Chipkrieg gegen China: Europa liefert keine High-End-Technik mehr

Die Niederlande ergreifen ab September Maßnahmen, um den Verkauf von leistungsfähigen Anlagen für die Fertigung von hochmodernen Chips nach China zu unterbinden. ASML, der weltweit größte Hersteller der entsprechenden Anlagen, leidet schon jetzt unter den Einschränkungen.
Cpu, Prozessor, Chip, Hardware, SoC, Gpu, Prozessoren, Chips, Nanometer, System On Chip, Wafer
Die niederländische Regierung hat heute die neuen Vorgaben für den Verkauf von Anlagen aus dem Bereich der sogenannten Deep Ultraviolet Lithography (DUV) veröffentlicht. DUV-Anlagen werden verwendet, um in der Fertigung von Chips die stark miniaturisierten Strukturen auf Wafer zu übertragen. Bisher war es ASML bereits weitestgehend untersagt, Systeme für die noch fortgeschrittene Extreme Ultraviolet Lithography (EUV) nach China zu exportieren.

Ohne Export-Erlaubnis der Regierung geht nichts

Mit den neu eingeführten Regelungen dehnt die niederländische Regierung die Vorgabe, dass beim Export von Chipfertigungs-Anlagen grundsätzlich eine Erlaubnis der Behörden eingeholt werden muss, auch auf DUV-Anlagen aus. In den über das Amtsblatt veröffentlichten neuen Regelungen wird China zwar nicht ausdrücklich erwähnt, es ist jedoch klar, dass die Regierung gerade den chinesischen Markt im Auge hat.


Die Vorgaben der Regierung betreffen vor allem drei von ASML gefertigte DUV-Systeme, die in großem Stil auch in China verwendet werden, um Wafer für Chips mit etwas größeren Strukturbreiten zu fertigen. Für ASML werde es nach Meinung des Unternehmens trotzdem keine großen Auswirkungen geben, ließ man verlauten.

Die niederländische Regierung begründet die neuen Export-Vorschriften für DUV-Anlagen, die ab dem 1. September 2023 in Kraft treten, mit Interessen der nationalen Sicherheit. Auch dabei erwähnt man China nicht explizit und begründet den Starttermin im September damit, dass die betroffenen Firmen ausreichend Zeit haben sollen, sich darauf vorzubereiten.

Die Niederlande und Japan hatten sich zuvor mit den USA darauf verständigt, dass man weitere Maßnahmen ergreifen will, mit denen der Zugang chinesischer Firmen zu hochmoderner Fertigungstechnik begrenzt werden soll. In Japan gelten deshalb schon seit einiger Zeit neue Vorgaben für die dort ansässigen Hersteller von Systemen für die Wafer-Lithografie, die ebenfalls eine Erlaubnis der Regierung voraussetzen. Durch die Export-Beschränkungen können chinesische Firmen immer weniger hochmoderne Chips mit geringen Strukturbreiten bauen.

Zusammenfassung
  • Niederlande ergreifen Maßnahmen gegen Verkauf von DUV-Anlagen.
  • ASML, weltgrößter Hersteller, leidet schon unter Einschränkungen.
  • Neue Vorgaben für den Export, die vor allem China betreffen.
  • Japan und USA ergreifen schon länger Maßnahmen, um Zugang zu begrenzen.
  • Niederländische Regierung begründet mit nationaler Sicherheit.
  • Starttermin ab September, damit Firmen sich vorbereiten können.
  • ASML erwartet keine großen Auswirkungen.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!