High-End-Laser: Trumpf-Chefin schimpft auf Habecks Ministerium

Beim deutschen Maschinenbauer Trumpf ist man aktuell nicht gut auf das Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck (Grüne) zu spre­chen. Denn für den Hersteller kommen wichtige Export­ge­neh­mi­gun­gen nicht schnell genug herein.
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China im Fokus

Diese benötigt der Anlagenhersteller vor allem für seine Lasersysteme, die nach China verkauft werden sollen. Aus Berlin hieß es, dass die Anträge durchaus nicht in der gewünschten Geschwindigkeit bearbeitet würden - vor allem auch, weil der zuständige Bereich Probleme hätte, die dafür nötigen Stellen zu besetzen.

"Kapazitätsprobleme können keine Antwort eines Ministeriums sein, dessen vornehmste Aufgabe es ist, deutsche Unternehmen in einer ohnehin schwierigen konjunkturellen Situation nach Kräften zu unterstützen", schimpfte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller laut eines Berichts des Handelsblatts. Laut ihren Aussagen hätten sich inzwischen Aufträge in Höhe von 85 Millionen Euro aufgestaut.


Allerdings hat das Wirtschaftsministerium durchaus noch andere Aufgaben, als einzig den Wegbereiter deutscher Unternehmen zu spielen. Insofern dürfte sich der Stau auch darauf zurückführen lassen, dass ausgehend von der Führung des Hauses ein anderes Verständnis Einzug gehalten hat. Insbesondere die Exporte von Hightech in Richtung China werden tiefergehenden Prüfungen unterzogen.

Anderswo läufts

Denn Rückmeldungen aus der Wirtschaft zeigen, dass Verkäufe nach China generell schärfer kontrolliert werden. Zuerst wird hier jeweils der Zoll aktiv, der sich dann mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abstimmt. Neben Trumpf ist hiervon beispielsweise auch der Chipausrüster Süss Microtec betroffen.

Dass Trumpf nicht generell in der Entwicklung behindert wird, zeigen hingegen die Ergebnisse der Geschäfte in anderen Regionen, die nicht zu dem Bild passen, nach der der deutschen Wirtschaft einfach das Leben schwer gemacht wird. Den Umsatz in den USA hat das Unternehmen von 650 Millionen auf 900 Millionen Euro gesteigert. In Deutschland ging es von 589 Millionen auf 779 Millionen Euro nach oben. Hierzulande kommt dem Unternehmen vor allem zugute, dass vorwiegend die Käufer von Werkzeugmaschinen früher in neue Systeme investieren, um das Fehlen von Fachkräften zumindest etwas auszugleichen.

Zusammenfassung
  • Trumpf kritisiert Wirtschaftsministerium für langsame Genehmigungen
  • Genehmigungen betreffen vor allem Lasersysteme, Verkauf nach China
  • Trumpf beklagt, Aufträge im Wert von 85 Mio. Euro seien aufgestaut
  • Wirtschaftsministerium unterzieht Exporte tiefergehenden Prüfungen
  • Generell werden Verkäufe nach China schärfer kontrolliert
  • Trumpf steigerte dennoch Umsatz in USA und Deutschland deutlich
  • In Deutschland profitiert Trumpf von Investitionen in neue Systeme

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