Ermittlungsverfahren im Hamburger "Pimmelgate" wurde eingestellt

Das so genannte Pimmelgate sorgte 2021 für viel Empörung, aber auch Erheiterung. Denn eine Online-Beleidigung gegen den Hamburger Innensenator Andy Grote und dessen unverhältnismäßige Reaktion waren der Auslöser für einen Streisand-Effekt. Nun ist die Causa zu Ende.
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Beleidigungen gegen Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens sind im Internet leider an der Tagesordnung und es ist richtig und wichtig, dagegen vorzugehen. Das sogenannte "Pimmelgate" ist allerdings etwas Besonderes. Denn hier nutzte ein Politiker offenbar seine Position aus, um gegen den Verfasser eines aus seiner Sicht beleidigenden Tweets vorzugehen. Und das ging den Kritikern der Aktion viel zu weit.

Konkret durchsuchten mehrere Polizisten frühmorgens eine Wohnung, in der auch zwei Kindern lebten, um ein Gerät zu finden, von dem der Tweet "Du bist so 1 Pimmel" in Richtung Andy Grote abgesetzt wurde. Kritiker waren der Ansicht, dass der Hamburger Innensenator seine Beamten nur deshalb losgeschickt hat, weil die aus Sicht vieler verhältnismäßig banale Beleidigung gegen ihn gerichtet war - während andere Opfer von verbaler Gewalt im Netz nicht einmal Gehör bei der Exekutive finden.

Hintergrund des "Pimmel"-Tweets war ein Beitrag Grotes, in dem er Menschen als "ignorant" bezeichnet hatte, die trotz Corona im Hamburger Schanzenviertel gefeiert hatten - Grote wurde allerdings Monate zuvor selbst bei einem vergleichbaren Corona-Verstoß erwischt.

Andy "Barbra" Grote

Was folgte war eine Hamburger Version des Streisand-Effektes: Hashtags wie Pimmelgate und Pimmelandy trendeten auf Twitter tagelang, in der Hansestadt tauchten ständig immer wieder neue Plakate, Graffitis und Aufkleber auf, die Grote als "Pimmel" bezeichneten. Die Polizei war beschäftigt und abgelenkt, diese zu entfernen - bis es der Exekutive zu bunt wurde und man aufgab, die "Pimmel"-Verweise zu entfernen.

Nun wurde bekanntgegeben (via NDR), dass das Ermittlungsverfahren eingestellt worden ist, und zwar bereits im vergangenen März. Die Staatsanwaltschaft teilte am Wochenende mit, dass fehlendes öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung dazu geführt habe, dass der Fall geschlossen wird.

Siehe auch: "So 1 Pimmel"-Tweet: Politiker eskaliert & macht alles viel schlimmer
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