Potsdamer Firma plant großen Windpark in der Tschernobyl-Sperrzone

Das Sperrgebiet um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist eine riesige ungenutzte Freifläche. Ein Potsdamer Unternehmen will es nun nutzen, indem dort ein Windpark aufgebaut wird, der an die Tradition der Stromerzeugung in der Region anknüpft.
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Abschluss während der Baerbock-Reise

Wie die Firma Notus Energy laut eines Berichts des Spiegels mitteilte, habe man bereits eine entsprechende Absichtserklärung mit dem ukrainischen Stromnetzbetreiber Ukrenergo unterzeichnet. Zustande kam das Treffen, auf dem man sich auf das Projekt verständigte, weil Notus-Vertreter kürzlich Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf ihrem Besuch in dem Land begleiteten.

Die Fläche, auf der ein Windpark gebaut werden kann, ist groß genug, um eine Leistung von bis zu 1000 Megawatt zu installieren, hieß es. Mit dem Strom könnte dann die Region Kyjiw versorgt werden, die nicht weit entfernt ist. Die Menge an Energie, die ein Windpark dieser Größe bereitstellen kann, würde genügen, um 800.000 Referenzhaushalte zu versorgen.

Laut Notus sei die Nutzung des Gebietes, das etwa 150 Kilometer von der Hauptstadt Kyjiw entfernt ist, sowohl unter sozialen als auch ökologischen Betrachtungen problemlos möglich. Es gibt also weder Anwohner, die man stören könnte, noch ein wertvolles Natur-Refugium. Stattdessen böte sich die Gelegenheit, ein brachliegendes Stück Land nachhaltig zu nutzen. Natürlich wäre auch die symbolische Wirkung eines Windparks in der Sperrzone des bekanntesten Atomkraft-Unfalls der Geschichte von einiger Bedeutung.

Dezentrales Netz von Vorteil

"Ein Windpark dieser Größe würde einen substanziellen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien in der Ukraine leisten und die Unabhängigkeit und Dezentralität der ukrainischen Energieversorgung stärken", sagte Hannes Helm, Geschäftsführer der ukrainischen Projektentwicklungsgesellschaft der Notus Energy, gegenüber dem Spiegel. "Wir wollen einen Beitrag zum Wiederaufbau und zur Transformation der ukrainischen Energieversorgung leisten."

Das Interesse am Aufbau regenerativer Stromquellen ist in der Ukraine durchaus groß - immerhin hat die aktuelle Kriegs-Situation gezeigt, welche Vorteile ein dezentrales Versorgungsnetz haben kann. Bisher war auch das Stromnetz in der Ukraine auf einige wenige Großkraftwerke ausgelegt, die mit ihren nachgelagerten Verteilungsknoten ein bevorzugtes Ziel der russischen Luftwaffe darstellten.

Zusammenfassung
  • Potsdamer Unternehmen Notus Energy plant Windpark in Tschernobyl-Sperrgebiet.
  • Absichtserklärung mit ukrainischem Stromnetzbetreiber Ukrenergo unterzeichnet.
  • Windpark könnte bis zu 1000 Megawatt Leistung installieren und 800.000 Haushalte versorgen.
  • Nutzung des Sperrgebiets sozial und ökologisch unproblematisch, keine Anwohner oder Natur-Refugien.
  • Windpark würde erneuerbare Energien in der Ukraine ausbauen und Energieversorgung dezentralisieren.
  • Symbolische Wirkung eines Windparks in der Sperrzone des bekanntesten Atomkraft-Unfalls.
  • Wegen Kriegssituation großes Interesse an regenerativen Stromquellen in der Ukraine.

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