur rund 0,1 Erdmassen erreichen.Für den berechneten Effekt wären aber bis zu 10 Erdmassen nötig. Das Team hält es aber durchaus für möglich, dass diese Masse bisher einfach nicht entdeckt wurde: "Wenn man die Scheibe vom Inneren des Systems aus betrachtet, ist es fast unmöglich, sie ganz zu sehen", so Sefilian. Wie der Forscher einräumt, gibt es bisher "keine verlässlichen und direkten Beobachtungsbeweise für die von uns vorgeschlagene Scheibe - ebenso wenig wie für einen Planet 9".
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