10 Sekunden für 1 km Reichweite:
Japan will E-Autos an Ampeln laden

Eine Stadt außerhalb von Tokio ist seit Kurzem der erste Ort Japans, an dem neue Technologie getestet wird, mit der Elektrofahrzeuge drahtlos geladen werden können, während sie an einer roten Ampel warten müssen.
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Partnerschaft mit der Autoindustrie

Die Universität Tokio hat sich für die Erprobung eines induktiven Ladesystems für Elektroautos an Ampeln mit einer Reihe von Partnern zusammengetan. Man will laut einer Pressemitteilung der Uni gemeinsam herausfinden, ob ein solcher Ansatz im Alltag tatsächlich sinnvoll einsetzbar wäre, schließlich sind die Wartezeiten an Ampeln auch in Japan nicht unbedingt lang.

Für das Projekt wurden in der Stadt Kashiwa vor mehreren Ampeln induktive Ladespulen in ein kurzes Stück Straße eingebettet. Diese sollen entsprechend ausgerüstete Elektroautos immer dann laden, wenn sie über den Spulen im Asphalt anhalten, weil die Ampel auf Rot steht, oder wenn sie langsam über die jeweilige Stelle der Straße hinwegfahren.


Nach aktuellem Stand kann das in Kashiwa getestete System innerhalb von 10 Sekunden, in denen ein Fahrzeug langsam über die Ladespulen im Boden rollt, genug Strom liefern, um damit einen Kilometer Reichweite zu generieren. Das System wird nur aktiv, wenn ein mit den Empfänger-Spulen ausgerüstetes Fahrzeug darüber fährt. Technisch soll es auch mit Hybrid-Autos genutzt werden können, wenn diese entsprechende Spulen ausgerüstet haben.

10 Sekunden Laden für einen Kilometer Reichweite

Die Forscher, die für ihr Projekt unter anderem mit den japanischen Autozulieferern NSK und Denso sowie dem Reifenhersteller Bridgestone kooperieren, wollen das Laden von E-Autos vor Ampeln jetzt bis März 2025 ausführlich testen. Dabei geht es um Aspekte der Sicherheit, der Langlebigkeit und der Zuverlässigkeit. Langfristig will die Stadt Kashiwa bis 2030 automatisierte Shuttle-Busse einführen, die ebenfalls über Spulen in der Straßenoberfläche geladen werden können.

Als erste Testfahrzeuge werden unter anderem elektrisch betriebene Varianten der weitverbreiteten Minibusse vom Typ Toyota Proace verwendet. Theoretisch könnten künftige Elektroautos in Städten mit kleineren Akkus auskommen, da sie an mehr Orten wie eben vor den Ampeln nachgeladen werden könnten. Dies würde weniger Rohstoffe binden und die Kosten für die Fahrzeuge senken, so eines der Argumente für das jetzt in Japan erprobte drahtlose Ladesystem.

Zusammenfassung
  • Drahtloses Laden von Elektroautos an Ampeln in Japan getestet
  • Projekt der Universität Tokio und Partnern in der Stadt Kashiwa
  • Induktive Ladespulen in Straße eingebettet, laden Autos bei Rotlicht
  • System liefert in 10 Sekunden Strom für einen Kilometer Reichweite
  • Testphase bis März 2025, Fokus auf Sicherheit, Langlebigkeit, Zuverlässigkeit
  • Langfristiges Ziel: Shuttle-Busse mit dieser Technologie bis 2030

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