Microsoft muss nächste Wettbewerbs-Untersuchung der EU aushalten

Microsofts Rechtsabteilung kommt schlicht nicht zur Ruhe. Kaum gibt es erste Lösungen im Streit um die Übernahme des Spielekonzerns Activision Blizzard, schon muss man sich mit neuen Vorwürfen der europäischen Wettbewerbsaufsicht auseinandersetzen.
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Die Brüsseler Behörde will dem Verdacht nachgehen, dass Microsoft seinen Zugang zu geschäftskritischen Informationen, die seinen Cloud-Service nutzen, missbraucht, um sich in anderen Bereichen einen Vorteil gegenüber Konkurrenten zu verschaffen. Dazu sollen Wettbewerber und auch Kunden befragt werden, berichtete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Die somit erfolgende Eskalation seitens der EU folgt auf eine Reihe von Beschwerden von Cloud-Firmen über Microsofts Verhalten. Über Microsoft klagte unter anderem CISPE, ein Branchenverband, zu dem auch Microsofts Hauptkonkurrent Amazon gehört. Die Befragten hatten bis heute Zeit, auf die Fragen der Kommission zu antworten. Sie wurden außerdem aufgefordert, bis Ende des Monats nicht vertrauliche Fassungen möglicher Beweismittel einzureichen - das ist oft ein Zeichen dafür, dass eine formelle kartellrechtliche Untersuchung in Arbeit ist.


Diverse Beschwerden

"Die Kommission hat mehrere Beschwerden über Microsoft erhalten, auch in Bezug auf das Produkt Azure, die wir auf der Grundlage unserer Standardverfahren prüfen", teilte die EU-Behörde in einer Stellungnahme mit. Frühere Beschwerden kamen unter anderem vom französischen Hoster OVH, dem italienischen Unternehmen Aruba, einem dänischen Cloud-Verband und Nextcloud, einem deutschen Cloud-Anbieter.

Die Angelegenheit läuft völlig unabhängig von den Prüfungen hinsichtlich der geplanten Activision-Übernahme durch diverse Wettbewerbsbehörden. Allerdings ist es solch einem Anliegen natürlich nicht förderlich, wenn die Microsoft-Anwälte einerseits klarmachen wollen, dass das Unternehmen keine Gefahr für den freien Wettbewerb darstellt, dann aber in anderen Bereichen entsprechende Kartellvorwürfe im Raum stehen.

Zusammenfassung
  • Microsoft unter Verdacht, Cloud-Dienst missbraucht zu haben
  • EU-Wettbewerbsaufsicht prüft Beschwerden von Cloud-Firmen
  • Befragte müssen bis Ende des Monats Beweismittel einreichen
  • Kommission prüft Beschwerden über Microsofts Produkt Azure
  • Beschwerden von OVH, Aruba, dänischem Verband & Nextcloud
  • Untersuchungen laufen unabhängig von Activision-Übernahme
  • Microsoft muss sich mit Kartell-Vorwürfen auseinandersetzen

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