Xeon-CPUs: Intel soll bei rund 2600 Benchmarks geschummelt haben
Benchmarks sind und bleiben das wichtigste Mittel, um Prozessoren miteinander vergleichen zu können, entsprechend wichtig ist es, hier gut abzuschneiden. Kleine und größere Schummeleien sind dabei aber alles andere als ungewöhnlich. Nun wurde Intel ertappt - in 2600 Fällen.
Doch im Fall der Xeon-Prozessoren in den Versionen der Jahre 2022 und 2023 hat die SPEC nun mehr als 2600 Ergebnisse des beliebten SPEC CPU 2017-Tests für ungültig erklärt. Wie ServeTheHome und Phoronix schreiben (via Tom's Hardware) gibt die SPEC an, dass es hier offenbar zu einer gezielten Optimierung für eine bestimmte Arbeitslast kam, was man durchaus als Schummeln bezeichnen kann.
Bei allen Benchmarks, bei denen der entsprechende Compiler zum Einsatz kam, wurde nun eine Anmerkung hinzugefügt, die auf diesen Umstand hinweist - zumeist handelt es sich dabei um 4th Gen Xeon Sapphire Rapids-CPUs.
Vereinfach gesagt wurde der Compiler so optimiert, dass dieser nichts oder wenig mit Echtweltszenarien zu tun hatte, konkret waren die Ergebnisse um bis zu neun Prozent höher, als sie es hätten sein dürfen. Bei den neueren Emerald Rapids-Prozessoren der fünften Generation kam es indes zu keinen vergleichbaren Schummeleien.
Siehe auch:
Benchmarks sollte man nicht für bare Münze nehmen
Das Non-Profit-Konsortium Standard Performance Evaluation Corporation (SPEC) beaufsichtigt seit mehr als drei Jahrzehnten die Erfassung und auch Vergleichbarkeit von Hard- und Software-Benchmarks. Diese haben zwar selten etwas mit echten Nutzungsszenarios gemeinsam, doch es ist und bleibt wichtig, hier gut abzuschneiden.Doch im Fall der Xeon-Prozessoren in den Versionen der Jahre 2022 und 2023 hat die SPEC nun mehr als 2600 Ergebnisse des beliebten SPEC CPU 2017-Tests für ungültig erklärt. Wie ServeTheHome und Phoronix schreiben (via Tom's Hardware) gibt die SPEC an, dass es hier offenbar zu einer gezielten Optimierung für eine bestimmte Arbeitslast kam, was man durchaus als Schummeln bezeichnen kann.
Bei allen Benchmarks, bei denen der entsprechende Compiler zum Einsatz kam, wurde nun eine Anmerkung hinzugefügt, die auf diesen Umstand hinweist - zumeist handelt es sich dabei um 4th Gen Xeon Sapphire Rapids-CPUs.
Vereinfach gesagt wurde der Compiler so optimiert, dass dieser nichts oder wenig mit Echtweltszenarien zu tun hatte, konkret waren die Ergebnisse um bis zu neun Prozent höher, als sie es hätten sein dürfen. Bei den neueren Emerald Rapids-Prozessoren der fünften Generation kam es indes zu keinen vergleichbaren Schummeleien.
Server-Hardware betroffen
Für Endkunden dürften diese aufgeblähten Werte keine allzu schwerwiegenden Folgen haben, da der SPEC CPU 2017-Benchmark hauptsächlich für High-End-Server, Rechenzentren und Workstations/PCs verwendet wird. Intel hat sich dazu bisher nicht geäußert, man sollte aber auch anmerken, dass der Chipriese mitnichten der einzige Hersteller ist, der bei solchen Tricks erwischt wurde - 2020 wurden etwa Qualcomm, Samsung und MediaTek bei vergleichbaren Schummeleien (auf Android) ertappt.
Zusammenfassung
- Benchmarks sind zentral für CPU-Vergleiche
- Intel in 2600 Fällen beim Schummeln erwischt
- SPEC erklärt Xeon-Testergebnisse für ungültig
- Optimierter Compiler verzerrt Ergebnisse
- Keine Manipulation bei Emerald Rapids-CPUs
- Aufgeblähte Werte betreffen vor allem Servermarkt
Siehe auch:
- Technologie-Aus bei Intel? Lunar Lake-CPUs ohne Hyperthreading
- Patenttroll gegen Intel erfolgreich: Verkaufsverbot für alte CPUs?
- Intel: Überraschend stark bei PCs, bei KI machen andere Kasse
- Asus NUC 14 Pro(+): So geht's mit den Mini-PCs nach Intels Exit weiter
- Raptor Lake Refresh: Intel kündigt 18 neue Desktop-Prozessoren an
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