Tennet: Windernte von der Nordsee kann nicht voll ausgeschöpft werden
Von der Nordsee könnten bereits jetzt deutlich größere Mengen an sauberem Strom in die deutschen Netze geschickt werden. Der lange kaum vorangehende Ausbau der Infrastrukturen sorgt aber dafür, dass die Windkraftanlagen immer wieder abgeregelt werden müssen.
Das Problem ist dabei nicht einfach nur die Tatsache, dass die Offshore-Anlagen längst nicht so effizient eingesetzt werden können, wie es möglich wäre. Der Strom von diesen ist letztlich auch besonders günstig und kann so seine preisdämpfenden Effekte für die Abnehmer im Land nicht in voller Stärke entfalten.
Die derzeitige Bundesregierung hat die Abstimmung des Netzausbaus nach vielen Jahren des Nahezu-Stillstands zwar in Gang gebracht, allerdings geht es auch hier nur schrittweise voran. Problematisch ist dabei, dass eben auch die Übertragungsnetzbetreiber jetzt häufiger Trassen für den Ausbau abschalten müssen und noch keine Ausweichleitungen verfügbar sind, sodass man dann eben auch die Einspeisung von den Windparks in der Nordsee drosseln muss.
Hinzu kommt noch einmal eine installierte Leistung von 1352 Megawatt von den Windkraftanlagen in der Ostsee, deren Strom über die Leitungen des Tennet-Konkurrenten 50Hertz angelandet wird. Alle Anlagen zusammen haben im letzten Jahr 23,41 Terawattstunden Strom zur Verfügung gestellt, im vorhergehenden Jahr waren es erst 19,24 Terawattstunden. Hinzu kommt noch ein deutlich größerer Brocken von 125,56 Terawattstunden, die die Windkraftanlagen an Land lieferten.
Siehe auch:
Weiterhin nicht ausgeschöpft
"Der Netzausbau an Land macht dank zahlreicher Beschleunigungsmaßnahmen in den vergangenen zwei Jahren nun endlich Fortschritte. Dennoch wirken sich die vielen verlorenen Jahre zuvor inzwischen zunehmend auf die ‚Windernte‘ in der Nordsee aus. Aufgrund der immer noch zahlreichen Engpässe im Stromnetz an Land müssen immer öfter die großen Windparks in der Nordsee abgeregelt werden, weil es kaum noch konventionelle Großkraftwerke im Norden gibt, die stattdessen gedrosselt werden könnten", erklärte Tim Meyerjürgens vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet.Das Problem ist dabei nicht einfach nur die Tatsache, dass die Offshore-Anlagen längst nicht so effizient eingesetzt werden können, wie es möglich wäre. Der Strom von diesen ist letztlich auch besonders günstig und kann so seine preisdämpfenden Effekte für die Abnehmer im Land nicht in voller Stärke entfalten.
Die derzeitige Bundesregierung hat die Abstimmung des Netzausbaus nach vielen Jahren des Nahezu-Stillstands zwar in Gang gebracht, allerdings geht es auch hier nur schrittweise voran. Problematisch ist dabei, dass eben auch die Übertragungsnetzbetreiber jetzt häufiger Trassen für den Ausbau abschalten müssen und noch keine Ausweichleitungen verfügbar sind, sodass man dann eben auch die Einspeisung von den Windparks in der Nordsee drosseln muss.
Onshore viel größer
Vor den deutschen Nordseeküsten stehen inzwischen Windkraftanlagen mit einer theoretischen Leistung von 7106 Megawatt. Der bisherige Maximalwert bei der Einspeiseleistung kam bereits ziemlich dicht an diesen heran: Am 1. April 2023 schoben die Anlagen insgesamt 6491 Megawatt in die deutschen Stromnetze.Hinzu kommt noch einmal eine installierte Leistung von 1352 Megawatt von den Windkraftanlagen in der Ostsee, deren Strom über die Leitungen des Tennet-Konkurrenten 50Hertz angelandet wird. Alle Anlagen zusammen haben im letzten Jahr 23,41 Terawattstunden Strom zur Verfügung gestellt, im vorhergehenden Jahr waren es erst 19,24 Terawattstunden. Hinzu kommt noch ein deutlich größerer Brocken von 125,56 Terawattstunden, die die Windkraftanlagen an Land lieferten.
Zusammenfassung
- Nordsee-Windkraft könnte mehr Strom liefern
- Ausbau der Netze hinkt hinterher, Regelungen nötig
- Tim Meyerjürgens benennt Engpässe im Netz
- Offshore-Strom günstig, kann Preis nicht senken
- Bundesregierung bringt Netzausbau langsam voran
- Windkraftanlagen der Nordsee bringen 7106 MW Leistung
- 2023: 6491 MW eingespeist, Rekord nahe der Maximalleistung
- Ostsee-Windparks mit 1352 MW über 50Hertz-Netze
- 2023: 23,41 TWh Offshore-Strom, 125,56 TWh Onshore
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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