EU-Piraterie: Deutschland ist Schlusslicht - zur Freude der Industrie

Die EU führt regelmäßig Untersuchungen durch, wie ihre Bürger illegale Plattformen nutzen und kommt dabei aktuell zu durchaus interessanten Ergebnissen. Konkret sieht man derzeit einen Anstieg von illegalem Filesharing. Eine bemerkenswerte Rolle spielt hier die Pandemie.
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So kopiert die Europäische Union

Das European Union Intellectual Property Office (EUIPO) ist für urheberrechtliche Themen in der EU zuständig und führt hierzu immer wieder Untersuchungen und Studien durch. Diese sollen die Grundlage für Anpassungen von europäischen Gesetzen bilden und geben der Öffentlichkeit spannende Einblicke in die Art und Häufigkeit von urheberrechtlichen Verstößen.

Diese Woche war es wieder einmal so weit und wie TorrentFreak berichtet, sind die Ergebnisse der neuesten EUIPO-Studie "Urheberrechtsverletzungen im Internet in der EU 2023" mehr als interessant. Denn in den vergangenen Jahren war in Sachen Piraterie eine Abwärtsbewegung erkennbar, für Rechtebesitzer war das natürliche eine gute Nachricht. Das ist zwar möglicherweise nach wie vor der Fall, zuletzt konnte die EUIPO aber wieder eine leichte Zunahme beobachten.


Verantwortlich dafür ist vor allem das Fernsehen, wie man in einem PDF lesen kann: "Der kürzliche Anstieg ist in erster Linie auf die Zunahme der Fernsehpiraterie zurückzuführen, die 2022 48 Prozent aller Inhaltsarten zusammen (Fernsehen, Filme, Musik, Software und Veröffentlichungen) ausmachte. Die Piraterie von Filmen und Musik nimmt weiter ab, während die Piraterie von Software und Veröffentlichungen im Jahr 2022 deutlich zugenommen hat."

Einfluss von Covid-19

Ein interessanter Aspekt ist die Rolle von Covid-19 sowie den Lockdowns, denn diese hat sich die EU-Behörde aktuell näher angesehen. Dabei kann man die Ergebnisse von US-Kollegen nicht bestätigen. Denn in Übersee hat die Piraterie während der Pandemie zugenommen, in der EU war das Gegenteil der Fall, denn "aktuelle Modelle bestätigen, dass die COVID-19-Pandemie zur Verringerung der Film- und Fernsehpiraterie (nicht aber der Musikpiraterie) beigetragen hat", so die EUIPO.

Die Erklärung der EU-Behörde: "Ein möglicher Grund für dieses Phänomen ist, dass sich die Nutzer möglicherweise für legale Plattformen entschieden haben, um einfacher auf die Art der Inhalte zugreifen zu können, an denen sie interessiert sind, verbunden mit begrenzten Möglichkeiten, Geld für Unterhaltung außerhalb der Wohnräumlichkeiten ausgeben zu können."

Einblicke bekommt man auch, wo besonders viel illegal kopiert wird - und auch wo nur wenig Piraterie genutzt wird. Die Liste führen Estland und Lettland an, am wenigsten wird Italien und Deutschland illegal kopiert bzw. gestreamt.

Zusammenfassung
  • EU-Studie zeigt (Wieder-)Anstieg von illegalem Filesharing
  • EUIPO untersucht regelmäßig urheberrechtliche Verstöße
  • Zunahme der Fernsehpiraterie verantwortlich für Anstieg
  • Piraterie von Filmen und Musik nimmt ab, Software und Veröffentlichungen steigen
  • Covid-19-Pandemie hat zur Verringerung der Film- und Fernsehpiraterie beigetragen
  • Nutzer wenden sich legalen Plattformen zu, begrenzte Ausgaben für Unterhaltung
  • Estland und Lettland führen in illegalem Kopieren, Deutschland und Italien am wenigsten betroffen

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