Kapitol-Sturm: Elon Musk fordert Freilassung des "QAnon-Schamanen"

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, wie Elon Musk politisch tickt, nämlich rechts, und zwar teilweise sehr weit. Das zeigt sich nun erneut, denn der Tesla- und Twitter-Chef ergriff Partei für einen prominenten Protagonisten des Sturms auf das Kapitol am 6. Januar 2021.
Elon Musk, tesla, Tesla Motors, Musk, Bad Elon, Cannabis, Kiffen, Kiffer, Joint, Marijuana
Der sogenannte QAnon-Schamane gehörte zu den bekanntesten Figuren des von Donald Trump angezettelten Sturms auf das Kapitol Anfang 2021. Trump wollte seine Niederlage gegen Joe Biden damals nicht akzeptieren und stachelte Protestierende so auf, dass diese die förmliche Bestätigung des Sieges vor den beiden Kammern des US-amerikanischen Parlaments kurzfristig verhinderten. Genau genommen müsste man hier immer wieder ein "mutmaßlich" anfügen, denn offiziell ist die Untersuchung der Ereignisse noch nicht abgeschlossen - Zweifel gibt es daran kaum.

Zumindest dann nicht, wenn man entweder Anhänger von Trump und der extremen Rechten ist oder sein Geld mit dieser Zielgruppe verdient. Dazu zählt der US-Moderator Tucker Carlson. Dieser kann Trump zwar nicht ausstehen, wie interne Chats, die vor Kurzem vor Gericht veröffentlicht worden sind, bestätigen, macht aber dennoch viel Geld mit rechter Pro-Trump-Propaganda.

Alles halb so schlimm?

Carlson hat vor Kurzem Videoaufnahmen veröffentlicht, die im Wesentlichen so geschnitten sind, dass sie den Sturm auf das Kapitol wie einen netten Spaziergang erscheinen lassen. Und das hat nun auch Elon Musk aufgegriffen. Denn der Tesla-Chef hat ein Video retweetet, das den als "QAnon-Schamane" bekannten Jacob Chansley zeigt. In der Aufnahme ist zu sehen, wie dieser einen Tweet von Trump vorliest, in dem die Kapitol-Stürmer aufgerufen werden, nach Hause zu gehen. Musk dazu: "Free Jacob Chansley".

In einem zweiten Tweet greift Musk einen Teil des (scharf kritisierten) Tucker-Carlson-Beitrags auf und fragt: "Chansley bekam vier Jahre Gefängnis für eine gewaltfreie Tour in Polizeibegleitung!?" In einem dritten Tweet ergreift er weiter Partei für Chansley und meint, dass dieser "in den Medien fälschlicherweise als gewalttätiger Verbrecher dargestellt" wurde.

Diesen Eindruck kann man aufgrund des Carlson-Beitrags und Video-Ausschnitten auch durchaus bekommen. Das Problem: Das alles ist grob aus dem Zusammenhang gerissen. So stimmt es beispielsweise zwar, dass Trump seine Anhänger aufgefordert hat, friedlich zu bleiben, das war aber zu einem Zeitpunkt der Fall, als der teils tödliche Spuk de facto schon vorbei war - und beweist vielmehr, dass Trump alles verhindern hätte können, wenn er früher reagiert hätte.

Mashable erläutert (via derStandard), dass Chansley einer der ersten war, die das Kapitol an diesem Tag gestürmt haben. Außerdem hat er dem damaligen Noch-Vizepräsidenten Mike Pence einen Drohbrief hinterlassen. Das angebliche noch nie gezeigte Video, das Chansley beim Lesen des Trump-Tweets zeigt, ist auch alles andere als neu und wurde bereits einen Monat nach dem Sturm veröffentlicht, es war auch Teil der jüngsten Anhörungen der Untersuchungskommission zum 6. Januar 2021.

Zusammenfassung
  • Musk fordert die Freilassung des "QAnon-Schamanen" Jacob Chansley.
  • Er behauptet, Chansley werde fälschlicherweise als gewalttätig dargestellt.
  • Chansley war einer der Ersten, die das Kapitol stürmten.
  • Video, das Chansley beim Lesen des Trump-Tweets zeigt, ist Teil der Anhörungen.
  • Trump hätte den Sturm verhindern können, wenn er früher reagiert hätte.
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Teslas Aktienkurs unter Elon
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!