Das Aus des Internet Explorers ist für Japan eine Katastrophe

Selbst ein lange angekündigtes Ende kommt für so manchen noch überraschend. Das zeigt sich einmal mehr bei dem nun an­ste­hen­den Aus für den Internet Explorer. Vor allem in Japan führt die­ses zu teils regelrecht panischen Reaktionen. So berichte beispielsweise das in Tokio ansässige IT-Unternehmen Computer Engineering & Consulting (CEC), dass es seit April regelrecht von Hilfe-Anfragen überflutet werde. "Könnten Sie bitte etwas tun, damit wir keine Probleme bekommen?", heißt es da von Behörden, Finanzinstituten sowie Produktions- und Logistikunternehmen, die insbesondere intern immer noch Anwendungen betreiben, deren Benutzeroberflächen zwingend auf den Internet Explorer angewiesen sind.

Microsoft hat das Aus des alten Browsers schon vor geraumer Zeit angekündigt, da mit dem Edge längst ein modernerer Nachfolger zur Verfügung steht. Seit mindestens einem Jahr gibt es bereits den 15. Juni 2022 als Termin für das Support-Ende. "Sie wissen schon seit langem vom Ende, aber sie müssen die notwendigen Maßnahmen immer wieder aufgeschoben haben", sagte ein CEC-Mitarbeiter laut der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei. Er geht davon aus, dass das Chaos unter den zögerlichen Kunden "einige Monate" andauern wird.

Behörden besonders langsam

Noch im März gab es eine Umfrage des IT-Dienstleisters Keyman's Net, nach der damals immerhin noch 49 Prozent der Unternehmen und Organisationen in Japan auf den Internet Explorer angewiesen sind, um ihre internen Prozesse steuern oder anderen Aufgaben nachkommen zu können. Einige Wochen vor der endgültigen Einstellung des Browsers durch Microsoft gab es bei 20 Prozent der Befragten noch nicht einmal eine Idee, wie man ohne den Internet Explorer weitermachen könnte.

Besonders langsam sind verschiedene Regierungsbehörden bei der Umstellung. Hier wird nicht nur intern mit dem alten Browser gearbeitet. Das Portal für öffentliche Ausschreibungen stellt man zumindest pünktlich zum Ende des Supports um und unterstützt fortan auch Edge und Chrome. Wer allerdings einen Rentenantrag einreichen will, muss zumindest den Internet-Explorer-Modus im Edge verwenden, um erfolgreich zu sein.

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