Chipkrieg zeigt Wirkung:
China hinkt fünf Generationen hinterher

Die Auswirkungen der von der US-Regierung und ihren Partnern umgesetzten Exportverbote und weiteren Handelseinschränkungen gegen China und Chiphersteller innerhalb der letzten eineinhalb Jahre sind enorm. Jetzt hat ein Manager aus der Chipindustrie eingestanden, dass China ganze fünf Chipgenerationen hinterherhinkt.
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    Stillstand in China

    Die USA und mittlerweile auch Japan, Südkorea und die Niederlande haben zuletzt immer wieder neue Maßnahmen ergriffen, um chinesischen Chipherstellern den Zugriff auf neue Technologien zur Fertigung moderner Halbleiterprodukte schwerer zu machen. Die seit rund 18 Monaten laufenden Maßnahmen zeigen mittlerweile massiv Wirkung, wie jetzt der Chef eines chinesischen Herstellers von Fertigungsanlagen für Mikrochips einräumte.

    Wie Gerald Yin, Chef und Gründer des Unternehmens Advanced Micro-Fabrication Equipment (AMEC) laut dem taiwanischen Branchendienst DigiTimes verlauten ließ, war der Wendepunkt wohl der 7. Oktober 2022, als die USA ein weitreichendes Verbot auf den Verkauf von Anlagen und Technologien für die Fertigung von hochmodernen Chips mit sehr geringen Strukturbreiten an chinesische Hersteller erließen.


    Mittlerweile sei klar, dass es den Vereinigten Staaten nicht unbedingt um die oft zitierten Gründe der nationalen Sicherheit gehe, sondern vielmehr darum, die Entwicklung der chinesischen Chipindustrie zu behindern. Seit 2019 habe es mittlerweile unter den Regierungen der US-Präsidenten Trump und Biden 15 "Runden" von immer neuen Einschränkungen mit Blick auf Halbleiterprodukte gegeben, die allesamt darauf abzielten, die dort ansässigen Chiphersteller in ihrer Entwicklung zu behindern.

    3nm bald Standard, China steckt bei 14/28nm fest

    Mittlerweile hätten die massiven Einschränkungen dazu geführt, dass der Abstand der chinesischen Chipfirmen gegenüber dem internationalen Stand stark gewachsen sei, gab Yin in einem Moment seltener Offenheit zu. Lag man zuvor um etwa zwei Chipgenerationen zurück, so gibt es jetzt einen Abstand von etwa fünf Chipgenerationen. Während anderswo mittlerweile 3-Nanometer-Chips gefertigt würden, stehe die Entwicklung in China derzeit bei 14 Nanometern still.

    Selbst 14-Nanometer-Chips seien noch eine Seltenheit, sodass für den Großteil der Branche in China derzeit 28 Nanometer die Grenze bei der Schrumpfung der Strukturbreiten sei, hieß es weiter. Dies sei für die chinesische Chipindustrie natürlich inakzeptabel.

    Zum Vergleich: 14-Nanometer-Chips werden schon seit 2014 erstmals in großen Stückzahlen von Herstellern wie Intel und Samsung gefertigt, sind also in westlichen Ländern schon seit fast 10 Jahren breit verfügbar. Aktuell produziert TSMC bereits erste Chips mit nur noch drei Nanometern Strukturbreite, die in der nächsten Generation von Apples iPhone verbaut werden sollen.

    Zusammenfassung
    • Exportverbote der USA und Partnerländer beeinflussen Chinas Chipindustrie
    • Manager: China hinkt mittlerweile fünf Chipgenerationen hinterher
    • USA, Japan, Südkorea und Niederlande erschweren China Technologiezugriff
    • Chef von AMEC bestätigt massive Auswirkungen
    • Chinesische Chipfirmen fertigen derzeit maximal 14-Nanometer-Chips
    • Chin. Chipindustrie sieht aktuelle Entwicklungsverzögerung als inakzeptabel an.

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