Very Large Array der nächsten Generation:
Neues Teleskop besteht Tests

Ein Prototyp des Teleskop-Netzwerks Next Generation Very Large Array hat erste Tests in den USA erfolgreich bestanden. Die Anlage liefert durch Technik aus Sachsen eine zehnfache Leistung. Ein Baustart des Milliardenprojekts steht ab 2028 an.
Radioteleskop, Very Large Array, ngVLA, Next Generation Very Large Array
NSF/AUI/NSF NRAO/A.Sosnovici/M.Weis

Erfolgreicher Test in New Mexico

Die US-amerikanische National Science Foundation hat im Mai 2026 den ersten erfolgreichen Test einer neuen Radioantenne in der Wüste von New Mexico vermeldet. Der Prototyp ist Teil des geplanten Netzwerks Next Generation Very Large Array, kurz ngVLA. Ingenieure testeten das System eigenständig sowie im Verbund mit dem bestehenden Very Large Array, um kosmische Radioquellen zu beobachten.

Während der ersten Inbetriebnahme erfasste die Antenne Signale der Sonne und des Krebsnebels, dem Überrest eines explodierten Sterns. Anschließend wurde das System als 28. Element in das alte Netzwerk integriert. In der Konfiguration beobachteten die Forscher Perseus A, einen aktiven Galaxiekern in rund 230 Millionen Lichtjahren Entfernung. Das reibungslose Zusammenspiel bewies die technische Kompatibilität des neuen Designs.

Wie das Wissenschaftsportal Phys.org berichtet, stellt der Test den Übergang von der Bauphase zur astronomischen Erprobung dar. Das endgültige ngVLA-Projekt sieht die Errichtung von 244 Antennen vor. Die Anlagen sollen sich über mehr als 8000 Kilometer von Hawaii über Kanada bis nach Puerto Rico erstrecken, um den Himmel noch genauer zu kartieren.

Zehnfache Leistung angestrebt

Durch die weitreichende Verteilung entsteht ein virtuelles Teleskop von enormer Größe, das im Frequenzbereich zwischen 1,2 und 116 Gigahertz arbeitet. Ein technischer Vorteil des Systems ist die geplante Verzehnfachung der Empfindlichkeit und Auflösung im Vergleich zu aktuellen Anlagen. Astronomen erhoffen sich dadurch detailliertere Daten zur Planetenentstehung, Galaxienentwicklung und dem Verhalten Schwarzer Löcher.

Ein Problem für den Zeitplan ist die noch ungeklärte Finanzierung des Großprojekts. Die Kosten werden auf rund zwei Milliarden Dollar (etwa 1,72 Milliarden Euro) geschätzt, wobei die finale Freigabe durch die US-Regierung noch aussteht. Obwohl das Projekt amerikanisch geführt wird, stammt die Hardware des Prototyps von der Firma Mtex Antenna Technology aus dem sächsischen Schkeuditz.

Neben der Wissenschaft soll das Projekt der lokalen Wirtschaft zugutekommen. Es entstehen neue Arbeitsplätze auf dem Bau, langfristige Stellen im Betrieb sowie eine Förderung des Tourismus in der Region. Der Bau des kompletten Netzwerks soll Ende 2028 beginnen. Erste wissenschaftliche Operationen sind für Mitte 2031 angesetzt, sofern das Budget gesichert ist.

Glaubt ihr, dass die Finanzierung für das Teleskop-Netzwerk bewilligt wird? Welche Erkenntnisse erwartet ihr von solchen Projekten? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

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