Netflix: Passwort-Sharing hat mehr Abos gebracht als gekostet

Der weltweit größte Streaming-Dienst hat vor einigen Wochen seine Ankündigung wahr gemacht und begonnen, das Teilen von Konten zu unterbinden. Vor kurzem gab Netflix bekannt, ob und was diese Maßnahme gebracht hat - und ist mehr als zufrieden.
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Sharing ist (nicht mehr) caring

Netflix hat die Weitergabe von Nutzernamen und Passwörtern lange toleriert und in einzelnen Beiträgen sogar so etwas wie propagiert. 2017 twitterte man etwa "Love is sharing a password", also "Liebe bedeutet, ein Passwort zu teilen". Doch damit ist längst Schluss, denn auf zuletzt sinkende Nutzerzahlen reagierte das Unternehmen mit einer strikten (technischen) Verschärfung der Möglichkeit, ein Konto an mehreren Orten und von mehreren Personen nutzen zu können.

Ob man die bisherigen "Mitnutzer" tatsächlich per technischen Restriktionen dazu bringen kann, ein eigenes Abo abzuschließen, war bisher nicht klar. Denn Erfahrungen aus Testmärkten zeigten, dass Netflix unter dem Strich mehr Nutzer verlor, als gewann, da den einzelnen Personen ein Solo-Abo zu teuer war.


Fast sechs Millionen neuer Abos

Allerdings zeigte die Marktforschung auch, dass das Gegenteil der Fall sein kann und die Rechnung von Netflix aufgeht. Und so verwundert es nicht, dass das Streaming-Unternehmen vergangene Woche mitgeteilt hat, dass man weltweit insgesamt 5,9 Millionen Abonnenten gewinnen konnte. Auf dem - als übersättigt geltenden - Heimatmarkt sowie Kanada kamen 1,17 Millionen neuer Kunden hinzu.

Wie viele neue Konten eine direkte Folge der Maßnahmen sind, kann oder will Netflix nicht sagen, meinte aber in einer Telefonkonferenz mit Anlegern (via The Verge), dass die Einnahmen in allen Regionen "höher" seien und die Zahl der Abo-Neuanmeldungen jene der Kündigungen bereits übersteigt.

In einer Mitteilung (PDF) anlässlich der jüngsten Veröffentlichung der Quartalszahlen hieß es außerdem, dass Netflix "eine gesunde Umwandlung von Leihhaushalten in voll zahlende Netflix-Mitgliedschaften" verzeichnen könne. Finanziell ist das für das Unternehmen aus dem kalifornischen Los Gatos ein voller Erfolg: Denn Finanzchef Spencer Neumann sagte, dass der größte Teil des Umsatzwachstums aktuell aus den neuen kostenpflichtigen Mitgliedschaften kommen wird, die "größtenteils" durch die Anti-Sharing-Maßnahmen getrieben werden.

Für aktuelle bzw. bisherige ist das vermutlich eine durchaus gute Nachricht, da das wohl bedeutet, dass weitere Preiserhöhungen in den nächsten Monaten nicht zu erwarten sind.

Zusammenfassung
  • Netflix hatte 2017 noch "Liebe bedeutet, ein Passwort zu teilen" gepostet, unterbindet aber nun das Teilen von Konten.
  • Marktforschung hat gezeigt, dass Netflix unter dem Strich mehr Nutzer gewinnt als verliert.
  • 5,9 Millionen neue Abonnenten weltweit und 1,17 Millionen neue Kunden auf dem Heimatmarkt.
  • Netflix verzeichnet "gesunde Umwandlung von Leihhaushalten in voll zahlende Netflix-Mitgliedschaften".
  • Finanzchef sagt, Umsatzwachstum kommt "größtenteils" durch Anti-Sharing-Maßnahmen.
  • Keine Preiserhöhungen in den nächsten Monaten zu erwarten.

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