Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor Kauf von Gasheizungen
Die Erdgaslobby hat es zwar geschafft, die Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) soweit zu entkernen, dass noch viele Jahre neue Gasheizungen verbaut werden dürfen - Verbraucherschützer warnen die Bürger aber eindringlich davor, diesen Weg zu beschreiten.
Als der jüngste Kompromiss im Streit um das GEG vorgestellt wurde, war insbesondere in der Gasbranche der Jubel groß. Denn ihr war es gelungen, unter dem Deckmantel der Option, die Heizungen zukünftig mit grünem Wasserstoff zu betreiben, den Einbau neuer Gasthermen weiterhin durchzusetzen. Daran gab es bereits Kritik von Wissenschaftlern und Umweltverbänden. Doch auch unter Verbraucherschützern kommt diese Entwicklung nicht gut an.
Der Grund dafür ist einfach: Die Kaufpreise sind gegenüber verschiedenen anderen Optionen erst einmal niedrig, so dass Verbraucher zum Kauf animiert werden. Über die lange Laufzeit hinweg entwickelt sich diese Technik aber zu einem kaum kalkulierbaren Kostenrisiko. "Die Preise für Gas und Öl werden steigen, da sich der CO₂-Preis für fossile Energieträger von Jahr zu Jahr erhöhen wird", warnte Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV), im Gespräch mit der Rheinischen Post.
Pop verwies darauf, dass die Preise für CO₂-Zertifikate bereits im kommenden Jahr um 17 Prozent auf 35 Euro pro Tonne steigen werden. Eine kleinere Wohnung mit einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden Erdgas im Jahr würde somit zusätzliche 70 Euro generieren. Das ist aber erst der Anfang der Entwicklung. Da jährlich immer weniger Zertifikate ausgegeben werden, steigen die Preise - und wenn in den 2030er-Jahren die Deckelungen wegfallen, ist mit Tonnen-Preisen im deutlich dreistelligen Bereich zu rechnen.
Ebenso werden noch weitere Faktoren die Preise nach oben treiben. Angesichts dessen, dass eine neue Heizungsanlage mindestens 20 Jahre - eher noch länger - in Betrieb sein soll, ist kaum zu kalkulieren, was dann irgendwann auf die Verbraucher zukommt. Und der viel gepriesene Wasserstoff ist dabei keine Alternative. Dessen Energiegehalt ist deutlich geringer als bei Erdgas und die Preise werden deutlich darüber liegen. Verschiedene Experten gehen bereits davon aus, dass in der Praxis auch Häuser mit H2-ready-Heizkesseln nie mit Wasserstoff betrieben werden dürften.
Siehe auch:
Der Grund dafür ist einfach: Die Kaufpreise sind gegenüber verschiedenen anderen Optionen erst einmal niedrig, so dass Verbraucher zum Kauf animiert werden. Über die lange Laufzeit hinweg entwickelt sich diese Technik aber zu einem kaum kalkulierbaren Kostenrisiko. "Die Preise für Gas und Öl werden steigen, da sich der CO₂-Preis für fossile Energieträger von Jahr zu Jahr erhöhen wird", warnte Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV), im Gespräch mit der Rheinischen Post.
Preisdämpfer fallen weg
Zuletzt hatte die Politik der Preisentwicklung beim Erdgas mit verschiedenen Maßnahmen gebremst, um die Bürger nicht zu überfordern. So hält die Gaspreisbremse die Kosten im Rahmen und auch die Kosten für Emissions-Zertifikate werden noch nicht voll durchgereicht. Allerdings werden sich diese mildernden Aktionen nicht über längere Zeit aufrechterhalten lassen.Pop verwies darauf, dass die Preise für CO₂-Zertifikate bereits im kommenden Jahr um 17 Prozent auf 35 Euro pro Tonne steigen werden. Eine kleinere Wohnung mit einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden Erdgas im Jahr würde somit zusätzliche 70 Euro generieren. Das ist aber erst der Anfang der Entwicklung. Da jährlich immer weniger Zertifikate ausgegeben werden, steigen die Preise - und wenn in den 2030er-Jahren die Deckelungen wegfallen, ist mit Tonnen-Preisen im deutlich dreistelligen Bereich zu rechnen.
Ebenso werden noch weitere Faktoren die Preise nach oben treiben. Angesichts dessen, dass eine neue Heizungsanlage mindestens 20 Jahre - eher noch länger - in Betrieb sein soll, ist kaum zu kalkulieren, was dann irgendwann auf die Verbraucher zukommt. Und der viel gepriesene Wasserstoff ist dabei keine Alternative. Dessen Energiegehalt ist deutlich geringer als bei Erdgas und die Preise werden deutlich darüber liegen. Verschiedene Experten gehen bereits davon aus, dass in der Praxis auch Häuser mit H2-ready-Heizkesseln nie mit Wasserstoff betrieben werden dürften.
Zusammenfassung
- Erdgas-Lobby erfolgreich: Neufassung erlaubt Einbau neuer Gasthermen
- Kritik von Wissenschaftlern und Umweltverbänden
- Auch Verbraucherschützer warnen vor hohen Kostenrisiken
- Preise für Gas und Öl werden steigen, CO₂-Preis erhöht sich jährlich
- Preise für CO₂-Zertifikate 2021 auf 35 Euro pro Tonne
- Ab 2030 Tonnen-Preise im dreistelligen Bereich möglich
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