Vogelpopulationen: Windkraft keine Gefahr - Fracking hingegen schon

Eine in großen Teilen auf Windkraft setzende Energiewende ist für Vogelpopulationen eine weitaus geringere Gefahr als die fortgesetzte Nutzung fossiler Energieträger. Das hat eine großangelegte Untersuchung der Bestände in den USA ergeben.
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Keine signifikanten Daten

Windkraftanlagen stehen immer wieder im Fokus der Kritik von Vogelfreunden. Denn angeblich würden die Rotoren die Federtiere in großen Mengen in Stücke hacken. Dass dies schon nicht der Realität entspricht - insbesondere wenn man die Zahlen mit jenen von echten Vogel-Killern wie Fensterscheiben, Autos und Hauskatzen vergleicht - hat sich inzwischen aber auch herumgesprochen.

Eine aktuelle Studie untersuchte nun aber auch mal die Auswirkungen von Windkraftanlagen und der Förderung fossiler Energieträger im Vergleich. Grundlage waren dabei Daten aus den großen Vogelzählungen, die regelmäßig im Rahmen von Wissenschaftsprojekten durchgeführt und bei denen die Populationsgrößen diverser Arten in bestimmten Regionen erfasst werden.


Im Vorfeld der Datenauswertung wurde die These aufgestellt, dass die Vogelpopulationen in Regionen, in denen neue Windparks entstanden sind, kleiner geworden sein müssten. Daher wurden Zählungen der Jahre von 2000 bis 2020 berücksichtigt. Es zeigte sich aber, dass in den Regionen, in denen zahlreiche Windkraftanlagen aufgebaut wurden, keine nennenswerten Einflüsse auf die Populationsgrößen gemessen wurden.

Fracking tötet Vögel

Diese Erkenntnis galt sogar für die Einzelbetrachtungen größerer Vogelarten wie Falken, Geier und Adler, die der Annahme zufolge als besonders gefährdet eingeschätzt werden. Denn viele Greifvögel fliegen durchaus in relevanten Höhen und fokussieren ihren Blick in Richtung Boden, um potenzielle Beute auszumachen. Das heißt aber offenbar nicht, dass sie blind für Windkraftanlagen sind, die im Weg stehen.

Signifikante Rückgänge bei den Populationsgrößen gab es allerdings in Regionen, in denen neue fossile Lagerstätten erschlossen wurden. Das gilt insbesondere für die immer weiter steigende Förderung von Schiefergas durch Fracking. In der Umgebung der Förderstandorte des Erdgases ging die Zahl von Vögeln um durchschnittlich 15 Prozent zurück. Bei Bohrungen an Orten, die von der National Audubon Society als "wichtige Vogelgebiete" ausgewiesen sind, sank die Zahl der Vögel sogar um 25 Prozent.

Die genauen Ursachen müssen hier noch besser untersucht werden. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die Kombination aus Lärm, Luftverschmutzung und Störung von Flüssen und Teichen dafür sorgt, dass die Vögel weniger gute Bedingungen zum (Über-)Leben vorfinden.

Zusammenfassung
  • Windkraft gefährdet Vögel weniger als fossile Energien
  • US-Studie vergleicht Einfluss von Windkraft und fossiler Energie
  • Vogelfreunde kritisieren oft die Gefahr durch Windräder
  • Daten aus Vogelzählungen zeigen keinen Rückgang durch Windparks
  • Greifvögel nicht signifikant durch Windanlagen beeinträchtigt
  • Fracking und fossile Förderung verursachen Vogelpopulationsrückgang
  • Vogelzahlen sinken um 15% bei Schiefergasförderung in den USA

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