Titanic-U-Boot wurde mit 40-Euro-Controller von Logitech gesteuert
Im Fall des derzeit verschollenen U-Boots, mit dem Touristen zum Wrack der vor 111 Jahren gesunkenen Titanic tauchen konnten, wird immer klarer, dass es besser gewesen wäre, dieses nie zu Wasser zu lassen. Denn die dort eingesetzte Technik war (nicht) konventionell.
Letzteres ist aber durchaus Definitionssache. Denn in der Regel sind Tauchboote, die in besonders großer Tiefe unterwegs sind, voller Spezialtechnik. Im derzeit verschollenen U-Boot mit dem Namen Titan war jede Menge konventioneller Technik verbaut - und das kann man eben als überaus unkonventionell bezeichnen.
Der renommierte Wissenschaftsjournalist David Pogue durfte für den US-Sender CBS das Mutterschiff und U-Boot von Anbieter OceanGate Expeditions besuchen. Für die Sendung CBS News Sunday Morning konnte er mitsamt Kameracrew eine (kommerzielle) Expedition begleiten. Er sprach dabei auch mit OceanGate-CEO Stockton Rush, dieser befindet sich auch an Bord der nun vermissten Titan.
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Das Bild, das Pogue in seinem im vergangenen November ausgestrahlten Beitrag zeichnet (via Ars Technica), verhärtet nun den Eindruck, dass dieses Boot nie hätte tauchen dürfen - ähnlich wie auch ein Whistleblower bereits vor Jahren gewarnt hat. Der rund zehnminütige Film zeigt nämlich eine Konstruktion und technische Lösungen, die man nur als abenteuerlich bezeichnen kann.
Rush zeigt dem Journalisten das U-Boot auch von innen und verweist sichtlich stolz darauf, dass das nur einen Knopf habe, weil die Tauchfahrt bzw. das U-Boot "wie ein Aufzug sein sollte". Pogue meint im Beitrag, dass viele Teile des U-Boots improvisiert wirken: Es gibt Computerbildschirme "von der Stange", einen beleuchteten Haltegriff, den man im Camping-Zubehör-Handel kaufen kann und Konstruktionsrohre als Ballast.
Siehe auch:
Der renommierte Wissenschaftsjournalist David Pogue durfte für den US-Sender CBS das Mutterschiff und U-Boot von Anbieter OceanGate Expeditions besuchen. Für die Sendung CBS News Sunday Morning konnte er mitsamt Kameracrew eine (kommerzielle) Expedition begleiten. Er sprach dabei auch mit OceanGate-CEO Stockton Rush, dieser befindet sich auch an Bord der nun vermissten Titan.
Auf YouTube ansehenDas Bild, das Pogue in seinem im vergangenen November ausgestrahlten Beitrag zeichnet (via Ars Technica), verhärtet nun den Eindruck, dass dieses Boot nie hätte tauchen dürfen - ähnlich wie auch ein Whistleblower bereits vor Jahren gewarnt hat. Der rund zehnminütige Film zeigt nämlich eine Konstruktion und technische Lösungen, die man nur als abenteuerlich bezeichnen kann.
Rush zeigt dem Journalisten das U-Boot auch von innen und verweist sichtlich stolz darauf, dass das nur einen Knopf habe, weil die Tauchfahrt bzw. das U-Boot "wie ein Aufzug sein sollte". Pogue meint im Beitrag, dass viele Teile des U-Boots improvisiert wirken: Es gibt Computerbildschirme "von der Stange", einen beleuchteten Haltegriff, den man im Camping-Zubehör-Handel kaufen kann und Konstruktionsrohre als Ballast.
Logitech-Controller zum Steuern
Rush zeigt auch stolz, wie das Boot gesteuert wird, nämlich mit einem handelsüblichen Gaming-Controller. Genauer gesagt ist es ein Logitech F710 Wireless, dieser ist derzeit für rund 40 Euro zu bekommen. Er wurde bereits 2010 auf den Markt geworfen. Ob die Angaben stimmen oder nicht, wissen wir nicht, aber auf Amazon gibt es dazu unter anderem Klagen zu "sporadischen Verbindungsproblemen" und diversen Qualitätsproblemen. Freilich ist derzeit der Grund für das Verschwinden des Titan-U-Boots nicht bekannt - richtig großes Vertrauen schafft der Einsatz eines 40-Euro-Controllers aber auch nicht.
Zusammenfassung
- U-Boot Titan zum Titanic-Wrack verschollen
- OceanGate Expeditions, CEO Stockton Rush an Bord
- US-Sender CBS begleitete Expedition: U-Boot "wie Aufzug"
- Technische Lösungen als abenteuerlich bezeichnet
- Gaming-Controller Logitech F710 Wireless zur Steuerung
- Tatsächlicher Grund für Verschwinden des U-Boots unbekannt
Siehe auch:
- Whistleblower warnte 2018 vor Titanic-U-Boot, wurde gefeuert
- Titanic: Touristisches Tauchboot verschollen, schwierige Suche läuft
- Neuer Anblick: Erster vollständiger 3D-Scan der Titanic beeindruckt
- James Cameron stellt klar: Titanic-Jack hätte nicht überleben können
- Darum musste Jack sterben: James Cameron kündigt Titanic-Doku an
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