Nach massiven Drohungen:
Gerichtsauftritt von KI-Anwalt abgesagt
Anfang des Jahres wurde bekannt, dass demnächst zum ersten Mal eine künstliche Intelligenz einen Klienten vor Gericht vertreten wird bzw. soll, und zwar per Einflüstern mithilfe eines Kopfhörers. Dieser Auftritt muss nun aber nach Drohungen von Anwaltskammern abgesagt werden.
Konkret sollte der "Roboter-Anwalt" des Start-ups DoNotPay einem Klienten bei der Verhandlung eines Verkehrsverstoßes helfen. Das ist auch der Ursprung bzw. Hintergrund von Gründer Joshua Browder. Dessen Unternehmen hilft schon seit Jahren vielen Verkehrssündern, Falschparkern und ähnlichen bei der Anfechtung von Strafen, und zwar mithilfe eines anfangs recht simplen Chatbots.
Diesen Chatbot bzw. einen weiterentwickelten Nachfolger mit Spracherfassung und -ausgabe wollte DoNotPay auch vor Gericht testen. Die Software sollte auf einem Smartphone laufen, den Argumenten des Gerichts zuhören und dem Klienten die passenden Antworten per Kopfhörer (in einem neuen Bericht ist allerdings von Smart Glasses die Rede) einsagen.
Fall und Gericht waren hier zwar nicht offiziell bekannt, der Tag hingegen schon, nämlich der 22. Februar 2023. Doch wie NPR berichtet, wird diese Verhandlung nicht stattfinden, jedenfalls nicht in der Hightech- bzw. KI-Form. Denn laut Browder erhielt sein Unternehmen - nachdem sich die Sache herumsprach - zahlreiche wütende Schreiben und Drohungen von Anwälten und ihren Interessenvereinigungen.
Siehe auch:
Diesen Chatbot bzw. einen weiterentwickelten Nachfolger mit Spracherfassung und -ausgabe wollte DoNotPay auch vor Gericht testen. Die Software sollte auf einem Smartphone laufen, den Argumenten des Gerichts zuhören und dem Klienten die passenden Antworten per Kopfhörer (in einem neuen Bericht ist allerdings von Smart Glasses die Rede) einsagen.
Fall und Gericht waren hier zwar nicht offiziell bekannt, der Tag hingegen schon, nämlich der 22. Februar 2023. Doch wie NPR berichtet, wird diese Verhandlung nicht stattfinden, jedenfalls nicht in der Hightech- bzw. KI-Form. Denn laut Browder erhielt sein Unternehmen - nachdem sich die Sache herumsprach - zahlreiche wütende Schreiben und Drohungen von Anwälten und ihren Interessenvereinigungen.
Risiko zu groß
"Mehrere staatliche Anwaltskammern haben uns gedroht. Einer sagte sogar, dass eine Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft und eine strafrechtliche Verfolgung sowie eine Gefängnisstrafe möglich wären", berichtet Browder. Das war dem 26-Jährigen dann doch zu gefährlich, wie er selbst einräumt: "Selbst wenn es nicht dazu gekommen wäre, war die Androhung einer Strafanzeige genug, um die Sache aufzugeben", so der gebürtige Brite. "Die Briefe sind so häufig geworden, dass wir dachten, es sei nur eine Ablenkung und wir sollten lieber weiterziehen."
Zusammenfassung
- Künstliche Intelligenz sollte erstmals vor Gericht vertreten
- DoNotPay-Gründer Joshua Browder wollte Verkehrssündern helfen
- Verhandlung abgesagt nach Drohungen von Anwaltskammern
- KI-Anwalt sollte per Kopfhörer Argumente einsagen
- Browder erhielt wütende Schreiben und Drohungen
- Gefängnisstrafe angedroht
- Browder gab aufgrund der Drohungen auf
Siehe auch:
- Hässliche Kleidung trickst KI-Gesichtserkennung aus - ohne Maske
- Viel Geld für KI-Bots: Microsoft pumpt Milliarden in OpenAI & ChatGPT
- Magazin lässt Texte von KI schreiben, doch die strotzen vor Fehlern
- Wie die Chat-KI ChatGPT sicher wurde? Mit Hungerlöhnen in Kenia
- Konservative sind paranoid, dass KIs "woke" voreingenommen sind
Thema:
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