Teslas zu oft beschädigt:
Hertz fährt seine Elektro-Pläne zurück

Die Autovermietung Hertz hat vor einer Weile beschlossen, sich voll auf das Thema Elektromobilität zu fokussieren. Strom sollte überall Einzug halten, in der Privatvermietung sowie in geschäftlichen Bereichen. Doch nun rudert das Unternehmen zurück - aus speziellen Gründen.
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Hertz kaufte 100.000 Teslas

Hertz geht mit der Zeit und setzt voll auf Elektrifizierung. Das war vor einigen Jahren das Motto, das sich das Unternehmen aus Florida selbst vorgegeben hat und das auch öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet wurde. Wie The Verge schreibt, sah sich Hertz selbst als der "ultimative Elektro-Vermittler" und kaufte dazu auch fast 200.000 Fahrzeuge von vor allem Tesla und dazu noch Polestar.

Doch das läuft derzeit alles andere als geplant. Denn wie Bloomberg berichtet, steigt Hertz im Hinblick auf Elektromobilität nun auf die Bremse. Verantwortlich dafür ist der sinkende Wiederverkaufswert von Elektroautos und vor allem Teslas sowie auch die höheren Reparaturkosten, die für Stromer anfallen.


Der niedrigere Wiederverkaufswert ist durchaus ein Ei, das Tesla seinem Geschäftspartner Hertz (indirekt) selbst gelegt hat. Denn der Elektroautobauer von Elon Musk hat in den vergangenen Monaten aggressiv die Preise gesenkt und das hat auch Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt - sehr zum Leidwesen von Hertz, das bei Tesla 100.000 Fahrzeuge gekauft hat - die aber eben nun unter "Mithilfe" von Tesla selbst preislich verfallen.

Teure Reparaturen

Das zweite Problem ist, dass die Reparatur von Elektroautos wesentlich teurer ist als jene von Verbrennern. Laut Chief Executive Officer Stephen Scherr kostet Hertz das Wiederinstandsetzen eines Stromers etwa doppelt so viel wie bei einem Benzin/Diesel-betriebenen Fahrzeug.

Zu einem ähnlichen Urteil sind kürzlich auch die deutschen Versicherer gekommen, dort beziffert man die Kosten um 30 bis 35 Prozent höher - unter anderem deshalb, weil vielen Werkstätten die Erfahrungen im Umgang mit derartigen Motoren fehlen und immer noch übervorsichtig agiert wird.

Bei Hertz gibt es im Hinblick auf die E-Auto-Nutzung aber auch ein ganz spezielles Problem: Denn etwa die Hälfte der Hertz-Teslas wird nach einem Deal mit Uber von deren Fahrern benutzt - und diese gehen mit den Autos wesentlich weniger vorsichtig um als normale Fahrer und die Teslas müssen entsprechend häufiger repariert werden.

Zusammenfassung
  • Hertz Autovermietung rudert bei Elektromobilität zurück
  • Sinkender Wiederverkaufswert von Elektroautos als Grund
  • Teslas Preispolitik beeinflusst den Gebrauchtwagenmarkt negativ
  • Reparatur von Elektroautos teurer als bei Verbrennern
  • Hertz: Wiederinstandsetzung von Stromern doppelt so teuer
  • Deutsche Versicherer: Reparaturkosten um 30-35% höher
  • Hälfte der Hertz-Teslas von Uber-Fahrern genutzt, häufige Reparaturen

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